Christian Danner: «Perverse Mischung aus Verbrenner-Motor und Elektrik»
Der frühere Formel-1-Fahrer Christian Danner (67) sprach bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ über den Charakter der neuen Formel 1 und stuft die Action auf der Rennstrecke von Melbourne ein.
In der ServusTV-Sendung „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ diskutierte eine Gruppe von Renn-Experten über den Formel-1-Saisonauftakt.
Der frühere GP-Fahrer Christian zeigt sich mässig euphorisiert, was den Unterhaltungswert der neuen Königsklasse betrifft: „Das war eher ein aneinander Vorbeifahren – keine richtigen Überholmanöver. Die Teams waren nicht ideal vorbereiten, dadurch ist viel Durcheinander entstanden zu Beginn. Aber wenn die Ingenieure das hinkriegen, dann wird das was!»
«Auch Mercedes war nicht perfekt vorbereitet»
Zur Sieger-Truppe Mercedes sagt der Münchner: „Mercedes war auch nicht hundertprozentig vorbereitet. Es muss alles funktionieren, der Start, die Boxenstopps. Beim Elektro-Management müssen alle noch viel lernen.“
Der Italiener Kimi Antonelli war für Danner die Überraschung: „Dass der sich wieder aufgerappelt hat, spricht für das Team und das Auto. Russell ist schon heute bereit für den Kampf um den WM-Titel. Aber wer weiss, wie sich das bei Kimi noch entwickeln wird. Mit einem guten Rennwagen bekommt ein Fahrer mehr und mehr Sicherheit.“
Der F3000-Champion von 1985 weiß aber auch: „Im Moment ist Russell dem Antonelli deutlich überlegen. Russell hat noch dazu was zwischen den Ohren – der weiß, wie er mit der Situation umgehen muss.“
Die Natur der Fahrzeuge der neuen Formel 1 hat sich massiv geändert. RTL-GP-Experte Danner dazu: „Software bleibt Software. Ein größerer Flügel ist ja greifbar, aber die Software eben nicht! Es ist alles elektronisch eingespielt, der Fahrer kann sich allerdings über die Elektronik hinwegsetzen. Da arbeitet ein riesiges Team im Hintergrund, um dieses Management perfekt auf die Reihe zu bekommen.»
Danner: «Eine perverse Mischung»
Die komplizierten Zusammenhänge der modernen Formel 1 skizziert Danner so: „Wir haben jetzt eine perverse Mischung aus einem Verbrenner-Motor und einer Elektromaschine, die fast gleich stark ist. Die Batterie hat aber immer zu wenig Strom. Der Verbrenner ist der Grund, warum das Ding überhaupt fährt.»
«Wenn es fährt, kann man über die Hinterachse Strom erzeugen, das langt aber hinten und vorne nicht. Deswegen muss der Verbrenner auch noch gegen die Elektromaschine laufen. Damit kann man diesen Bedarf halbwegs decken. Das alles im richtigen Moment in die Batterie zu bekommen und auch wieder rauszuholen – das ist Energie-Management! Und da befinden sich alle Piloten in einer steilen Lernkurve.»
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