Fernandez (3.) zu Marquez-Strafe: So ist die MotoGP auf einem falschen Weg!
Nach einem verhaltenen ersten Tag legte Trackhouse-Pilot Raul Fernandez am Sprint-Samstag entscheidend nach. Als die Flagge kam, hatte Fernandez Aprilia den ersten Podestplatz in Buriram geschenkt.
Der Auftritt von Raul Fernandez kann durchaus als kurios bezeichnet werden. Nach dem Zeittraining am Freitag war der Spanier der Trackhouse-Mannschaft nicht im Gespräch. Als 13. war Fernandez nicht nur klar langsamster Pilot der RS-GP, die Nummer 25 musste sich sogar fürs Q1 anstellen.
Am Samstag drehten sich dann alle Vorzeichen zugunsten von Raul Fernandez. Im FP2 stellte sich das erwünschte Gefühl für das Motorrad ein und im Q1 ging die Bestzeit klar an Trackhouse. Fernandez, der sich 2025 mit einem starken Saisonfinale viel Respekt verschafft hatte, war so schnell, dass er sich wenig später neben Marco Bezzecchi und Marc Marquez in Startreihe 1 wiederfand.
Aprilia: Erstmals auf dem MotoGP-Podium in Thailand
Und auch im Sprint über 13 Runden ging dem Bruder von Moto3-Pilot Adrian nicht die Luft aus. Nach mittelmäßigem Start erlegte er Jorge Martin und nach dem Ausfall von Bezzecchi war Fernandez mehr als nur aus dem Schatten herausgetreten. Platz bedeutete nichts anderes als die erste MotoGP seines Herstellers überhaupt. Mit den Markenkollegen Ogura und Martin im Schlepptau hatte Aprilia trotz des Ausfalls der vermeintlichen Trumpfkarte Marco Bezzecchi das beste Marken-Gesamtergebnis sichergestellt.
Nach dem Sprint zeigte sich Fernandez gleichermaßen erschöpft, aufgeregt und doch nicht uneingeschränkt zufrieden. «Ich bin sehr froh – zum Glück konnten wir am Morgen das Motorrad so hinstellen, dass ich ein ähnlich gutes Gefühl wie beim Test hatte. Kein Vergleich zum Vertrag – so war ich sogar in der Lage, Jorge (Martin) zu kontrollieren.»
Dass es noch weiter nach vorne ging, schloss der Spanier allerdings aus: »Der Unterschied war nicht riesig, aber ich denke, Marc und Pedro hatten einen etwas besseren Speed. Platz 3 war das Maximum und es ist perfekt, so loszulegen, für mich und Aprilia. Es ist das erste Mal, dass ich eine MotoGP-Saison mit einem Podest eröffnen kann. Das zeigt, dass wir dazugelernt haben!»
Enge Überholmanöver – das Salz der Motorsportsuppe
Und doch machte Fernandez noch Schwachstellen an sich aus: «Perfekt war die Fahrt nicht. Ich habe immer noch Probleme, ganz exakt zu bremsen, und meine Fahrt in die Kurven ist oft nicht wirklich kontrolliert.»
Im Gegensatz zu Marco Bezzecchi, der sich einen Kommentar zu dem per Strafe entschiedenen Sprint-Sieg von Pedro Acosta verkniff, nahm Fernandez kein Blatt vor den Mund: «Ehrlich – ich denke, das war keine gute Entscheidung. In meinen Augen ist das der falsche Weg. Ich denke, solche Duelle sind doch genau das, was den Motorsport ausmacht Und wenn man, wie angedacht, die MotoGP zu einer noch größeren Show machen will, dann ist das der falsche Weg!»
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