Bahrain: Verstappen 1., Hamilton-Dreher, Audi verblüfft mit neuer Lösung
Zweiter Wintertest, nach Probegalopp in Spanien auf dem Bahrain International Circuit: Nach vier Stunden liegt Verstappen vorne, Hamilton kreiselt im Ferrari, Audi verblüfft mit neuen Seitenkästen.
Aufatmen bei den Formel-1-Teams: Nach klammen Temperaturen und sogar Regen in Spanien können sie unter der Sonne von Bahrain bei Idealbedingungen üben – harmlose Schleierwolken, Temperaturen bis 30 Grad, kein Regen weit und breit in Sicht, die Rennstrecke mehr als 40 Grad warm.
Wir haben zwei Mal drei Testtage auf dem Bahrain International Circuit, nach den ersten vier Stunden am 11. Februar hat Max Verstappen die Nase vorn (dies auf der C2-Mischung von Pirelli, der zweitweichsten in dieser Woche), 169 Tausendstelsekunden vor McLaren-Ass Oscar Piastri (ebenfalls auf C2), auffallend fleissig – Arvid Lindblad im Renner der Racing Bulls, mit 75 Runden.
Ein kleiner Vergleich der Rundenzeiten: Verstappen derzeit Schnellster mit 1:35,433 min. Lando Norris hielt am ersten Bahrain-Testtag 2025 die Bestzeit mit 1:30,430 min. Da ist für die neue Formel 1 noch viel Luft nach oben.
Audi legt nach – mit neuen Seitenkästen
Audi fährt hier mit anderen Seitenkästen als beim Barcelona-Test, erheblich schlanker und stärker eingeschnitten, die Lufteinlässe nicht mehr waagrecht, sondern senkrecht angeordnet, die Motorverkleidung ganz eng geschneidert. Die Einlässe erinnern an die Lösung von Mercedes 2022.
Es gab bislang lediglich eine rote Flagge, als der Alpine-Rennwagen von Franco Colapinto zu stottern begann und dann stehenblieb. Der Argentinier konnte das Auto nicht mehr flottmachen, es wurde auf dem Lastwagen zur Box zurückgebracht. Erst nach 90 Minuten Pause konnte der Wagen wieder auf die Bahn gehen.
Die meisten Fahrer rückten zu Beginn mit enormen Messgittern aus, zum Sammeln von Aerodynamik-Daten. Auffällig auch, wie die Fahrer oft mit den aufklappbaren Flügel-Elementen vorne und hinten spielen, Mercedes-Fahrer George Russell hatte festgehalten: «Wir stecken da derzeit in einer steilen Lernkurve.»
Alpine: Ganz andere Lösung beim Heckflügel
Interessant übrigens, das der flachgestellte Heckflügel bei Alpine ganz anders aussieht als bei den Lösungen der Gegner. Ob die Franzosen hier cleverer wagen als die Konkurrenz, wird sich zeigen.
An Ausrutschern zu melden: Lance Stroll mit Aston Martin mehrfach neben der Bahn, Lewis Hamilton zeigte den einzigen Dreher, der glimpflich ablief. Wir erleben hier sehr viele Verbremser mit rauchenden Reifen, auch wegen des böigen Windes.
Williams konnte am Spanien-Test nicht teilnehmen, am ersten Testmorgen hier in Bahrain hat Carlos Sainz 77 Runden gedreht, also noch mehr als Lindblad, das sieht in Sachen Standfestigkeit nicht schlecht aus für das Traditionsteam.
Top-Teams vorne: nur Zufall?
Nach vier Stunden auf den ersten vier Plätzen: die vier Top-Teams der letzten Jahre – Red Bull Racing, McLaren, Mercedes oder Ferrari. Nur ein Zufall? Die kommenden Tage werden es zeigen.
Bahrain-Test 11. Februar, Stand nach 4 Stunden
1. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB22-Red Bull Ford, 1:35,433 (62 Runden)
2. Oscar Piastri (AUS), McLaren MCL40-Mercedes, 1:35,602 (54)
3. George Russell (GB), Mercedes W17, 1:36,108 (56)
4. Lewis Hamilton (GB), Ferrari SF-26, 1:36,433 (52)
5. Esteban Ocon (F), Haas VF-26-Ferrari, 1:37,169 (63)
6. Arvid Lindblad (GB), Racing Bulls VCARB03-Red Bull Ford, 1:37,945 (75)
7. Carlos Sainz (S), Williams FW48-Mercedes, 1:38,221 (77)
8. Gabriel Bortoleto (BR), Audi R26, 1:38,871 (49)
9. Valtteri Bottas (FIN), Cadillac-Ferrari, 1:39,150 (49)
10. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR26-Honda, 1:39,883 (33)
11. Franco Colapinto (RA), Alpine A526-Mercedes, 1:40,330 (28)
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