Honda-Probleme nicht gelöst: Gesichtsverlust vor eigenem Publikum in Japan
Gesichtsverlust ist in Japan eine tief verwurzelte Furcht, und Honda ist drauf und dran, sich beim Heim-GP in Suzuka zu blamieren. Denn die Motorprobleme mit den üblen Vibrationen sind nicht gelöst.
Die feinen japanischen Manieren haben ihre Schattenseiten. Die Beschädigung des eigenen Rufs, der Würde, der Ehre durch öffentliche Fehler oder Peinlichkeiten, das wird zutiefst gefürchtet. Und es hat zu einer für Ausländer gewöhnungsbedürftigen Kommunikations-Kultur geführt.
Um den öffentlichen Schein zu wahren, werden Schwierigkeiten mit Höflichkeiten kaschiert, negiert und gar nicht erst angesprochen. Ich weiss noch, wie ich vor Jahren versuchte, ein Manuskript in die Schweiz faxen zu lassen, das mit viel Nicken und Lächeln entgegengenommen wurde. Es kam leider nie etwas in Zürich an. Wie ich später herausfand, wollte man vor mir verheimlichen, dass das Faxgerät kaputt war und nichts übermitteln konnte. Die Japaner trauten sich aber nicht, dass zugeben zu müssen.
Das Honda-Problem
Die Ausgangslage von Honda im ersten Saisonteil 2026: ganz schwierig. HRC-Geschäftsleiter Ikuo Takeishi musste zugeben: «Während der Tests haben wir ungewöhnliche Vibrationen festgestellt. Ich glaube, dass die Hauptursache für das Problem darin lag, dass diese Vibrationen zu Schäden am Batteriesystem geführt haben.»
«Auf Antriebsstrangseite wird natürlich die Ursache untersucht und an Gegenmassnahmen gearbeitet, während wir gleichzeitig auf einem Prüfstand in Sakura das ganze Auto in der Simulation haben, um die Schwingungen zu analysieren und dagegen vorzugehen.»
«Es ist noch zu früh zu beurteilen, ob das Batterie-Design an sich ein Problem ist. So wie die Dinge stehen, befürchte ich, dass wir auf eine ziemlich knifflige Situation gestossen sind. Wäre die Ursache beispielsweise auf etwas wie das Getriebe oder den Motor zurückzuführen, wäre die Lösung viel einfacher. Ich vermute jedoch, dass mehrere Komponenten zusammenspielen und diese Vibrationen verursachen.»
Beim Grossen Preis von China gab der sonst so eisenharte Fernando Alonso auf. Der 44-jährige Spanier sagt: «Die Vibrationen waren übel, ich konnte ab Runde 20 meine Hände und Füsse kaum noch spüren. Wir lagen da schon eine Runde zurück, wir waren ohnehin Letzter, also sah ich keinen Sinn mehr darin, so weiterzufahren.»
«Im Grand Prix war es schlimmer als am Freitag und am Samstag in Trainings und Sprint, keine Ahnung wieso. Wir haben in Sachen Vibrationen Fortschritte gemacht, aber die haben wir künstlich herbeigeführt, indem wir zum Beispiel die Motordrehzahl gesenkt haben.»
Wo steht nun Honda vor dem Heimmrennen in Suzuka? Chefingenieur Shintaro Orihara: „In China haben wir bei der Batteriezuverlässigkeit dank einer Reduzierung der Vibrationen, die die Systeme beeinflussen, Fortschritte erzielt, aber wir müssen weitere Lösungen finden, um die Ursache der Vibrationen zu ermitteln, die die Fahrer betreffen.»
«Wir haben unsere Anstrengungen auf die Rennpause zwischen China und Japan konzentriert, um unsere Zuverlässigkeit weiter zu verbessern, aber dennoch ist unsere Leistung nicht dort, wo wir sie haben wollen, insbesondere was das Energie-Management betrifft.»
„Wir sind nicht auf dem Niveau, das wir uns für dieses Wochenende erhofft hatten, aber wir werden weiter hart arbeiten, um unser Paket zu maximieren.»
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