Erfolgsgarant Adrian Newey? Martin Brundle warnt: Viele Fragezeichen
Dass Adrian Newey erfolgreiche Formel-1-Autos konstruiert, hat der britische Star-Designer oft genug bewiesen. Doch ob der AMR26 auch ein Erfolg ist, lässt sich noch nicht sagen, warnt Martin Brundle.
Das Aston Martin Team war beim Shakedown in Barcelona erst spät auf der Strecke, und das hatte gute Gründe, wie Adrian Newey erklärt hat. Der Teamchef und Star-Konstrukteur betonte, dass die Mannschaft aus Silverstone den AMR26 erst spät im neuen Windkanal testen konnte – entsprechend straff gestaltete sich der Entwicklungsprozess. Das lag nicht nur daran, dass der Windkanal erst im Laufe des letzten Frühjahres einsatzbereit war. Auch Newey selbst nahm seine Arbeit bei den Grünen erst zwei Monate nach dem Jahreswechsel auf.
Man habe kämpfen müssen, um das Auto für den ersten Test auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya bereit zu haben, verriet der Brite, der von einem Rückstand von knapp vier Monaten sprach. Der neue Windkanal des Rennstalls von Mode-Milliardär Lawrence Stroll ist denn auch einer der Gründe, warum die Frage, ob der AMR26 ein Erfolg werden wird, noch nicht beantwortet werden kann, ist sich Martin Brundle sicher.
Der frühere GP-Pilot und langjährige TV-Experte erklärt in seiner «Sky Sports F1»-Analyse: «Adrians Autos sind in ihrer schönen, geschwungenen Aerodynamik meist recht homogen, das sieht man oft bei allen seinen Autos. Es scheinen nicht so viele Teile an seinen Autos zu hängen wie bei einigen anderen Fahrzeugen der Konkurrenz.»
Vor allem die stark unterschnittenen Seitenkästen zogen viele Blicke auf sich und Brundle betont: «Es ist wirklich schwer, diese so zu unterschneiden, und wir haben verschiedene Interpretationen gesehen, was die Seitenkästen oder Frontflügel angeht. Das ist bei so umfassenden Regeländerungen auch nicht überraschen.» Er fragt sich: «Wir müssen davon ausgehen, dass Adrian einige gute Ideen hatte, aber weiss er jetzt schon genug über den digitalen Windkanal von Aston Martin? Wird er eine Korrelation erzielen?» Hat er die richtigen Leute um sich, um seine Brillanz zu interpretieren?»
Auch auf der Seite des neuen Motor-Partners Honda gibt es noch Ungewissheit. «Adrian sagte mir, dass Honda aufholen musste, weil sie erst aus- und dann wieder eingestiegen sind. Es gibt also einige Fragezeichen und wir müssen abwarten und schauen, ob sich der AMR26 bewährt», mahnt der Brite. Im gleichen Atemzug betont er aber auch: «Man weiss aber auch einfach, dass Adrian eine Vision hat, wie man die neuen Regeln optimal nutzen kann.»
Der AMR26 war in Barcelona erst am späteren Donnerstagabend erstmals zu sehen. Lance Stroll drehte vier Installationsrunden, bevor er das Steuer seinem Teamkollegen Fernando Alonso überliess. Dieser schaffte am letzten Testtag dann 61 Umläufe.
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