Deutsche MotoGP-TV-Rechte an ProSiebenSat.1 oder SKY?
ServusTV bewirbt sich nicht mehr um die MotoGP-Live-TV-Rechte für das deutsche Sendegebiet, sondern beschränkt sich nach 2023 wieder auf Österreich. ProSiebenSat.1 zeigt Interesse, dazu der Pay-TV-Kanal SKY.
Vor einem Jahr galt die Verlängerung des MotoGP-Live-Rechte Vertrags zwischen ServusTV und der Dorna als Formsache, wie im Mai 2022 auch der damalige Dorna-TV-Chef Manel Arroyo gegenüber SPEEDWEEK.com bestätigte. Doch die Verhandlungen verzögerten sich immer weiter, der Fünf-Jahres-Vertrag läuft Ende 2023 aus.
Schon beim Valencia-GP 2022 sickerte durch, dass sich RTL für die deutschen MotoGP-Rechte interessiert. RTL kaufte aber dann die Rechte für die National Football League (NFL), die sich bisher im Besitz der ProSiebenSat1.Gruppe befanden.
Beim MotoGP-Saisonauftakt in Portimão wunderte sich die ServusTV-Mannschaft, warum die Verhandlungen mit der Dorna für die Jahre nach 2023 immer noch nicht abgeschlossen waren.
Aber nach dem Argentinien-GP war aus den Verhandlungsteam und Sportredaktionen deutscher Premium-TV-Sender von ZDF bis ProSiebenSat.1 zu hören, ServusTV habe sich aus dem Bieterstreit für die MotoGP-Rechte im deutschen Sendegebiet Free-TV für die Jahre nach 2023 zurückgezogen. Das würde auch die Rechte für die Superbike-WM betreffen.
Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat nach Informationen von SPEEDWEEK.com Interesse signalisiert, obwohl heute im Startfeld ein deutsches Zugpferd vom Kaliber Bradl, Cortese oder Folger fehlt. Der Pay-TV-Sender Sky, der auch die Rechte für Italien besitzt und die höchsten Einschaltquoten aller Dorna-TV-Partner weltweit erreicht, soll für Deutschland bereits ein Angebot angegeben haben.
Fakt ist: Die meisten TV-Sender fokussieren sich inzwischen auf Live-Events, weil es die einzige Möglichkeit ist, beim Kampf um Marktanteile noch einigermaßen erfolgreich gegen neue Konkurrenten wie YouTube, Netflix und alle möglichen Streaming-Dienste zu bestehen.
Die ProSiebenSat.1-Gruppe besitzt seit 2018 die DTM-Live-TV-Rechte in Deutschland. 2022 wurde die Sportwagen-Rennserie erstmals auf ProSieben gezeigt. Das wird auch 2023 der Fall sein. Die deutschen Live-TV-Rechte für die Formel E sind innerhalb der Sendergruppe ebenfalls zu ProSiebenSat.1 gewandert.
Die Dorna-TV-Rechte-Manager riefen für die MotoGP-Saison 2011 in Deutschland, als Stefan Bradl Moto2-Weltmeister wurde, noch 3,5 Millionen US-Dollar pro Jahr für die TV-Rechte auf. Heute liegen die Beträge für die deutschen Live-Rechte bei 8 bis 10 Millionen Euro im Jahr.
Bei ServusTV wird der kolportierte Ausstieg aus den Live-MotoGP-Rechten in Deutschland vorläufig weder bestätigt noch dementiert. Man stecke noch in den Verhandlungen, wird versichert.
Die Ansprechpartner der deutschen TV-Sender vermuten, ServusTV werde sich bei den MotoGP-Übertragungen nach 2023 wieder auf das österreichische Sendegebiet beschränken wie in den drei Jahren 2016 bis 2018.
Manel Arroyo ist nach dem Jahreswechsel nach fast 30 Jahren bei der Dorna Sports S.L. als TV-Direktor zurückgetreten. Nach Informationen von SPEEDWEEK.com soll beim Texas-GP (14. bis 16. April) der Kanadier Daniel Freiman als neuer Dorna-TV-Chef präsentiert werden. Er war bisher in Kanada als Director für Marketing & Fan Engagement in der National Basketball Association verantwortlich. Er soll dann auch die neuen MotoGP-TV-Verträge für Deutschland und Österreich unter Dach und Fach bringen.
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