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Australien-GP: Ezpeleta nimmt Stellung zum Streitthema «Phillip Island»

Im Rahmen des MotoGP-Auftakts wurde Sportdirektor Carlos Ezpeleta mit Fragen zum höchst umstrittenen Weggang der MotoGP von Phillip Island Ende 2026 konfrontiert. Der Entscheider konterte.

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Im Rahmen des Thailand-GP kam auch die Frage auf, ob die Veranstaltung in Buriram auch beim Start der neuen MotoGP-Ära 2027 wieder die Rolle des Auftakt-GP übernehmen wird. Die Antwort von Carlos Ezpeleta, als sportlicher Direktor für die Durchführung der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft verantwortlich, kam prompt: «Sicher ist, wir fahren in Thailand, doch ob es auch zum Start sein wird, das wissen wir aktuell noch nicht. Es gibt jedenfalls keine vertragliche Vereinbarung im Sinne eines Auftakt-GP. Wir sind aktuell noch in Gesprächen mit Teams und Herstellern, was die Testsaison 2027 betrifft, auch das gilt es bei der Planung des Kalenders zu beachten.»

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Phillip Island: Schöne Strecke, viele Probleme

Damit war der Ball im Spiel für das Thema «Phillip Island». Die Entscheidung der MotoGP, dem legendären Austragungsort Ende 2026 den Rücken zu kehren und dafür auf einen noch zu konzipierenden Straßenkurs in die Metropole Adelaide zu wechseln, hatte für alles andere als Jubel in der GP-Fangemeinde gesorgt. Sicher ist in jedem Fall, dass die Weltmeisterschaft damit einen Garanten für einmalige Rennen verlieren wird.

An der Entscheidung ließ Carlos Ezpeleta dennoch nicht den geringsten Zweifel aufkommen. Zunächst sprach der MotoGP-Spitzenmanager die Gründe gegen weitere Rennen auf der Insel an: «Es ist ja keine Überraschung, die Debatten mit Phillip Island gab es schon einige Jahre. Als MotoGP-Fan weiß ich um das spektakuläre Layout der Strecke, doch es ist kein Geheimnis, dass die Austragung eines Rennens dort immer eine sehr große Herausforderung ist. In Wahrheit haben wir oft Probleme, ein Event durchzuführen. Ganz gleich ob es das Wetter war, die Situation mit den Tieren, die Herausforderung in Sachen Reifenverschleiß – wir hatten regelmäßig außerplanmäßige Treffen mit den Piloten, ob wir überhaupt fahren können. Wir haben vollen Respekt für alle Meinungen und die Auffassung der Fans, aber das ist die Realität.»

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Adelaide: Mitten in eine 10-Millionen-Metropol-Region

Dann wandte er sich den Pro-Argumenten für den neuen Austragungsort Adelaide zu: «Wir haben uns andere Optionen in Australien angeschaut. Auch die Anlage «The Bend» war im Gespräch und wir haben uns damit genau befasst, sind dann aber zu er Auffassung gekommen – so schön die Strecke selbst ist –, dass es nicht das Richtige für die MotoGP und ein großes Publikums-Event ist.»

Ezpeleta weiter: «Wir haben dann Untersuchungen zum historischen F1-Kurs im Zentrum von Adelaide angestellt, zugegeben ein sehr ambitionierter Plan. Wir haben das von Schritt 1 gemeinsam mit der FIM getan, denn klar, die Sicherheit steht auch zukünftig an erster Stelle. Hier gibt es keine Kompromisse. Erst als wir über 30 verschiedene Streckenvarianten simuliert haben, sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass in Adelaide ein MotoGP-Rennen nach modernen Standards möglich ist.»

Der Sohn von CEO Carmelo Ezpeleta zu den erforderlichen Maßnahmen: «Zum einen herrschen einzigartige Platzverhältnisse im Park von Adelaide und es werden alle Möglichkeiten vorhanden sein, um eine sichere und gute Strecke zu bauen. Die größte Aufgabe wird darin bestehen, Kiesbetten statt Asphaltflächen zu errichten. Aber es wird vor Ort die Möglichkeit geben, diese entstehen zu lassen, und wieder zurückzubauen. Dazu kommt – wir bekommen riesige Unterstützung des Promoters HSBC, sie haben sich von Beginn an fantastisch engagiert.»

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Sieht Carlos Ezpeleta die Entscheidung für Adelaide als Beginn einer Revolution und den Start einer grundsätzlichen Abkehr von historisch gewachsenen MotoGP-Strecken? «Nein. Natürlich ist es eine große Herausforderung und wir schaffen damit erstmals eine Ausnahme – anders als in der Formel 1, in der Straßenkurse schon immer Teil des Kalenders war. Aber uns geht es vor allem darum, die MotoGP vielen Menschen zugänglich zu machen. Wir reden hier von einer Region mit zehn Millionen Menschen», so Ezpeleta.

Im gleichen Zusammenhang sprach der Sportdirektor eine weitere Veränderung des MotoGP-Kalenders an. «Aus dem gleichen Grund gehen wir nächstes Jahr wieder nach Argentinien. Hier findet die Rückkehr auf einer permanenten Rennstrecke statt, aber es geht auch um die Metropole Buenos Aires, die zudem eine große Motorsport-Vergangenheit hat.»

Zurück nach Australien. Carlos Ezpeleta schloss sein Plädoyer für den Australien-GP 2027 in Adelaide mit einem Hinweis auf den möglichen Termin ab: «Es ist nicht auszuschließen, dass wir dort Ende November das Saisonfinale austragen. Das Event in Valencia ist gesetzt – aber auch hier haben wir keine vertragliche Bindung, es als Finale auszurichten.»

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