Heimat der Superbike-WM ab 2028: The Bend läuft Phillip Island den Rang ab
Am 20. Februar berichtete SPEEDWEEK.com exklusiv vom Wechsel der Superbike-WM von Phillip Island nach The Bend. Was die Strecke in Südaustralien, eine Fahrstunde von Adelaide entfernt, zu bieten hat.
Die MotoGP fährt im Herbst 2026 zum letzten Mal auf dem spektakulären Kurs auf Phillip Island, ab nächstem Jahr findet die Action im Zentrum von Adelaide statt. Vorangegangen waren monatelange Verhandlungen zwischen Promoter MotoGP Sports Entertainment Group (ehemals Dorna) und den Regierungen der Bundesstaaten Victoria (Phillip Island) sowie Südaustralien (Adelaide, The Bend).
Dabei wurde so viel Porzellan zerschlagen, dass auch der Vertrag für die Superbike-WM nicht verlängert wird. 2027 gastiert die seriennahe Weltmeisterschaft zum letzten Mal auf Phillip Island, dann erfolgt der Wechsel nach The Bend.
The Bend liegt eine Autostunde südöstlich von Adelaide, die Strecke bietet insgesamt acht verschiedene Layouts. Der «International Circuit» hat eine für die Superbike-WM passende Länge von 4,95 km mit 85 Metern Höhenunterschied. Die Sicherheit ist kein Problem: The Bend hat eine Grade-A-Homologation des Motorrad-Weltverbands FIM – die höchste, die es gibt.
SPEEDWEEK.com traf sich mit Tayla Relph. Die 29-Jährige arbeitet als Pressebetreuerin am Phillip Island Grand Prix Circuit, sie ist aber auch eine hervorragende Motorradfahrerin und nimmt an der Frauen-WM teil. Diese beendete sie in den Vorjahren als Zehnte und Siebte, in Cremona 2024 schaffte sie es als Dritte im zweiten Lauf sogar aufs Podium.
The Bend: Große Anlage, technisch anspruchsvoll
The Bend kennt die Australierin bestens, dort findet ihre gesamte WM-Vorbereitung mit der Yamaha R7 statt. «Die Strecke liegt in der Mitte von Nirgendwo», lachte Tayla. «Noch mehr als Phillip Island. Wenn du dorthin fährst, dann bist du dir lange sicher, dass es sicher keine Rennstrecke gibt. Und dann siehst du plötzlich dieses riesige Gebäude und die gewaltige Infrastruktur drumherum. Die Unterkünfte sind ein Problem, es ist aber nicht anders als in Cremona, wo viele 30 Minuten oder länger fahren müssen. Es ist nicht unmöglich, andere Pisten in Europa haben die gleichen Voraussetzungen. Ich persönlich liebe The Bend, die Strecke macht Spaß und ist technisch sehr anspruchsvoll. Von allen Rennstrecken in Australien ist The Bend einem ordentlichen Circuit in Europa am ähnlichsten. The Bend erinnert mich etwas an Portimao, auch wenn die Strecke nicht ganz so extrem ist. Dort wird viel Rennspektakel geboten, für die Fans gibt es Tribünen. Das ist eine große Strecke mit 18 Kurven.»
Tayla Relph: «Am besten zwei Rennen in Australien»
Phillip Island liegt zwei Autostunden von der Großstadt Melbourne entfernt, von Adelaide aus ist es eine Stunde nach The Bend. «Wann immer eine neue Strecke in den WM-Kalender kommt, sind die Leute skeptisch und es dauert ein paar Jahre», hielt Relph fest. «Ich weiß nicht, wie viele Zuschauer kommen werden, aber ich gehe davon aus, dass es mehr sein werden, weil es etwas Neues ist. Jeder liebt es, nach Phillip Island zu kommen, die Leute kommen auch wegen der Landschaft. The Bend hingegen bietet eine neue und erstaunliche Anlage. Ich fände es cool, wenn beide Rennstrecken genutzt würden. Beides sind aus verschiedenen Gründen Weltklasseanlagen. Die Superbike-WM ist beinahe eine Europameisterschaft, die Teams geben sehr viel Geld aus, um für eine Veranstaltung nach Australien zu fliegen. Warum nicht auf beiden Strecken fahren? Die Zuschauer kommen aus unterschiedlichen Gegenden.»
Zwischen Melbourne und Adelaide liegen gute 700 Kilometer mit dem Auto. Der Vertrag für The Bend wurde für fünf Jahre geschlossen, beginnend 2028.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach