Aus für Bahrain-GP und Saudi Arabien-GP? Rennabsagen in Formel 1 nicht neu
Mit jedem Tag Krieg im Nahen Osten schwindet die Hoffnung, dass die GP von Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) wie geplant stattfinden. Rennabsagen sind in der Königsklasse nicht neu.
Der Autosport-Weltverband FIA und Formula One Management (FOM) beobachten weiterhin genau, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt. Aber eines ist schon jetzt klar: Mit jedem zusätzlichen Tag von Kriegshandlungen wird es unrealistischer, im arabischen Raum im April zwei Formel-1-WM-Läufe durchzuführen.
Die Leitung der Langstrecken-WM hat bereits reagiert – der Saisonauftakt von Katar (für 26.–28. März geplant) wird in die zweite Jahreshälfte verlegt, die Langstreckler beginnen nun von 17.–19. April in Imola.
Dass einzelne Formel-1-Rennen nicht stattfinden können, das ist in der 76-jährigen Geschichte der Königsklasse nicht neu. Dass hingegen gleich der ganze erste Teil einer Saison nicht stattfinden konnte, weil sich die Welt im Würgegriff eines Virus befand, das hatte es noch nie gegeben. Die Formel 1 schaffte 2020 letztlich ein Programm aus immerhin 17 Läufen.
Aber wieso mussten vor Corona Rennen verschoben oder gestrichen werden? Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich, wie unser Blick in den Rückspiegel zeigt.
Erdbeben in Japan
1995 wurde der auf 16. April angesetzte Pazifik-GP (in Aida/Japan) nach einem Erdbeben in den Oktober versetzt.
1985 löste sich der neue Belag auf der Traditionsrennstrecke von Spa-Francorchamps auf. Der auf 2. Juni angesetzte WM-Lauf wurde Mitte September nachgeholt.
Meist sind es finanzielle Sachzwänge, welche zur Absage eines Rennens führen: 2015 etwa suchten die südkoreanischen Organisatoren einen Weg aus dem Vertrag mit dem damaligen Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone. Ihr Rennen war ein einziges Fiasko, und so handelten sie nach dem Motto – lieber ein Ende mit Schrecken (Konventionalstrafe aufgrund des Vertragsbruchs) als ein Schrecken ohne Ende.
Unruhen in Bahrain
Der WM-Lauf von Bahrain 2011 konnte aufgrund von Unruhen im Land nicht stattfinden, das auf 13. März angesetzte Rennen wurde zunächst auf Oktober verschoben und später abgesagt.
1997 wurde der Grosse Preis von Portugal auf 21. September geplant. Aber die Pistenbetreiber weigerten sich aber, ihre Strecke zu modernisieren. Sie erhielten zunächst eine weitere Frist, bis 26. Oktober, dann platzte das Rennen. Stattdessen kam es zu einem Europa-GP in Jerez – und dem dramatischen WM-Finale zwischen Michael Schumacher und Jacques Villeneuve.
Eine Schnapsidee: Streit der Bier-Konzerne
1987 guckten die kanadischen Fans in die Röhre: Das Rennen musste aus einem skurrilen Grund abgesagt werden – die beiden Brauereikonzerne Labatt und Molson stritten sich so lange um das Sponsoring, bis dem Automobilweltverband die Geduld ausging. Die Organisatoren, nicht dumm, nutzten den Rennausfall, um die Boxenanlage von einem Ende des Olympischen Ruderbeckens ans andere zu verlegen.
Der 1979 geplante WM-Lauf in Schweden wurde nach dem Tod der einheimischen Fahrer Ronnie Peterson und Gunnar Nilsson gestrichen: Das Interesse schwedischer Fans und Sponsoren war erloschen.
Der für 1976 geplante Grosse Preis von Argentinien konnte nicht durchgeführt werden, weil es wirtschaftliche Probleme und daher schwere Unruhen im Land gab.
1969 musste der Belgien-GP gestrichen werden, weil die von den Piloten geforderten Umbauten für mehr Sicherheit nicht durchgeführt wurden. Die englischen und italienischen Rennställe machten klar: Dann fahren wir nicht.
1956 und 1957 wurden einige WM-Rennen wegen der Suez-Krise und der gestiegenen Ölpreise abgesagt – Niederlande, Spanien, Belgien).
1955 wurden nach der Tragödie von Le Mans (84 Tote) die Rennen von Reims (Frankreich), Nürburgring (Deutschland), Bremgarten (Schweiz) und Pedralbes (Spanien) alle gestrichen.
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