Ivan Ortola schlug erneut die fixen und potenziellen MotoGP-Aufsteiger
Statt den eigentlichen WM-Favoriten war es wie schon in Brünn Ivan Ortola, der das Moto2-Tempo vorgab. Der MSi-Pilot holte erstmals Startplatz 1 und zeigte sich auch im Deutschland-GP als unschlagbar.
Die Situation in der Moto2-Weltmeisterschaft ist bemerkenswert. Nachdem nahezu alle etablierten MotoGP-Piloten ihre Vertragssituation geklärt haben, werden nun auch die Aufsteiger aus der mittleren Klasse festgezurrt. Bereits fix ist Dani Holgado. Der WM-Fünfte und Unterlegene im Zweikampf mit Ivan Ortola um den Sieg in Sachsen darf 2027 eine Ducati bei Gresini steuern. Noch nicht offiziell, aber sicher ist auch der Aufstieg von Teamkollege David Alonso. Auf den Kolumbianer wartet ein Honda-Vertrag. Izan Guevara festigte mit einem weiteren Podestplatz beim Deutschland-GP den WM-Rang und damit seine internen Aufstiegschancen bei Pramac-Yamaha.
Dazu kommen die beiden Intact-GP-Helden Manuel Gonzalez und Senna Agius. Der Spanier hat das WM-Heft fest in der Hand – zur Sommerpause beträgt sein Polster auf Guevara 51,5 Punkte. Senna Agius ist Dritter und beide Fahrer sind auf dem Radar für einen MotoGP-Vertrag bei Tech3-KTM.
Die Pace der Klasse macht aber seit Wochen ein anderer: Ivan Ortola. Der Spanier, der 2025 in der Moto2 debütierte, holte in Brünn seinen ersten Klassensieg. Und das in spektakulärer Manier. In der letzten Passage legte er sich David Alonso zurecht und gewann nach einem technisch perfekten Last-Minute-Manöver.
Nur eine Woche später haderte Ortola im Qualifying, Startplatz 15. Von dort ging es aber weit nach vorne. Als Fünfter hatte der 21-Jährige im Ziel nur vier Sekunden auf den Sieger. Am Sachsenring dann der größte Karrierestreich. Ortola holte Startplatz 1 und führte den Deutschland-GP vom ersten bis zum letzten Meter. Bemerkenswert war dabei erneut die Qualität im Finale. Der Spanier wurde hart attackiert von Holgado, fuhr aber auch unter Druck fehlerfrei. Ivan Ortola verteidigte die Spitze so geschickt, dass er den kommenden MotoGP-Piloten Holgado in einen Fehler zwang.
Nach dem zweiten Sieg im dritten Rennen – kein anderer Moto2-Pilot holte mehr als 61 Punkte seit Brünn – blieb Ortola cool: «Das war das Ergebnis unserer sehr guten Teamarbeit. Wir haben nun ein Level, bei dem die Grundabstimmung so gut ist, dass ich mich einfach auf jeder Strecke mit dem Motorrad gleich wohlfühle. Meine Mannschaft weiß, was ich brauche – und ich kann es umsetzen.»
Auch ich träume von der MotoGPIvan Ortola
Kalex-Pilot Ortola über das spannende Rennende und den erhofften Sieg mit der richtigen Taktik: «Die ersten Runden muss man schauen, dass man etwas Luft hat, das habe ich gemacht. Danach habe ich alles dafür getan, um maximal konstant zu fahren. Auch als Dani (Holgado) schon hinter mir war, hab ich daran festgehalten – ich hatte gehofft, in den letzten 1–2 Runden, wenn es heiß wurde, etwas mehr Reserven zu haben als er. Denn dass der Reifen hinten stark abbaut, war ja klar.»
Und es kam genau wie vom Racer aus Valencia erhofft: «Ich bin dann zum Schluss eine enge Linie gefahren, mit konstantem Speed, und das hat gereicht, um vorne zu bleiben», so der grinsende MSi-Pilot.
Angesprochen auf das Thema MotoGP und die Tatsache, dass er erneut alle potenziellen und fixen Aufsteiger schlagen konnte, sagte der jetzt auf Rang 6 der WM aufgestiegene Spanier abschließend: «Die Jungs um mich herum sind in einer anderen Situation. Auch ich träume von der MotoGP – aber ich konzentriere mich nur darauf, in jeder Situation das Beste zu geben. Und wenn die Resultate da sind, wird sich der Rest ergeben.»
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