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Patrick Hobelsberger über seinen inneren Schweinehund (Teil 2)
Zwei Mal tauchte der Bayer nach seinem Wechsel zu Honda bei der IDM Superbike auf. Nicht so erfolgreich wie erhofft. Besser lief es in der Alpe Adria. Oftmals ging es raus aus der Komfortzone.
IDM Superbike
Im Artikel erwähnt

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Schon im ersten Teil des ausführlichen Interviews mit Superbike-Pilot Patrick Hobelsberger berichtete er über seinen Kampf gegen die inneren Dämonen, die auch ein Profisportler irgendwie überwinden muss. SPEEDWEEK.com fragte vor dem offiziellen Start in die neue Saison nochmals genauer beim Honda-Piloten aus Bayern nach. «Wir haben richtig gute Rennen gehabt, auch richtig schlechte. Dazwischen war nichts», beschreibt er sein Jahr 2025. «Wir haben ein paar sehr gute Ergebnisse erzielt, aber auch, speziell am Ende der Saison, ein paar Mal richtig in die Scheisse gegriffen. Wenn man das so sagen kann. Aber es war definitiv in allen Bereichen mein bestes Jahr. Ich bin vorher noch nie auf solch einem Level gefahren.»
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Auch mental machte Hobelsberger nach eigenen Worten einen Sprung in eine andere Dimension und die Frage ist, was er alles für sich mitnehmen konnte. «Ehrlich gesagt, sehr viel Mentales», erzählt er. «Ich war schon immer ein kleines Stehauf-Männchen, wenn man das so sagen kann. Karsten Wolf hat zu mir gesagt, ich hätte Hummeln im Arsch. Das mit den Hummeln hat sich nicht verschlimmert. Aber es ist alles ein wenig extremer geworden. Der Ehrgeiz, die Beisserei beim Training, dass ein Tag also nicht um 20 Uhr zu Ende ist und fertig. Auch die vielen Stunden in der Werkstatt. Angefangen beim Beschriften der Boxenwände, danach noch Sport machen. Oder bei 36 Grad am Pannoniaring sein zum Trainieren. Mitten in der Nacht, bis 3 oder 4 Uhr, im Auto sitzen und heimfahren, weil man von einer Instruktion kommt und am nächsten Tag trotzdem trainieren geht, trotzdem weitermacht und den ganzen Tag in der Werkstatt steht.» «Die Beisserei, der Ehrgeiz und das Durchsetzungsvermögen sind extrem gestiegen», versichert der Honda-Pilot. «Die schwierigen Zeiten im letzten Jahr haben mich besser gemacht. Ich war bestimmt drei oder vier Mal davor, hinzuschmeissen und zu sagen, leckts mi am Arsch, ich hab keinen Bock mehr. Trotzdem habe ich mich durchgebissen und ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Es haben sich einige Dinge verändert. Körperlich und mental natürlich. Es war schon krass, ein spezielles Jahr. Man sagt ja immer, es passiert nichts ohne Grund. Irgendwie wird man schon merken, für was es gut war. Oft habe ich mich gefragt, wofür das jetzt gut sein soll. Unterm Strich hat es dann einen Sinn ergeben. Manche Sachen waren einfach nicht schön und man hat extrem viel Scheisse fressen müssen. Aber es hat mich besser gemacht und das habe ich vorher ja nicht gewusst. Gute Vorbereitung, obwohl ich noch nicht genau weiß, wofür. Es ist so, als wenn man das Auto wäscht und dann schaut man so runter und es hat so einen Perl-Effekt und das Wasser läuft runter, als wäre es wasserfest. So muss man sich das vorstellen.» Honda wurde zum Saisonbeginn zu Kernschrott «Das ist schwer zu sagen», überlegt er bei der Frage nach der härtesten Lektion 2025. «Es gab einige harte Lektionen. Man darf sich einfach nicht unterkriegen lassen. Es ist so viel passiert dieses Jahr. Ich habe mir das alles aufgebaut und im April letzten Jahres ist dann ein ganz blöder Trainingssturz passiert. Kurz vor der Saison war das Motorrad Kernschrott. Es war nicht meine Schuld, einfach ein blöder Sturz. Alles war perfekt vorbereitet für den Saisonstart. Ich bin da erst das zweite Mal mit dem Motorrad gefahren und es hat sich so heftig überschlagen. Da wollte ich alles liegen und stehen lassen, genauso wie es war. Von den Resten konnte man sowieso nicht mehr viel brauchen. Der erste Test war noch ganz gut, der zweite war schon richtig gut. Am Ende des Test dann der dumme Sturz und dann hat man wieder bei null anfangen müssen. Da hat es uns arg zurückgeschmissen. Es war alles perfekt vorbereitet. Die neue Verkleidung, alles war fertig beschriftet und fertig lackiert. Überall waren die Sponsoren drauf. Der neue Helm kam gerade vom Airbrush frisch aus Italien. Nach dem Sturz war alles komplett resettet. Und da weiterzumachen, finanziell war das Jahr eh geisteskrank, das war schon an der Grenze. Nochmal alles zusammenschmeissen, alles herrichten, organisieren. Alle Sponsoren haben mich unterstützt. Jeder hat nochmal alles gegeben. Obwohl man schon vorher für die Saison alles gegeben hatte. Der Scheiss-Trainingssturz, der überhaupt nicht meine Schuld war, hat mich so weit zurückgeworfen, dass alles aussichtslos erschien. Da haben wir gesagt, spätestens jetzt ist es vorbei. Wir wussten anfangs nicht, wie wir es hinkriegen sollen. Alle haben zusammen geholfen. Die Partner haben neue Teile gebaut. Mein Freunde, meine Familie und natürlich meine Freundin haben Gas gegeben. Wir habe jeden Sonntag durchgearbeitet. Mein Vater, mein Mechaniker Felix, meine Freundin Jenny, alle haben Vollgas gegeben. Wir haben komplett durchgearbeitet. Von April bis zum Finale in Hockenheim hatte ich glaub einen freien Sonntag.»
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Schweigsam in Sachen Zukunft Beim IDM-Finale im September 2025 auf dem Hockenheimring kam dann auch ein Patrick Hobelsberger an seine körperlichen Grenzen. Er reiste mit gebrochenen Knochen an und entsprechend zäh verlief das Wochenende. Anschließend musste er noch unters Messer legen. «Das Bruch im Fuß war schon vorher passiert», verrät er jetzt. «Aber ich wollte es durchziehen, das hatte ich mir in den Kopf gesetzt. In dem Fall hatte mein innerer Teufel wohl recht gehabt, dass das keine gute Idee war. Ich hatte mir im Fuß einen Knochen gebrochen. Ich konnte zwar halbwegs normal gehen, aber im Schuh war es beim Motorradfahren einfach katastrophal schlecht. Das hätte man nicht machen sollen. Ich habe mich dann operieren lassen. Nicht am Knöchel, sondern im Fußknochen. Mein Training auf dem Superbike geht erst Ende Januar los. Das haben wir extra ein wenig rausgeschoben. Wir wollten zwar schon vorher immer mal testen gehen, aber da hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt. Wer weiß, wozu das gut war. Es ist noch nicht so, wie es sein soll, aber es wird. Ich kann alles so weit machen. Ich kann vernünftig Motorrad fahren, ich kann sehr gut Rennrad fahren, und ich war extrem viel schwimmen, obwohl ich eigentlich nicht so der Schwimmer-Typ bin. Ich war glaub 20 Mal im Wasser, und Rennrad bin ich auch schon gefahren. Sogar laufen war ich schon ein paar Mal. Laufen ist noch immer ein richtiger Kampf. Da muss man richtig die Zähne zusammenbeissen, aber es geht. Der Fuß ist so bei knappen 95 Prozent.»
Das bleibt noch ein kleines GeheimnisPatrick Hobelsberger
«Es geht los mit Andalusia und dann direkt weiter in Valencia», beschreibt er seinen Trainingsplan. «Alles Veranstaltungen von Bike Promotion. Da kommt auch mein Cheftechniker Felix dazu. Da kann man vernünftig arbeiten. Ich bin zwar schon zweimal auf dem Superbike gesessen, einmal in Jerez und mal kurz in Valencia, um zu schauen, wie es meinem Fuß geht. Das war noch im Dezember. Es waren nur ein paar Runde. In Jerez konnte ich auch ein paar Runden drehen, da ging es schon ganz gut. Da haben wir dann weitere Test geplant. Ende Februar/Anfang März geht es dann auch für uns mit dem IDM-Race-Camp weiter. Dann fahren wir nach Hause, alles wird überarbeitet und das neue Motorrad aufgebaut und dann geht es los.» Und bei einer bestimmten Frage wird auch ein Patrick ‚Plaudertasche‘ Hobelsberger plötzlich stumm wie ein Fisch. Die Frage ist einfach: «Wo sehen wir dich in der kommenden Saison?» Seine Antwort ist ebenfalls denkbar kurz: «Das bleibt noch ein kleines Geheimnis.»
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