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Frankreich: Umweltzonen könnten abgeschafft werden

Mit der Crit’Air-Plakette wollte Frankreich ab 2016 Fahrzeuge mit hohen Emissionswerten aus Innenstädten verbannen. Nun habt überraschend das französische Parlaments deren Abschaffung beschlossen.

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Frankreich galt als Vorreiter bei strengen Emissionsregeln. Die berüchtigten Zones à Faibles Émissions (ZFE) sollten eigentlich bis 2025 in allen Ballungsräumen mit mehr als 150.000 Einwohnern zur Pflicht werden. Doch das französische Parlament hat nun die Notbremse gezogen. Der Grund: Die Luftqualität hat sich schneller verbessert als prognostiziert – und der soziale Druck auf die Autofahrer wurde schlicht zu groß.

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Nach den neuesten Beschlüssen des Pariser Umweltministeriums wird das System radikal vereinfacht. Nur noch Städte, in denen die Grenzwerte für Stickoxide regelmäßig überschritten werden, müssen die strengen Fahrverbote (Stufe „ZFE-Mobilité“) beibehalten. Aktuell trifft das nur noch auf Paris und Lyon zu. In diesen Städten bleiben die Beschränkungen für ältere Fahrzeuge (Crit’Air 3, 4 und 5 und dazu generell Autos älter als Jahrgang 1997 und Motorräder älter als Jahrgang 2000) bestehen. Doch für den Rest des Landes gibt es Entwarnung. 37 der ursprünglich 42 geplanten Zonen werden in sogenannte „Vigilance-Zonen“ (Wachsamkeitszonen) umgewandelt.

Die Abschaffung von Fahrverboten für ältere Fahrzeuge entgegen dem europäischen Trend begründet das französische Parlament mit zwei Argumenten. Erstens hat sich die Luftqualität in fast allen Städten verbessert, Grenzwerte werden mittlerweile dauerhaft eingehalten. Zweitens belastete die Regelung finanzschwache Haushalte, die sich einen Umstieg auf ein neueres Fahrzeug nicht leisten können. Mit seinem Entscheid, so er denn in Kraft tritt, würgt das französische Parlament ein Projekt ab, das die Regierung von Präsident Emmanuel Macron vorantrieb.

Definitiv abgeschafft sind die Umweltzonen mit dem Entscheid beider Parlamentskammern noch nicht. Das Gesetz liegt aktuell beim Verfassungsrat. Französische Umweltverbände haben Klage eingereicht, da sie die Abschaffung für verfassungswidrig halten. Erst wenn der Rat zustimmt, kann das Gesetz vom Präsidenten unterzeichnet werden, was bis Ende 2026 oder noch länger dauern könnte. Wer in nächster Zeit in eine französische Umweltzone einfahren will, benötigt bis auf weiteres eine Crit’Air-Plakette.

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