Marius Kircher nach Höllencrash in Roden wieder auf dem Weg der Besserung
Der beim Auftaktrennen zur Flattrack-WM 2026 in Roden (NL) schwer gestürzte Marius Kircher aus Künzelsau ist auf dem Weg der Besserung. Der 21-Jährige will - bei ok der Ärzte - wieder Rennen fahren.
Wir erinnern uns: Im ersten Lauf zur Flattrack-Weltmeisterschaft 2026 im niederländischen Roden stürzte der Deutsche Marius Kircher mit seiner Picasso OMT 450 schwer. Gleich in seinem ersten Heat war es auf der Gegengeraden zu einer Berührung mit Landsmann Nikita Alyani (Beta 450) gekommen, woraufhin Kircher die Kontrolle über sein Bike verlor, am Ende der Auslaufzone in die Bande krachte und in hohem Bogen abflog. Im Krankenhaus wurden später Brüche an Wirbeln und am Oberarm, sowie Ganzkörperprellungen und eine Gehirnerschütterung diagnostiziert.
Der Oberarm macht Marius Kircher noch Probleme
Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com äußerte sich Marius Kircher jetzt zu seinem aktuellen Gesundheitszustand und seinen Plänen für die Zukunft: «Mir geht es inzwischen schon deutlich besser. Aktuell bin ich fast jeden zweiten Tag in der Physiotherapie und kann langsam wieder mit dem Rennradfahren beginnen. Leider ist mein Oberarm durch die Verletzung verschoben und nicht richtig zusammengewachsen, weshalb ich weiterhin in Behandlung bin. Zusätzlich lag ein Muskelfaserbündel direkt auf dem Knochenbruch, was zu starken Schmerzen und erheblichen Einschränkungen geführt hat. Deshalb werde ich derzeit in der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg behandelt. Meine Wirbel entwickeln sich dagegen sehr gut, sodass keine Operation mehr notwendig sein wird.»
Zur Frage, ob er wieder Rennen wird fahren können, ist der Franke optimistisch: «Ich werde auf jeden Fall wieder Rennen fahren können. Für dieses Jahr muss ich jedoch akzeptieren, dass die WM für mich leider gelaufen ist. Dadurch platzt auch mein Traum, in Argentinien an den Start zu gehen, da ich mich nicht mehr qualifizieren kann und eine Teilnahme ohne Qualifikation mit sehr hohen Kosten verbunden wäre. Welches Rennen ich als Erstes wieder fahren werde, weiß ich aktuell noch nicht. Nächste Woche habe ich noch einmal einen Termin in Heidelberg. Sobald ich dort das ok bekomme und wieder fahren darf, werde ich direkt wieder an den Start gehen.»
Das Team OMT Racing hat für lange und kurze Bahnen alles im Griff
Seine Motorräder sieht Kircher gut in Schuss. Dafür sorgt sein Team OMT Racing mit Teamchef Marco Troiano, dem Technischen Leiter Mario Troiano, Projektingenieur Loris Mazzeo, Motorenmanager Carlo Cirillo, Elektronikmanager Alessandro Mazzucchelli und Marcella Aramini, die für die administrative Unterstützung zuständig ist. Kircher: «Mein Trainingsbike, eine KTM 450, steht momentan schon perfekt vorbereitet da und wartet auf das erste Training.»
Gefragt, ob ihm eher Langbahnen wie Scheessel legen oder doch die kürzeren Speedwaybahnen, wird Kircher nachdenklich. «Vor meinem Unfall war ich eigentlich immer ein großer Fan von den langen Bahnen. Ich mochte vor allem die hohen Geschwindigkeiten. Durch den Unfall und das Wissen, wie viel Glück ich dabei hatte, habe ich heute natürlich etwas mehr Respekt vor den langen Bahnen. Ich denke aber, dass ich sie wieder genauso mögen werde, sobald ich wieder auf dem Motorrad sitze. Trotzdem gehören inzwischen auch die kurzen Speedwaybahnen zu meinen Favoriten, weil dort deutlich mehr Action und direkter Kontakt zwischen den Fahrern entsteht. Außerdem finde ich, dass man dort bessere und spannendere Überholmanöver fahren kann.»
Meik Lüders und sein Flattrack-Camp machte Kircher neugierig
Interessant zu hören ist auch, dass Kircher erst als 18-Jähriger auf die Flattracker aufmerksam wurde, nachdem er schon seit seinem dritten Lebensjahr Motocross fuhr und in diesem Sport bis zu seinem 14. Lebensjahr aktiv war. Dann sorgten Rückenprobleme dafür, dass die Ärzte ihm aufgrund der hohen Belastung davon abrieten weiter Rennen zu fahren. Zwei Jahre später stieg er dann wieder auf ein Motocross-Motorrad, allerdings nur noch zum Training und nicht mehr für Wettbewerbe. Mit der Zeit war Kircher immer seltener auf der Strecke zu sehen.
Vor drei Jahren kam die Wende zum Flattrack durch einen Tipp seines Vaters. Der nahm seinen Filius mit nach Ostfriesland im Landkreis Aurich, wo im Motodrom Halbemond, da, wo Egon Müller 1983 Speedway-Weltmeister wurde, ein Flattrack-Camp unter der Leitung von Meik Lüders stattfand. Kircher: «Das war eine richtig coole Idee von meinem Dad und genau so bin ich schließlich in diesen Sport hineingerutscht.»
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