Toprak Razgatlioglu Vorletzter: Frühere Stärken sind jetzt ein Nachteil
Der dreifache Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu hat erkannt: Mit seinem bisherigen Fahrstil kommt er in der MotoGP nicht weit. Was er nach Platz 21 am Freitag in Buriram zu erzählen hatte.
Im Test am vorigen Wochenende drehte Toprak Razgatlioglu seine schnellste Runde auf dem Buriram International Circuit in 1:30,772 min. Diese Zeit verfehlte er im FP1 am Freitagvormittag um gut 3/10 sec, steigerte sich im Zeittraining aber auf 1:30,365 min. Da Marco Bezzecchi (Aprilia) mit 1:28,526 den Rekord von Pecco Bagnaia aus dem Jahr 2024 um 0,274 sec verbesserte, bekam Toprak dennoch 1,839 sec Rückstand aufgebrummt. Zum besten Yamaha-Fahrer, Fabio Quartararo auf Position 16, fehlt dem Türken eine knappe halbe Sekunde. Damit ist er langsamster der Stammfahrer, nur Aldeguer-Ersatz Michele Pirro landete im 22-Mann-Feld hinter ihm.
Dem dreifachen Superbike-Weltmeister sind inzwischen zwei Dinge klar: Er braucht länger als gedacht, um seinen Fahrstil an die MotoGP-Maschine und die Michelin-Reifen anzupassen. Und die neue Yamaha M1 mit V4-Motor ist nicht konkurrenzfähig. In Summe führt das dazu, dass er in Ergebnisbereichen dümpelt, in denen er in seiner ganzen Karriere nie war.
«Auf die Konkurrenz schaue ich gar nicht mehr, nur noch auf die anderen Yamaha-Fahrer», hielt Razgatlioglu fest. «Wir liegen weit hinter dem Rest. Ich versuche meinen Fahrstil zu verbessern und schaue mir dazu die Daten meiner Markenkollegen an. Im ersten Sektor konnte ich mich verbessern, im zweiten ist mir ein großer Schritt gelungen. Anschließend verliere ich nur noch ein bisschen. Das einzig Positive war mein letzter Run, in dem mir meine beste Runde gelang. Aber es braucht viel mehr.»
Elektronik ist nicht so, wie sie Toprak gerne hätte
Der Yamaha-Pilot aus dem Team Prima Pramac weiter: «An der Elektronik haben wir ein paar Sachen geändert, jetzt fühle ich mich etwas besser. Aber auch da brauche ich mehr. Für die Rennen habe ich keine starke Pace – mir ist klar, dass es sehr schwierig wird. Mit den Elektronikeinstellungen müssen wir uns in einem kleinen Fenster bewegen, nur dann funktioniert der Hinterreifen. Fahre oder bremse ich aggressiv, blockiert ständig das Hinterrad und ich kann kaum die Linie halten. Das macht es mir besonders schwer. Ich hätte gerne die Motorbremse geändert, wir finden aber noch nicht die richtige Balance. Mein Fahrstil war immer aggressiv, ich griff immer sehr hart in die Bremse. Jetzt bin ich dabei das zu ändern und versuche sanfter zu fahren. Aber das ist sehr schwierig, der Stil lässt sich nicht sofort ändern. Ich versuche es, aber es dauert.»
Alle erklären mir, was ich zu tun habe.toprak razgatlioglu
«Alle erklären mir, was ich zu tun habe, vor allen Dovizioso», meinte Toprak abschließend. «Er sagt, wie ich bremsen muss. Okay, ich verstehe das. Wenn ich allein fahre, bekomme ich das relativ leicht hin. Aber sobald ich einem anderen folge, fahre ich automatisch aggressiver. Und dann funktioniert das Motorrad nicht mehr. Bezüglich Sitzposition und Lenkerhöhe habe ich inzwischen alles probiert und bin jetzt wieder dort, wo ich am Anfang war.»
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