Vibrationen: Fernando Alonso und Lance Stroll riskieren bleibende Schäden
Die Probleme mit den Vibrationen, die Aston Martin quälen, wirken sich nicht nur auf das Material aus. Auch die Fahrer leiden, wie Aston-Martin-Teamchef Adrian Newey in Melbourne offenbart hat.
Dass das Mikrofon bei der Pressekonferenz von Adrian Newey und Koji Watanabe nur unzuverlässig funktionierte und den Aston Martin-Teamchef sowie den HRC-Präsidenten zwang, ihre Sätze immer wieder neu zu beginnen, war nicht nur sinnbildlich für die technischen Probleme des Rennstalls aus Silverstone. Es erschwerte auch die Aufgabe der Sprechenden, die ohnehin schon schwierig genug war.
Denn sie mussten Erklären, warum die Grünen bei den Vorsaison-Testfahrten an allen neun Testtagen zusammengerechnet nur knapp 400 Runden drehen konnten. Grund für die traurige Vorstellung in Barcelona und Bahrain waren ungewöhnliche Vibrationen, die das Batteriesystem beschädigten, wie HRC-Geschäftsführer Ikuo Takeishi hinterher verriet. Seit dem Testende wurde entsprechend hart gearbeitet, um eine Lösung für die Probleme zu finden.
Diese ist nicht nur angesichts des Materials dringend nötig. Auch die Fahrer leiden, wie Newey offenbarte. «Die Vibrationen, die durch das Chassis verstärkt werden, sorgen für einige Zuverlässigkeitsprobleme. So fallen etwa Rückspiegel und Rückleuchten ab, aber noch viel bedeutender ist die Tatsache, dass sich die Vibrationen auf die Finger der Fahrer übertragen,»
Keine Renndistanz möglich
«Fernando hat das Gefühl, dass er nicht mehr als 25 Runden am Stück drehen kann, bevor er bleibende Nervenschäden in seinen Händen riskiert. Lance ist der Meinung, dass nicht mehr als 15 aufeinanderfolgende Runden möglich sind. Deshalb werden wir die Anzahl Rennrunden stark einschränken müssen, bis wir die Ursache und eine Lösung dafür gefunden haben», fügte der Brite an.
Abhilfe könnte eine Massnahme schaffen, die beim Test auf dem Prüfstand vielversprechend aussah. Doch ob sich diese Lösung auch auf der Strecke bewährt, werde man erst am Trainingsfreitag in Melbourne sehen, betonte Newey. Details wollte er nicht offenbaren. Man habe sich auf die Batterie konzentriert, denn diese sei das entscheidende Bauteil.
«Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es das Zusammenspiel zwischen Verbrenner und MGU-Einheit ist, die zu den Vibrationen führt. Das Chassis überträgt diese dann, weil es steif ist und diese kaum dämpft», erklärte der Ingenieur. Es werde ein paar Rennen dauern, bis man das Problem aus der Welt geschafft habe, schätzte der 67-Jährige. Und Watanabe erklärte: «Natürlich wollen wir so schnell wie möglich eine Lösung finden, aber derzeit ist schwer zu sagen, wann und wie diese passieren wird.»
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