Pecco Bagnaia (Ducati) kritisiert: Keine Chancengleichheit bei Neustarts
Drei MotoGP-Siege feierte Pecco Bagnaia in Mugello, doch vor Euphorie strotzt der Italiener vor dem GP in der Heimat nicht. Er ist vom Verhalten einiger Fahrerkollegen in Sicherheitsfragen enttäuscht.
Zwischen 2022 und 2024 gewann Francesco Bagnaia die Rennen in Mugello. Allerdings dämpfte «Pecco» auf der Pressekonferenz vor dem Italien-GP die Erwartungen auf einen möglichen Sieg mit der Ducati GP26. «Wir müssen realistisch sein. Es ist offensichtlich, dass Di Giannantonio mit unserem Paket einen Schritt voraus ist. Aprilia ist sehr stark, KTM hier normalerweise auch.»
Den mühsamen Entwicklungsprozess beschrieb er offen: «Ich adaptiere mich nicht gut an das Bike der letzten zwei Saisons und habe Mühe, wettbewerbsfähig zu sein. Wir arbeiten daran und suchen Lösungen, aber es ist ein langer Prozess – und eine Kombination vieler Aspekte.» Seit Barcelona, wo er im Rennen sein erstes Podium seit seinem Sieg in Motegi 2025 holte – begünstigt durch eine Strafe gegen Joan Mir – sehe er eine Verbesserung: «Ich fühle mich nun besser auf dem Bike, nur die Resultate kommen noch nicht.»
Erste Erinnerung an Mugello und die Rückkehr von Marc Marquez
Auf seine Kindheitserinnerungen an Mugello angesprochen, nannte Bagnaia zwei prägende Momente. So erinnerte er sich an den Rossi-Sieg 2004, als ein Regenschauer das Rennen unterbrach und «Vale» das Rennen beim Neustart gewann. Ebenso unvergessen: der Kampf zwischen Marco Simoncelli und Mattia Pasini 2009. «Sic und Pasini kämpften unter schwierigen Bedingungen – so aggressiv, wie man es sonst nur aus dem Training kennt. Das war wunderschön anzusehen.»
Zur Rückkehr seines Teamkollegen Marc Marquez nach seiner Verletzungspause äußerte er sich positiv. «Wenn er zurück ist, dann weil er spürt, dass er kämpfen kann. Ich habe heute morgen mit ihm gesprochen. Er macht sich keine Sorgen um den Fuß, nur um die Schulter.»
Sicherheit: Chancengleichheit und Holeshot-Device
Beim Thema Sicherheit meldete sich Bagnaia mit konkreten Forderungen zu Wort - mehr Fahrer sollten die Safety Commission besuchen: «Es ist nur eine halbe Stunde, aber der eine sagt, er habe Physio, der andere arbeite in der Box.» Nach Barcelona hatte er sich mit Luca Marini, Franco Morbidelli und Valentino Rossi über die Ereignisse ausgetauscht. Einen dritten Neustart grundsätzlich zu verbieten, lehnte er ab. Wichtiger sei Chancengleichheit: In Barcelona musste er nach seinem Sturz mit einem Vorderreifen aus dem Qualifying und einem abgenutzten Hinterreifen vom Freitag fahren. «Das war keine ideale Situation. Wir müssen alle unter gleichen Bedingungen antreten können.»
Dem Holeshot-Device wies er die Schuld an den mitunter folgenschweren Zwischenfällen in der Startkurve nicht zu: «Das Problem ist nicht die Technologie. Ohne sie hätten wir auf den Geraden mehr Wheelies. Die Ursache ist das Startprozedere: Man weiß, dass man in der ersten Kurve Positionen gut machen muss, weil Überholen danach schwierig ist. Der Druck in der Startkurve ist immer da.»
Druck verspürt Pecco Bagnaia auch in der WM-Tabelle. Vor seinem zweiten Heim-GP rangiert der Ducati-Doppelweltmeister auf Rang 8. In Mugello könnte er aber einige Positionen gutmachen. Ai Ogura, Fünfter der Weltmeisterschaft, sammelte mit der Trackhouse-Aprilia 14 Punkte mehr.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach