George Russell hat ein Problem, der Formel-1-Rennstall von Mercedes hat ein Luxus-Problem: Der 19-jährige Kimi Antonelli nimmt dem erfahrenen George Russell die Butter vom Brot.
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Marc Márquez stand heute in Indonesien natürlich im Mittelpunkt des Interesses, als sich die üblichen MotoGP-Protagonisten den Journalistenfragen stellten. Nicht jeden Tag gibt ein sechsfacher MotoGP-Weltmeister nach elf Jahren einen Markenwechsel bekannt. Und nicht jeden Tag wechselt ein gut bezahlter Werksfahrer in ein Privatteam, praktisch zum Nulltarif.
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Barry Sheene hat nach seinen zwei Weltmeistertitel mit dem Suzuki-Werksteam nach der Saison 1979 und seinem dritten WM-Rang das Factory Team freiwillig verlassen und sein privates Yamaha-500-Team mit Sponsor Akai gegründet. Er musste sich im folgenden Jahr mit dem 15. WM-Rang begnügen, weil der Production Racer nicht konkurrenzfähig war. Aber Sheenes Kalkül ging trotzdem auf: Er wurde von Yamaha 1981 neben Kenny Roberts ins Werksteam befördert – und trumpfte in der Halbliterklasse wieder als WM-Vierter auf.
Marc Márquez hat in diesem Jahr in Portimão beim Saisonauftakt 2023 die Pole-Position erobert und dazu Platz 3 im Sprint. Doch am Tag danach setzte sich der Leidensweg für Marc Márquez fort, denn diese Performance konnte nur mit einem gewaltigen Risiko erkauft werden – und vor allem mit extrem waghalsigen Spätbremsmanövern. Deshalb räumte er Oliveira am Sonntag gleich in der Anfangsphase ab, Jorge Martin musste ausweichen und fiel durch einen erzwungenen Umweg zurück.
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Trotzdem zeichnete sich damals kein Markenwechsel von Marc Márquez ab – schon gar nicht zum Kundenteam Gresini.
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Doch nach den Desasters in Sachsen (fünf Stürze) und Assen (er nahm auch dort am Sonntag am Rennen nicht teil) reifte beim Honda-Star in der Sommerpause der Plan, den für 2024 gültigen Honda-Vertrag aufzulösen.
"Es stimmt, ich war im ersten Teil der Saison konkurrenzfähig", räumt Marc ein. "Aber das war mit sehr, sehr viel Risiko verbunden. Deshalb habe ich die zweite Saisonhälfte mit einer anderen Einstellung begonnen. Ich gehe auch seit Silverstone Anfang August Risiken ein, aber nicht mehr so starke wie zum Saisonbeginn. Ich war vor der Sommerpause verletzt, ich habe mir oft wehgetan. Wenn du so viele Verletzungen hast, hast du keinen klaren Kopf. In solch schwierigen Situationen kannst du keine wichtigen Entscheidungen treffen. In solchen Phasen musst du Geduld haben; das habe ich in der Vergangenheit gelernt." Márquez weiter: "Nach der Sommerpause habe ich einige nette Gespräche mit Honda geführt. Aber jedes Rennen war besonders mühsam, denn an jedem GP-Wochenende hat sich meine Mentalität geändert. Es kamen viele Zweifel auf. Gleichzeitig hatte ich zu diesem Zeitpunkt Kontakt mit Gresini. Ich habe ihnen aber mitgeteilt: ‘Ich werde zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Vertrag unterzeichnen. Aber wenn ihr auf meine Entscheidung warten wollt, dann wartet auf mich.’ Ich habe ihnen jedoch nichts versprochen."
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"Denn meine endgültige Entscheidung habe ich am vorletzten Dienstag getroffen, zwei Tage nach dem Japan-GP", setzte Marc fort. "Ja, wie gesagt, ich musste meine Komfortzone verlassen. Der einfachste Weg wäre gewesen, bei Honda zu bleiben. Mein Team ist dort, ich habe das Bike und die Situation dort unter Kontrolle. Dazu bekomme ich ein dickes Salär. Das wäre die einfache Lösung gewesen. Aber ich wusste: Wenn ich mich um mein Wohlbefinden und meine Karriere kümmern muss, muss ich eine neue Herausforderung suchen. Der beste Platz für meine Zukunft ist das Gresini-Team, glaube ich. Deshalb habe ich diese Wahl getroffen. Es geht dort familiär zu, sie haben das beste Motorrad im Feld, außerdem ist mein Bruder dort. Es wird zwar eine große Herausforderung für mich und das Gresini-Team. Aber sie haben in der Vergangenheit mit Enea Bastianini große Erfolge erzielt, dazu in diesem Jahr mit meinem Bruder Alex gut abgeschnitten. Deshalb habe ich diese Entscheidung getroffen. Wichtig wird sein, dass ich die Freude am Rennfahren wieder finde." Marc Márquez macht kein Geheimnis daraus, dass er auch über ein "Sabbatical" nachdachte, also über ein Jahr Rennpause. Denn er sprach immer von einem Plan A, Plan B und Plan C. "Ja, ein Jahr Pause zu machen, war eine der Möglichkeiten", sagt der Honda-Werkspilot. "Für mich war klar: Rennfahren ohne Freude kommt für mich nicht mehr in Frage. Das ist zwecklos. Das habe ich in den letzten vier Jahren oft genug getan. Ich will in der Gegenwart kämpfen und konkurrenzfähig sein. Es spielte keine Rolle, ob du einen Weltmeistertitel hast oder acht. Du musst in der Gegenwart schnell sein, nicht in der Vergangenheit. Und das war mein Ziel. Es gab unterschiedliche Optionen für 2024. Mehr möchte und werde ich dazu nicht sagen, aus Respekt vor all diesen Teams. Das Team, das geduldig auf ich gewartet hat, war Gresini Racing. Sie haben diesen Poker akzeptiert, obwohl ich ihnen nichts versprochen habe." Übrigens: Marc und Alex Márquez traten schon 2020 in der MotoGP-WM bei Repsol-Honda als Teamkollegen an. Doch damals bekam Pol Espargaró bereits vor dem Saisonstart eine Zwei-Jahres-Vertrag für 2021 und 2022... Alex wurde von HRC zum LCR-Honda-Team abgeschoben – und trennte sich Ende 2022 von den Japanern.
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"Ich habe am Dienstag nach dem Motegi-GP bei Gresini zugesagt, dann habe ich mit Honda in Japan telefoniert", berichtete Marc. "Die Trennung war auch für HRC die beste Lösung für dieses Projekt. Denn sie brauchen jetzt Zeit und müssen das ganze Budget in das Motorrad investieren. Ein Motorradwerk und eine Marke haben Zeit. Aber wir Fahrer haben nicht so viel Zeit. Ich wollte nicht noch eine weitere Saison verlieren." MotoGP-Ergebnisse GP-Rennen, Motegi (1.10.): 1. Martin, Ducati, 12 Rdn in 24:06,314 min 2. Bagnaia, Ducati, + 1,413 sec 3. Marc Márquez, Honda, + 2,013 4. Bezzecchi, Ducati, + 2,943 5. Aleix Espargaró, Aprilia, + 3,181 6. Miller, KTM, + 6,837 7. Augusto Fernández, KTM, + 7,587 8. Di Giannantonio, Ducati, + 8,602 9. Raúl Fernández, Aprilia, + 11,229 10. Quartararo, Yamaha, + 12,244 11. Nakagami, Honda, + 14,714 12. Mir, Honda, + 14,924 13. Crutchlow, Yamaha, + 16,057 14. Bradl, Honda, + 17,253 15. Pol Espargaró, KTM, + 24,921 16. Pirro, Ducati, + 33,962 17. Morbidelli, Yamaha, + 1:14,934 min 18. Oliveira, Aprilia, 1 Runde zurück 19. Viñales, Aprilia, 1 Runde zurück – Zarco, Ducati, nach Sturz nicht klassifiziert – Binder, KTM, 7 Runden zurück MotoGP-Ergebnisse Sprint, Motegi (30.9.):
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