Jonas Folger exklusiv: «Bin froh, dass ich MotoGP-Chance noch mal kriege»
Drei Jahre nach seinem letzten MotoGP-Rennen tritt Jonas Folger mit KTM wieder in der Königsklasse an. Nach zwei Testtagen in Mugello weiß der 32-Jährige, dass er eine Monsteraufgabe vor sich hat.
«Die Anfrage von KTM kam sehr überraschend», sagte Jonas Folger zu seinem Comeback in der MotoGP-WM am kommenden Wochenende in Le Mans. «Alles ist sehr kurzfristig und ich habe auch kurz überlegt, aber im Endeffekt bin ich froh, dass ich die Chance noch mal kriege. Für Maverick Vinales tut es mir natürlich leid, ich hoffe, dass er eine schnelle Genesung hat und bald wieder auf seinem Bike fahren kann. Aber ich freue mich auf das kommende Wochenende.»
Vinales fällt nach seiner langwierigen Schulterverletzung, ursprünglich beim Deutschland-GP im Juli 2025 erlitten, noch mindestens für Le Mans aus. Testfahrer Pol Espargaro hat sich beim Training am Handgelenk verletzt und der sehr routinierte Dani Pedrosa wollte nicht einspringen.
Damit war Folger im Spiel, der alle seiner bislang 19 MotoGP-Rennen mit dem Tech3-Team bestritt. 2017 beeindruckte er bei seinem Heimrennen auf dem Sachsenring mit dem zweiten Platz hinter Marc Marquez. Zuletzt sprang der 32-Jährige 2023 für sechs Rennwochenenden als Ersatz für Pol Espargaro ein, damals auf einer KTM RC16 im GASGAS-Design. Seinen vorläufig letzten MotoGP-Einsatz hatte Jonas am 25. Juni 2023 in Assen, vor fast drei Jahren. Damals kam er zwar als Letzter ins Ziel, ein Platz hinter Stefan Bradl (LCR Honda), bekam als 14. aber zwei WM-Punkte.
Jonas Folger: «Nicht mehr auf dem Level wie als Aktiver»
«Eigentlich habe ich bei KTM ja ganz andere Aufgaben», erzählte der Bayer im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Ich habe auch nicht gerade wenig zu tun und zuhause auch noch ein kleines Geschäft. Von dem her kann ich keinen so einen Trainingsaufwand mehr betreiben, wie damals als Aktiver. Es ist klar, dass ich körperlich nicht auf dem Level bin wie einer, der mitten in der Saison die GP bestreitet. Ich sehe aber kein Problem. Ich fahre ja nicht die ganze Saison, sondern jetzt mal dieses Wochenende. Le Mans ist vom körperlichen Einsatz nicht so arg und ich sitze ja nicht das erste Mal drauf. Daran soll es nicht scheitern.»
Sonst wäre das Wochenende zehnmal so schwer geworden.jonas folger nach seinem motogp-test
Folger testete am Montag und Dienstag (4./5. Mai) in Mugello, um sich auf den Frankreich-GP vorzubereiten. «Es hat sich gut angefühlt», lachte der fünffache GP-Sieger. «Ich hatte zwei Tage Zeit für die Ergonomie und Haptik, und auch, um mich wieder auf die Geschwindigkeit einzustellen. Es war gut, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe, das machte extrem viel Sinn, sonst wäre das Wochenende zehnmal so schwer geworden, wie es eh schon ist.»
Jonas Folger macht sich keine Illusionen
Die Resultate anderer Testfahrer wie Lorenzo Savadori (Aprilia) oder Augusto Fernandez (Yamaha) zeigen, wie hoch die Latte in der MotoGP heute liegt. Folger macht sich deshalb keine Illusionen über sein Abschneiden. «Wunder kann man nicht erwarten, die Zeiten sind vorbei, als du mit 2 sec Rückstand pro Runde bei den letzten drei mitfahren konntest. Wenn aktuell im Hinterfeld Toprak Razgatlioglu fährt, dann sagt das alles. In erste Linie geht es darum,
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach