Johann Zarco (Honda) erst gestürzt, dann Fünfter: «Ich war stinksauer»
Wie in der Vorwoche in Le Mans stürzte Johann Zarco auch in Barcelona im FP2. Doch diesmal lief's danach bestens für den Honda-Mann. Was anders war als beim Heimrennen und was ihm bei der Wende half.
Starke Quali und starker Sprint für Honda-Pilot Johann Zarco! Der Franzose ging von Platz 5 ins Rennen und kam auch als Fünfter über die Ziellinie, zeigte sich mit beiden Ergebnissen zufrieden. Dabei hatte der Samstag gar nicht gut angefangen für den LCR-Honda-Mann.
Im Sprint erwischte Zarco einen guten Start: «Erst lief alles normal. Bei der zweiten Beschleunigung von 100 auf 200 hatte ich etwas Windschatten, vielleicht von Raul (Fernandez, Anm.), aber ich habe an Beschleunigung gewonnen. Und weil ich dann Platz fürs Bremsen in der ersten Kurve hatte, konnte ich mehr riskieren, weil niemand vor mir war. Und das hat ziemlich gut funktioniert. Dann fühlte ich mich sicher genug, um Alex (Marquez, Anm.) zu überholen. Ich dachte sogar daran, das Rennen anzuführen. Ich wollte Pedro (Acosta, Anm.) überholen. Ich habe es in Kurve 4 versucht, aber es hat nicht geklappt. Also habe ich mir danach gesagt, dass der zweite Platz eine perfekte Position ist, um das Beste zu geben, das Tempo zu halten und abzuwarten, was kommt.»
Zarco fiel nach dem starken Start dann ein wenig zurück: «Jedes Mal habe ich in der letzten Kurve Positionen verloren. Ich habe schon seit Beginn des Wochenendes gesagt, dass wir in dieser Kurve keine große Verbesserung haben. Wir haben also keinen sehr guten Kurvenausgang. Dazu kommt vielleicht noch ein Leistungsdefizit beim Motor, denn die Spitzenfahrer haben mich auf der Geraden überholt. Und wenn ich versuche, das Tempo jedes Mal in jeder Runde, zu halten, verliere ich ein paar Meter.»
Reifenprobleme auf den letzten Runden
Lange konnte Zarco aber dranblieben – bis ihm die Reifen zu sehr zu schaffen machten. Zarco: «In den letzten drei Runden verlor mein Vorderreifen komplett an Temperatur. Und ich wäre in Kurve 2 fast gestürzt. Mein Ziel war es dann, nicht vom Hintermann eingeholt zu werden.»
Zu Beginn des Wochenendes hatten Zarco und seine Honda-Kollegen eigentlich ein schwieriges Wochenende erwartet. «Unser Motorrad hat sich seit Jahresbeginn in Sachen Beschleunigung und Bremsen verbessert. Vielleicht haben wir ein bisschen an Kurvenlage eingebüßt. Für mich ist das, was wir an Kurvenlage verloren haben, auf dieser Strecke nicht gerade hilfreich. Es hilft nicht, Konstanz für das Rennen zu finden. Aber für mich ist es keine Strecke, auf der wir mehr zu kämpfen haben als auf anderen.»
Zarco stürzt im FP2 – wie in Le Mans
Fünfter in Quali und Sprint – ein zufriedener Zarco am Mittag und Nachmittag. Am Morgen sah das noch ganz anders aus: Im FP2 war er zu Beginn seiner ersten Runde verunfallt. Da wurden böse Erinnerungen an die Vorwoche bei seinem Heimrennen in Le Mans wach, als er auch im FP2 verunfallte und sich das auf sein Restwochenende niederschlug.
Zarco: «Ich war ziemlich zufrieden, nach dem Sturz ein starkes Qualifying hingelegt zu haben. Aber der Sturz heute lag einfach am kalten Reifen, der eigentlich gar nicht kalt sein durfte, da ich gerade erst aus der Box kam. Aber als ich in die letzte Kurve einfuhr, lag das Motorrad schon am Boden, und ich war stinksauer, unter diesen Umständen zu stürzen und ein Motorrad für nichts zu zerstören.»
Über die Parallele zum Frankreich-Wochenende sagte er: «Aber ja, es ist nicht derselbe Sturz wie in Le Mans, wo ich, weil ich entspannt war und mich gut gefühlt habe, gestürzt bin. Auch weil der Vorderreifen abgenutzt war und hier eine andere Situation herrschte. Ich habe mir klargemacht, dass es nur an der Temperatur lag, und das hat mir geholfen, diesen Sturz irgendwie aus dem Kopf zu bekommen.» Mit Erfolg!
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