Lucy Michel holte in Donington WM-Punkte: «Entspannt war da nichts mehr»
Nach ein paar zähen Rennwochenenden in der Frauen-WM konnte die einzige deutsche Teilnehmerin Lucy Michel aus dem Team Stefan Laux in Donington Park mit Platz 12 endlich mal wieder Punkte kassieren.
Zum vorletzten Rennen der Saison reiste Lucy Michel von TSL-Racing zwar wie gehabt mit einem gewissen Trainingsrückstand auf der Strecke nach England, aber am Ende des WM-Wochenendes durfte sie vier Punkte für Platz 12 mit nach Hause nehmen. «Am Anfang war es etwas schwierig», berichtete die Sächsin SPEEDWEEK.com. «Zwei Wochen vor dem Rennen waren zahlreiche Konkurrentinnen bei einem Test in Donington, die Zeit auf der Strecke hat mir gefehlt.»
Für Michel, die im dritten Jahr bei der Frauen-Weltmeisterschaft dabei ist, war das Rennwochenende somit auch erst der dritte Besuch auf der malerischen Piste. Gerne hätte sie am Test teilgenommen: Doch Geld ist das eine und Zeit das andere. «Ich habe bei der Arbeit noch nicht alle Tage verplant», meinte sie. «Aber aktuell sind bei uns Sommerferien, da haben die Kollegen mit Kindern Vorrang. Es gibt für mich schon eine Sonderregelung in der Klinik, dass ich für die Rennen immer frei bekomme.»
Auf der Hitliste weit oben
Donington steht auf der persönlichen Hitliste von Michel weit oben. «Die Strecke liegt mir gut», meinte sie. «Ich hatte dort noch nie größere Probleme und konnte schon in der Vergangenheit immer meine besten Ergebnisse einfahren. Ich mag das Layout. Es ist nicht so wie zum Beispiel am Balaton, wo man oft vom sechsten in den zweiten Gang runterschalten muss. In Donington kann man schön flüssig fahren.»
Lucy Michel konnte sich zwar bei den Rundenzeiten verbessern, bezeichnete ihren 18. Startplatz allerdings selbst als schlecht. «Nicht die Zeit allein war schlecht», erläuterte sie. «Aber es waren irgendwie alle ähnlich schnell. Da ging es lediglich immer eine Zehntelsekunde hin oder her. Die Gruppen waren in den Rennen daher entsprechend groß.»
Nächstes Rennen erst im Oktober
Nach Platz 18 im Rennen 1 konnte sich Lucy im zweiten Lauf steigern, dafür sprang am Ende Platz 12 heraus. «Aber entspannt war da nichts mehr», meinte die 21-Jährige lachend. «In der letzten Runde war ich vor der letzten Kurve noch auf Rang 14, dann habe ich noch zwei geholt.» Nebenbei fuhr sie im zweiten Rennen auch ihre schnellste Runde des Wochenendes. «Sehr gut», kommentierte sie ihre Punkteausbeute. «Es war großartig und ich war mit viel Spaß unterwegs.»
Bis Oktober hat die WM-Pilotin nun rennfrei, in Jerez steht dann das Finale an. Und dieses Mal, wenn möglich, mit einem Test im Vorfeld – wenn der Urlaubsantrag durchgeht. «Die Klinik macht schon viel möglich», meinte Michel. «Ich mag meine Kollegen und sie verfolgen auch immer meine Rennen. Wenn Notstand in der Klinik herrscht, ist es natürlich schwer mit frei. Aber sie tun viel für mich.»
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