Aprilia: Laverty als Espargaró-Ersatz ausgebootet?
Bei Aprilia wäre Testpilot Eugene Laverty als Ersatz für den verletzten Aleix Espargaró für den Sepang-GP Gewehr bei Fuß gestanden. Aber Aprilia lehnte aus unverständlichen Gründen ab.
Aprilia hat den irischen Superbike-WM-Piloten Eugene Laverty (32) für 2017 als MotoGP-Testfahrer verpflichtet, nachdem der Franzose Mike di Meglio im Jahr davor nicht wesentlich zur Entwicklung der RS-GP beitragen konnte. Aber auch der erfahrene Laverty sammelte bislang kaum MotoGP-Test-Kilometer.
An seiner Stelle rollte manchmal der viel zu langsame Superstock-Pilot Matteo Baiocco um die Strecke.
Dennoch: Als Aleix Espargarós Ausfall für Sepang wegen eines gebrochenen linken Mittelhandknochens absehbar wurde, rechneten viele Beobachter mit einem MotoGP-Comeback von Testpilot Eugene Laverty. Doch der Ire trat die Reise nach Malaysia nicht an.
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Aleix Espargaró wollte zuerst selber in Malaysia fahren, aber nach zwei schlaflosen Nächten mit starken Schmerzen warf er das Handtuch. Er liess sich gestern in Barcelona operieren und will in Valencia in zwei Wochen wieder auf der Aprilia sitzen.
Aprilia-Rennleiter Romano Albesiano erklärte in Sepang: "Auf einem guten Niveau in die MotoGP-WM zu kommen, braucht Zeit. Würde Aleix länger ausfallen, wäre Eugene sicher eine Option gewesen. Wir wollten Eugene außerdem vor dem letzten Superbike-Rennen der Saison in Katar nicht noch einen Wechsel der Reifenmarke zumuten."
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Espargaró hatte gepokert und ursprünglich gehofft, eine Operation zu umgehen und in Sepang fahren zu können. Als er Anfang der Woche doch nach Spanien heimreiste, wurde es eng bei der Suche nach Ersatz.
Trotz der Erklärung von Albesiano meldete sich am Donnerstag dann auch Laverty zu Wort und erklärte, dass es andere Gründe gäbe als das vermeintlich zu enge Zeitfenster. "Die Zeit ist nicht der Grund, dass ich nicht in Sepang fahre. Ich hätte es bis Mittwoch nach Sepang geschafft."
All das erzeugt durchaus den Eindruck, Espargaró wollte gar nicht, dass ein Ersatzmann auf die Aprilia springt. Oder konnte man sich finanziell nicht einigen? Dass Aprilia das kleinste aller Budgets bei den sechs Werksteam hat, ist kein Geheimnis.
Und da KTM in der Konstrukteurs-WM nur noch sechs Punkte hinter Aprilia liegt, wäre es sinnvoll gewesen, in Sepang nicht nur mit dem überforderten Sam Lowes (5 Punkte in 16 Rennen) anzutreten.
Fakt ist: Aleix Espargaró ist nicht nur schnell, sondern auch als Schlitzohr bekannt. Im Sommer 2016, als Espargaró bei Suzuki zu Gunsten von Rins raus war, trat er sofort in Gespräche mit Aprilia ein, wo er einen der letzten Top-Plätze witterte.
Als Espargarós Freunde beim Barcelona-GP 2016 zwischen Tür und Angel die Kontaktaufnahme mit Aprilia ausplaudern wollten, pfiff sie Espargaró energisch zurück und verwies auf die Tatsache, dass der Schreiber dieser Zeilen ein guter Bekannter Bradls sei. Dumm nur: Espargaró hatte nicht mit den bruchstückhaften Spanisch-Kenntnissen des Verfassers dieser Zeilen gerechnet.
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