Juan Pablo Montoya zu Sergio Pérez: Was soll das Gejammer?
Der mexikanische Formel-1-Rückkehrer Sergio Pérez hat sich mit grosser Bitterkeit über seine Zeit bei Red Bull Racing geäussert. GP-Sieger Juan Pablo Montoya bringt dafür wenig Verständnis auf.
Vor kurzem hat der mexikanische GP-Veteran Sergio Pérez in einem Podcast über seine Zeit bei Red Bull Racing gesprochen, und der kommende Cadillac-Fahrer vermittelt den Zuhörern den Eindruck – da sitzen einige Stachel noch sehr tief.
Mit viel Bitterkeit erklärte der sechsfache GP-Sieger aus Mexiko im Podcast Cracks von Oso Travo unter Anderem: «Mir war immer klar, was auf mich zukommt, als ich dort unterschrieben habe. Horner sagte mir bei den Verhandlungen: ‚Wir sind verpflichtet, zwei Autos einzusetzen, aber dieses Projekt ist allein für Max entstanden.’ Ich antwortete: ‘Das spielt keine Rolle, ich werde helfen, den Wagen zu entwickeln, ich werde das Team unterstützen.’»
«2024 entstand dann enormer Druck. Christian hatte ein paar Probleme, und ich diente doch nur als willkommene Ablenkung. Auf einmal redeten alle über meine Leistungen und darüber, wie schwer ich mich tue.»
Der WM-Zweite von 2023 klingt verletzt, als er hinzufügt: «Oft entstand der Eindruck, die mittelmässigen Darbietungen lägen nur an mir. Ich wusste: Das ist nicht wahr. Ich habe nie an mir gezweifelt. Aber ich habe den Wagen kritisiert.»
«Und dann begann auch Max sich über das Auto zu beschweren, und er war der Mann, der mit einem lebhaften Fahrzeugheck am besten zurechtkam. Wenn also Verstappen den Wagen bemängelt, dann muss es schrecklich sein. In Monza sagte Max: ‚So kann ich nicht fahren.’ Und endlich begannen sie auf uns zu hören.»
«Beim folgenden Rennen in Baku hatten ich einen modifizierten Unterboden am Auto, umgebaut gemäss Forderungen von Max. Ich war im Training eine Sekunde schneller als die Anderen. Alles lief super. Ich kämpfte um den Sieg, dann kam die Kollision mit Sainz in der letzten Runde, und ich habe diesen Unterboden nie wieder aus der Nähe gesehen. Letztlich wurde alles zu einem Problem. War ich schneller als Max, war es ein Problem. War ich langsamer als Max, war es ein Problem.»
Auch Juan Pablo Montoya hat sich diesen Podcast angehört. Der gebürtige Kolumbianer, heute mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft, hat in der Königsklasse sieben Grands Prix gewonnen, dazu die IndyCar-Meisterschaft 1999 sowie das Indy 500 in den Jahren 2000 und 2015.
Der inzwischen 50 Jahre alte Montoya wundert sich ein wenig und sagt im Podcast MontoyAS von W Radio Colombia: «Gut, wenn du das alles aus der Sicht eines mexikanischen Fans betrachtest, so kannst du natürlich den Vorwurf in den Raum stellen, Pérez sei bei Red Bull Racing nicht fair behandelt worden.»
«Aber ein Kernsatz für mich ist – er wusste, worauf er sich einlassen würde. Unfair hin oder her, aber Red Bull hat ihm die Weichen gestellt zu fünf GP-Siegen. Wie sehr sollte man nach solchen Erfolgen jammern?»
«Klar kann man einwerfen, das Auto sei oft unfahrbar gewesen, aber es gab letztlich in seiner Zeit bei Red Bull Racing auch sehr viel Positives. Red Bull hat ihm viele Möglichkeiten eröffnet.»
«Als Fahrer musst du das alles abwägen. Will ich bei Red Bull Racing die zweite Geige spielen oder gehe ich zu Alpine? Ein ehrgeiziger Pilot müsste immer zum gleichen Schluss gelangen – lieber die Nummer 2 in einem Team wie McLaren oder Red Bull Racing als die Nummer 1 bei Haas oder Alpine.»
«Es liegt vielleicht in der Natur des Menschen, sich zu beklagen. Aber Fakt für mich bleibt: Red Bull hat sehr viel getan für den Status von Sergio Pérez in der Formel 1.»
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