Mercedes: Neue Strafe kommt, Antonelli in Monza Wasserträger für Russell
George Russell (Mercedes) hat mit Monza eine Rechnung offen: sieben Monza-GP, aber nur einmal in Startreihe 1, nur ein Podestplatz. Der Brite erhält in der Quali Windschatten-Hilfe von Kimi Antonelli.
Mit seinem dritten Platz in Zandvoort hat George Russell wieder den zweiten Platz in der WM übernommen (von Lewis Hamilton), aber der Rückstand auf WM-Leader Kimi Antonelli beträgt inzwischen bereits 59 Punkte.
Der Engländer ist klug genug zu erkennen: Monza 2026 ist jenes Rennen, in welchem er das Manko auf den 20-jährigen Kimi markant verringern muss. Denn Antonelli muss wegen eines Wechsels der Antriebseinheit ans Ende des Feldes rücken, von dort muss der Bologneser eine tolle Aufholjagd zeigen, um den Schaden in Grenzen zu halten.
Russell wiederum muss hier idealerweise gewinnen, den Rennwagen dazu hat er, seine Beute auf der Monza-Bahn ist jedoch überschaubar – nur einmal in Startreihe 1 (2022, als Zweiter), nur einmal auf dem Siegerpodest (ebenfalls 2022, als Dritter). Das ist jetzt nicht berauschend für einen Mercedes-Werksfahrer.
Die Ausgangslage vor den ersten Monza-Trainings: Kimi Antonelli wird sich ganz auf Dauerlauftempo ausrichten – und er wird Russell in der Quali einen Windschatten spendieren, da er, Antonelli, ohnehin von hinten losfahren muss.
George findet: «Das zeigt einfach, dass wir hier als Mannschaftsspieler auftreten. Ich habe mich in Zandvoort in den Dienst des Teams gestellt, und hier wird das Kimi für mich tun. Antonelli wird mir in der Quali helfen.»
«In dieser Phase einer Saison darfst du nicht egoistisch sein, weil dir das im Spätsommer oder Herbst auf den Kopf fallen wird. Aber es wird vielleicht schon der Punkt kommen, an dem jeder für sich gucken muss.»
Russell bestätigt auch, dass ihm blüht, was Kimi Antonelli vor seinem Heimpublikum in Monza verkraften muss: «Was Strafversetzungen angeht, so weiss ich, dass auch auf mich eine Strafe zukommt, wir wissen nur noch nicht, wann wir das machen wollen.»
Monza war für Russell kein Thema, weil Mercedes – nach der Strafe für Kimi – noch ein Eisen im Feuer behalten muss.
Russell blickt auf Zandvoort zurück, weil das auch ein Indikator für den weiteren Saisonverlauf ist: «Ich glaube, McLaren ist in den Niederlanden am Freitag unter den eigenen Möglichkeiten geblieben, während wir im Sprint besser ausgesehen haben als wir es in Wirklichkeit waren.»
«Für mich war McLaren in Ungarn und in den Niederlanden das beste Team, aber das war auf einer ganz anderen Rennbahn als hier. Und Mercedes liegt um ein Evo-Paket zurück. Wenn das kommt, wir haben Malaysia im Visier, dann sollten wir die Vormachtstellung zurückerobern.»
«Wir müssen immer versuchen, das Beste aus den Möglichkeiten machen, und wenn ich sage, dass McLaren in Zandvoort das beste Team war, dann stehen wir mit dem Sprint-Sieg und zwei Podestplätzen nicht so übel da.»
Was für ein Rennen erwartet Russell hier in Italien? George weiter: «Die Energie-reichen Rennstrecken sind nicht Jedermanns Sache, aber diese Grands Prix waren sehr unterhaltsam. Wir haben hier vier Geraden, um Saft zu sammeln und einzusetzen – ich kann mir lebhaft vorstellen, dass die Fans reichlich Action serviert bekommen.»
«Ich sehe uns hier in Monza nicht als Favorit, aber wir haben bestimmt bessere Chancen als auf dem Hungaroring und in Zandvoort. Dort spielte das Chassis eine grössere Rolle als die Antriebseinheit, hier in Italien ist das umgekehrt. Aber die Qualifyings in dieser Saison haben gezeigt, dass die Top-Rennwagen oft nur um wenige Hundertstel getrennt sind. Da ist jeder Ausgang möglich.»
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