David Coulthard: «Fahrer 2026? Wo ist der Hunger? Die Wut? Der Kampfgeist?»
Zwischen den Formel-1-Piloten vor dreissig Jahren und den aktuellen Fahrern gibt es Riesenunterschiede. Dieser Ansicht ist der Schotte David Coulthard. Er vermisst bei den heutigen Assen den Biss.
David Coulthard hat von Barcelona 1994 bis Interlagos 2008 insgesamt 246 Formel-1-Läufe bestritten, 13 davon hat er gewonnen. 2001 beendete er die Weltmeisterschaft auf dem zweiten Schlussrang, nur Michael Schumacher war besser.
Im Podcast Up to Speed hat der frühere Pilot von Williams und Red Bull Racing die Fahrer aus zwei Epochen verglichen: jene, die Mitte der 90er Jahre an den Start gegangen sind, und die heutigen.
Das Urteil des Schotten: «In meiner Generation sind wir bei allen Wetterbedingungen gefahren. Man hat bisweilen nichts gesehen, aber man ist weitergefahren, bis man irgendwo dagegengeknallt ist. Heute hat sich die Welt so weiterentwickelt, dass Rennen nicht starten, weil es zu nass ist.»
«Ich habe eine sehr gefährliche Ära durchlebt. Ich habe eine Zeit erlebt, in der sich meine Chance ergab, weil der grösste Fahrer dieser Generation ums Leben kam, Ayrton Senna. Wir mussten ein echtes Gefühl dafür entwickeln, Unfälle zu vermeiden. Und wir wussten es zu schätzen, in einer Position zu sein, um zu gewinnen.»
«Heute fühlt sich das alles anders an. Ich weiss, mit dieser Ansicht betrete ich schwieriges Terrain. Aber für mich fühlt sich das ein wenig so an, als glaubte jeder Spitzenfahrer, seine Zeit werde schon kommen, um eine Weltmeisterschaft zu gewinnen. Doch die Wahrheit ist: Es gibt keine Garantie, dass deine Zeit kommt.»
Coulthard: «Schuld sind auch die sozialen Medien»
«Dies ist immer noch ein gefährlicher Sport. Er wird immer noch von der Technik bestimmt, aber ich denke, wir haben bestimmte Elemente des Hungers, der Wut im Bauch und des Kampfgeisteses verloren.»
«Die Fahrer scheinen alle prima miteinander auszukommen, sie reisen alle zusammen und vergleichen ihre Autos: ‘Schau dir meinen Ferrari an, schau dir meinen Lamborghini an.’»
«Ein Teil davon könnte auch daran liegen, dass es durch sozialen Medien unmöglich geworden ist, ihr Leben öffentlich zu leben, ohne dass jemand gleich mit einer Handykamera zur Stelle ist.»
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