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Jolyon Palmer: Deshalb darf Lando Norris hoffen

Formel-1-Star Lando Norris leistete sich im Kanada-Duell gegen seinen McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri einen kostspieligen Fehler. Dennoch gibt es für den Briten Grund zur Hoffnung, wie Jolyon Palmer betont.

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Nach der folgenschweren Fehleinschätzung von Lando Norris im Grand Prix von Kanada, haben einige GP-Beobachter den Briten bereits von der Liste der möglichen Titelkandidaten gestrichen. Nicht so Jolyon Palmer, der in seiner Kolumne auf "Formula1.com" mit Blick auf den Crash zwischen den McLaren-Piloten zum Schluss kommt: "Das war ein weiterer Rückschlag, aber die WM ist noch lange nicht entschieden."

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Norris war in Montreal generell der schnellere der beiden McLaren-Stars, betont der frühere GP-Pilot. Sowohl in den Trainings als auch in den ersten beiden Quali-Segmenten war der WM-Zweite in der Lage, konkurrenzfähige Rundenzeiten in den Asphalt des Circuit Gilles Villeneuve zu brennen. "Doch alles änderte sich, als der Druck grösser wurde."

"Beim Versuch, eine Pole-Runde zu schaffen, vertat er sich bei seiner ersten schnellen Q3-Runde auf neuen Reifen in der Schikane und beim zweiten Umlauf auf frischen Walzen untersteuerte sein Auto ausgangs der siebten Kurve. Dadurch hatte er keine Chance auf eine respektable Ausgangsposition fürs Rennen", erklärt Palmer.

"Mir scheint, dass er sich in den entscheidenden Momenten schwer tut, den Druck auszuhalten", ergänzt der 34-Jährige, und stellt klar: "Auch im Rennen war er der schnellere McLaren-Pilot, er schaffte es, sich von Startplatz 7 in Schlagdistanz zu seinem Teamkollegen zu bringen, der seinerseits von Startplatz 3 eines seiner schwächeren Rennen zeigte." Dabei ging es nicht um viele Punkte, und auch nicht um einen Podestplatz, denn Piastri war Vierter, als Norris sich mit ihm anlegte.

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"Es gab nicht viel Grund, ein grosses Risiko einzugehen", weiss Palmer, der aber auch einräumt: "Es fühlte sich dennoch an, als wäre es wichtig, dass Norris an Oscar vorbeikommt. Das hätte ihm vier Punkte auf seinen Teamkollegen und – was noch viel wichtiger ist – viel Selbstvertrauen gebracht." Doch Piastri ist ein grossartiger Verteidiger in Rad-an-Rad-Duellen, dies hat der Australier schon mehrfach bewiesen.

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Auch in Kanada liess er sich nicht übers Ohr hauen und platzierte sein Auto genau richtig, um die Position zu halten, als Norris in der letzten Schikane angriff. Das anschliessende Manöver, das zum Crash führte, sei Norris’ letzte Chance gewesen, erklärt Palmer. "Für mich wirkte es deshalb wie ein verzweifelter letzter Versuch, als er eine Lücke suchte, wo keine war, und sich damit ein gutes Rennen ruinierte. Von aussen betrachtet sieht es nach einem etwas tollpatschigen Fehler eines Titelkandidaten aus. Aber im Cockpit spielt sich alles sehr schnell ab." Norris habe 66 Rennrunden auf diese Chance gewartet, ist er sich sicher.

Obwohl der Crash alle Chancen von Norris auf frische Punkte zunichte gemacht hatte, besteht für seinen 25-jährigen Landsmann Grund zur Hoffnung, betont Palmer. "Er hat gezeigt, welche Risiken er im Kampf gegen seinen Teamkollegen einzugehen bereit ist und er hat auch bewiesen, dass das Spitzenduell für die restliche Saison hart ausfallen wird. Ein Hoffnungsschimmer für ihn ist das gute Tempo, das er vor dem Crash hatte. Das Rennen in Kanada wirkte wie sein bisher bester Auftritt in diesem Jahr, und das dürfte ihm etwas Selbstvertrauen verschaffen. Es ist nur so, dass er in den Momenten, in denen der Druck gross ist, offenbar zu viele Fehler macht."

Norris habe aber auch schon gezeigt, dass er es kann – etwa beim letztjährigen Saisonfinale in Abu Dhabi, als es um den Konstrukteurspokal ging, oder im Qualifying von Monte Carlo, in dem er sich die Pole gesichert hat. "Er muss nur wieder Schwung holen", ist Palmer überzeugt.

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Kanada-GP, Circuit de Gilles Villeneuve

01. George Russell (GB), Mercedes, 1:31:52,688 h

02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +0,228 sec

03. Kimi Antonelli (I), Mercedes, +1,014

04. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +2,109

05. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +3,442

06. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, +10,713

07. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +10,972

08. Nico Hülkenberg (D), Sauber, +15,364

09. Esteban Ocon (F), Haas, +1 Runde

10. Carlos Sainz (E), Williams, +1

11. Oliver Bearman (GB), Haas, +1

12. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, +1

13. Franco Colapinto (RA), Alpine, +1

14. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, +1

15. Pierre Gasly (F), Alpine, +1

16. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, +1

17. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1

18. Lando Norris (GB), McLaren, + 4 *

* ausgeschieden (Unfall), aber aufgrund der zurückgelegten Distanz gewertet

Out

Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, Aufgabe

Alex Albon (T), Williams, Motorschaden

WM-Stand (nach 10 von 24 Grands Prix und 2 von 6 Sprints)

Fahrer

01. Piastri 198 Punkte

02. Norris 176

03. Verstappen 155

04. Russell 136

05. Leclerc 104

06. Hamilton 79

07. Antonelli 63

08. Albon 42

09. Ocon 22

10. Hadjar 21

11. Hülkenberg 20

12. Stroll 14

13. Sainz 13

14. Gasly 11

15. Tsunoda 10

16. Alonso 8

17. Bearman 6

18. Lawson 4

19. Bortoleto 0

20. Colapinto 0

21. Doohan 0

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Konstrukteurspokal

01. McLaren 374 Punkte

02. Mercedes 199

03. Ferrari 183

04. Red Bull Racing 162

05. Williams 55

06. Haas 28

07. Racing Bulls 28

08. Aston Martin 22

09. Sauber 20

10. Alpine 11

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Pos

Fahrer

Team

Punkte

1

Kimi Antonelli

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

156

2

Lewis Hamilton

Scuderia Ferrari HP

115

3

George Russell

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

106

4

Charles Leclerc

Scuderia Ferrari HP

75

5

Lando Norris

McLaren Formula 1 Team

73

6

Oscar Piastri

McLaren Formula 1 Team

68

7

Max Verstappen

Oracle Red Bull Racing

55

8

Pierre Gasly

BWT Alpine Formula One Team

41

9

Isack Hadjar

Oracle Red Bull Racing

34

10

Liam Lawson

Visa Cash App Racing Bulls Formula One Team

28

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