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Formel 1Kolumne
Denis Jenkinson: Navigator von Stirling Moss
​Eigentlich musste niemand einem Stirling Moss sagen, wie er zu fahren hatte. Die Ausnahme bestätigt die Regel, auch hier – bei der unvergessenen Mille Miglia 1955 mit Moss und Beifahrer Denis Jenkinson.
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Stirling Moss und Denis Jenkinson bei der Mille Miglia 1955Stirling Moss und Denis Jenkinson bei der Mille Miglia 1955Foto: Mercedes
Stirling Moss und Denis Jenkinson bei der Mille Miglia 1955© Mercedes
Was die meisten Motorsport-Fans von ihm kennen, ist ein zotteliger Vollbart und das dreck- und ölverschmierte Gesicht, aus dem hinter dicken Brillengläsern zwei kluge Augen hervorblitzen. Der renommierte britische Journalist Denis Sargent Jenkinson (11. Dezember 1920 – 29. November 1996, in Fachkreisen hochachtungsvoll kurz DSJ oder Jenks genannt), erlangte Berühmtheit als Navigator des Ausnahmepiloten Stirling Moss. Davon später.
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Jenkinson war, wenn man es so will, einer der ersten Vorläufer jener Motorsport-Experten, die uns heute als Fernseh-Kommentatoren und, mit hoher Fachkompetenz und Eloquenz ausgestattet, den aktuellen Spitzensport nahebringen. Christian Danner, Nico Rosberg, Timo Glock und Ralf Schumacher lassen ebenso grüßen wie Jensen Button oder Martin Brundle – allesamt Herrschaften, die sich ihre Expertise hinter dem Volant und durch den Gewinn von Championaten erarbeitet hatten. Auch Jenkinson kam aus den Tiefen des Rennsports. Als ausgebildeter Techniker bestritt er erfolgreich Rennen auf zwei, drei und vier Rädern. Möglicherweise prädestinierte ihn der Einsatz als Gespann-Schmiermaxe geradezu für seinen größten Erfolg. Kein Zweifel – der Mann hatte Mumm. Zudem eignete Jenkinson sich so sein tiefgreifendes Wissen für alles an, was man verstehen muss, um etwas vom Racing zu verstehen. Und er konnte es sprachlich erstklassig umsetzen. All das trug ihm den Respekt der Renngemeinde ein. Er scheute als akzeptierter Mann des Fachs nicht davor zurück, den Boykott der Rennstrecke von Spa-Francorchamps und des ursprünglichen Nürburgrings aus Sicherheitsgründen zu kritisieren. Letzteres trieb er so weit, dass er 1984 den ersten Grand Prix auf dem neuen kurzen Nürburgring – den er übrigens Eifelring nannte - nicht am Ort des Geschehens beobachtete. Stattdessen bezog er aus Protest bei Breidscheid Position … Den Beweis, selbst furchtlos zu sein, hatte er da längst erbracht. Erstens: 1949 wurde er Weltmeister im Beiwagen – beileibe nichts für Hasenfüße. Und zweitens: Wer es aushält, sich von Stirling Moss in einem Mercedes 300 SLR 1955 im öffentlichen Verkehr in wenig mehr als zehn Stunden die 1600 Kilometer von Brescia nach Rom und wieder zurück chauffieren zu lassen, der muss schon aus hartem Holz geschnitzt sein. Moss soll sich Ende 1954 telefonisch bei Jenkinson mit den simplen Worten gemelde haben: "Will you be my navigator on the Mille?" Ebenso knapp soll dieser geantwortet haben, mit einem spontanen: "Yes." Neben seiner erwiesenen Cleverness in Sachen Rennsport und seinem Mut hatte Jenkinson weitere Vorzüge als Co-Pilot für die Aufgabe: Er war superleicht – und er konnte dank entsprechender Medizin auf Toilettenbesuche verzichten. DSJ war also mit an Bord, als Moss eine der größten Taten seiner rumreichen Karriere vollbrachte. Er war indes alles andere als nur mit an Bord: Mit seinem minutiösen Aufschrieb hatte er eine Art Streckenplan entworfen, der als Vorläufer des heute noch gebräuchlichen Gebetsbuchs der Rallye-Profis gelten kann. Dabei handelte es sich um eine Papierrolle mit dem akribischen Streckenverlauf, mittels dessen der eine Brite dem anderen ansagte, wo es lang ging – volles Rohr, brutales Bremsen, Straßenbeschaffenheit, rechts, links. Und das alles per Handzeichen, denn an mündliches Ansagen war bei dem Höllenlärm der SLR-Maschine nicht zu denken. Die so genannten "pace notes" bestanden aus dem papierenen Streckenaufschrieb, der in einer kleinen Alubox mit Sichtfenster aufgerollt war und alsbald als "Klo-Rolle" berühmt wurde. Mit diesem genialen Hilfsmittel hatte Denis Jenkinson seinen gehörigen Anteil an einem epochalen Triumph. Nämlich den überragenden Fahrer jener Zeit, Juan Manuel Fangio, auf einem identischen 300 SLR um 32 Minuten hinter sich zu lassen. Der hatte nämlich weder Navigator noch Klo-Rolle dabei.
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