Drama um Urteil zum Monaco-GP: Briatore verärgert McLaren-Teamchef Stella
Flavio Briatore tut sich schwer damit, das Urteil des FIA-Berufungsgerichts zum Monaco-GP zu akzeptieren. Der Alpine-Sonderberater erhob schwerwiegende Vorwürfe. Das kam bei McLaren gar nicht gut an.
Das FIA-Berufungsurteil fiel nach der Verhandlung in Paris nicht zu Gunsten von Alpine aus. Die Richter kamen zum Schluss, dass die Erlassung von Pierre Gaslys zwei 5-sec-Strafen nicht rechtens war und sorgten dafür, dass der Franzose diese wieder aufgebrummt bekam. Damit rutschte er in der GP-Wertung wieder vom dritten auf den siebten Platz. Isack Hadjar, dessen Red Bull Racing Team zusammen mit McLaren gegen die Streichung der Zeitstrafen vorgegangen war, darf sich damit wieder über den dritten Platz freuen.
Die Strafen waren Gasly ursprünglich erlassen worden, weil er einem Messfehler zum Opfer gefallen war. Sein Team konnte nachweisen, dass er das Tempolimit in der Boxengasse von Monte Carlo zu keinem Zeitpunkt im Rennen überschritten hatte. Das Problem war nur, dass auch andere Fahrer für vermeintliche Tempolimit-Sünden bestraft worden waren, aber nicht dagegen vorgehen konnten, weil sie die Strafen abgesessen hatten.
Bei Alpine-Sonderberater Flavio Briatore kam das Urteil aus Paris nicht gut an. Der Italiener erklärte in der FIA-Pressekonferenz: «Ich halte das für sehr unfair. Wir akzeptieren die Entscheidung, aber was sehr seltsam war: Es sassen vier Richter im Gremium, und einer der Richter verhielt sich wie ein Staatsanwalt. Es waren vier Richter, und dieser eine war wirklich ein Staatsanwalt gegen die FIA, gegen uns, gegen die FOM.» Damit bezog er sich auf Richter Filippo Marchino und unterstellte diesem, McLaren zugeneigt zu sein.
Klare Worte von McLaren-Teamchef Andrea Stella
«Später haben wir herausgefunden, warum dieser Typ so gemein war. Das hängt sehr stark mit McLaren zusammen. Wir haben ein schönes Foto von diesem Typen, wie er 2018 bei MSO Beverly Hills eine Rede für McLaren hält. Er hat eine Stiftung, die One Drop Foundation heisst, und McLaren hat ihr zwei oder drei Autos gespendet – das war ziemlich unfair», fuhr Briatore fort, und ergänzte: «Wir haben die Entscheidung und alles akzeptiert, aber es ist ziemlich eigenartig, dass man einen Typen auf der Richterbank hat, der eine Verbindung zu einem Team pflegt. Das ist unfair, die Richter müssen normalerweise ganz unabhängig sein.»
Damit zog der 76-Jährige den Ärger von McLaren-Teamchef Andrea Stella auf sich. «Ich finde, dass diese Konferenz eine Richtung einschlägt, die für McLaren ziemlich beleidigend ist – für den Ruf eines Teams, das grossen Respekt verdient. Und wenn jemand solche Vorwürfe erhebt, die ziemlich schwerwiegend erscheinen, muss er die Verantwortung für das übernehmen, was er in einem öffentlichen Forum sagt. Die Anhörung, das gesamte Verfahren vor dem Internationalen Berufungsgericht, wurde nach den höchsten Standards durchgeführt, und wir sollten diesen Fall nicht so in Frage stellen, wie es bisher geschehen ist», betonte der Ingenieur.
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