Künstliche Formel-1-Überholmanöver: Nigel Mansell widerspricht Domenicali
Formel-1-CEO Stefano Domenicali äusserte sich unlängst zu den Klagen, die Überholmanöver in der neuen Formel-1-Ära seien zu künstlich. GP-Veteran Nigel Mansell hat nun auf diese Aussagen reagiert.
Die ersten drei Rennwochenenden der Saison 2026 haben gezeigt, dass die umfassenden Regeländerungen ein Ziel der Formel-1-Verantwortlichen erfüllt haben: Auf der Strecke werden viel mehr Positionswechsel vollzogen – was für viele Zuschauer eine positive Veränderung ist. Es gibt aber auch kritische Stimmen zur neuen Formel 1.
Demnach sind die vielen Überholmanöver zu künstlich, schliesslich erleichtern die grossen Tempo-Unterschiede, die die einzelnen Fahrer zuweilen haben, das Vorbeikommen. Darauf wurde Formel-1-CEO Stefano Domenicali im Gespräch mit den Kollegen von «Autosport» angesprochen. Und der frühere Ferrari-Teamchef fand klare Worte.
«Manche Leute sagen, die Überholmanöver seien zu künstlich, aber was bedeutet das schon? Ein Überholmanöver ist ein Überholmanöver. Und die Leute vergessen auch schnell. Denn in der Turbi-Ära der 80er-Jahre habe ich das Geschehen in der Formel 1 schon sehr genau mitverfolgt, und auch damals wurde das sogenannte Lift and Coast betrieben und es gab unterschiedliche Geschwindigkeiten zwischen den Fahrern.»
«Man musste Sprit sparen, denn der Tank war einfach zu klein, um die ganze Zeit Vollgas zu geben. Vielleicht haben diejenigen unter den alten Leuten, die Kritik äussern, ein schlechtes Erinnerungsvermögen. Sie sollen einen Blick zurück auf die 80er-Jahre werfen, das gab es schon damals», beteuerte der Italiener.
Doch Nigel Mansell sieht das anders. Der GP-Veteran, der von 1980 bis 1995 insgesamt 187 GP-Einsätze bestritten und 31 davon gewonnen hat, hält dagegen: «Nein, das haben wir nicht. Wenn wir vom Gas gingen, dann war das war das eher ganz leicht, wenn man etwa im Windschatten von jemandem fuhr und beschlossen hatte, ihn nicht zu überholen. Das spart Sprit und ist eine geschickte Technik.»
«Aber wenn ein Computer einfach die Steuerung des Autos übernimmt und die Energie für die Batterie sammelt, ist das etwas ganz Anderes. Wir haben vor den schnellen Kurven nicht um 50 bis 70 km/h abgebremst. Wenn man behauptet, dass das ähnlich war, dann ist das etwas weit hergeholt, muss ich sagen», stellt der 72-jährige Brite, der sich 1992 zum Weltmeister krönte, klar.
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