Tech3-KTM 2027 nicht mehr in Orange? Laut Steiner ist «alles vorstellbar»
Mitte Mai haben sich das Team Tech3 um Günther Steiner und Hersteller KTM auf eine Zusammenarbeit in der MotoGP über die Saison 2026 hinaus geeinigt. Doch für die Zukunft wird sich einiges ändern.
Tech3 führt die Zusammenarbeit mit KTM fort: So lautete die Botschaft bei der Pressekonferenz im Rahmen des Großen Preises von Katalonien Mitte Mai. Nach der
Der neue Tech3-Eigentümer Günther Steiner unternimmt alles, um den Traditionsrennstall von Gründer Hervé Poncharal für die Zukunft wirtschaftlich und technisch bestmöglich aufzustellen. 2024 hatte Tech3 zum ersten Mal seit 2020 wieder Energy-Drink-Gigant Red Bull als Sponsor, damals waren die KTM RC16 im Rot und Weiß von GASGAS lackiert. 2025 und 2026 sehen wir die Motorräder des KTM-Werksteams sowie der Tech3-Satelliten-Truppe in beinahe identischem Design in Orange sowie mit Red Bull als Titelsponsor und groß auf der Verkleidung.
Die zwei wichtigsten Verträge waren da
Steiner hat Tech3 zusammen mit weiteren Investoren übernommen, das wird ab 2027 auch in der Optik ersichtlich. «Wir haben ein Team mit bestehenden Verträgen übernommen, die muss man einhalten», betonte der Südtiroler im persönlichen Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Der Herstellervertrag war da, der Sponsorenvertrag war da, deswegen sehen unsere Motorräder nicht anders aus. Aber wir arbeiten daran, dass wir in Zukunft Tech3 selbst werden. In Zusammenarbeit mit KTM, dass wir kommerziell aber unsere eigenen Wege gehen – auch optisch. Wenn wir nicht mehr den Sponsor haben, dann wird es optisch sicher anders ausschauen.»
Ob Red Bull als Sponsor erhalten bleibt, weiß Steiner noch nicht. «Sicher ist, dass es nicht in dem Ausmaß wie jetzt sein wird», hielt der Teamprinzipal fest. «Leicht ist gar nichts, aber wir müssen das kompensieren und das ist auch machbar. Wir arbeiten daran, die Gespräche sind vielversprechend. Gespräche sind Gespräche, aber es gibt im Moment sehr viel Interesse an der MotoGP. Logischerweise probieren wir den besten Partner zu bekommen. Deswegen springen wir auch nicht gleich auf den ersten an. Es ist alles im grünen Bereich.»
Neuer Titelsponsor für 2027
Steiner geht fest davon aus, dass er einen neuen Titelsponsor findet, es ist auch möglich, dass seine KTMs dann nicht mehr in Orange lackiert sein werden. «Das ist vorstellbar», bestätigte er. «Die Zeiten ändern sich, bei KTM hat sich auch viel geändert. KTM hat schwierige Zeiten hinter sich, Gottfried Neumeister macht einen guten Job – die Firma wieder auf die Beine zu bringen, war nicht einfach. Wir arbeiten mit KTM, mit Gottfried Neumeister und Pit Beirer, sehr eng zusammen. Wir probieren alles. Es war ja nicht schlecht, aber man kann immer alles besser machen.»
Ducati hatte in den vergangenen Jahren ein gutes Händchen, sein Sponsorenportfolio auf Tech-Unternehmen wie Lenovo, TIM, NetApp oder Aruba zu erweitern, während bei den anderen Herstellern neben den beiden Getränkeherstellern Red Bull und Monster vor allen Firmen aus der Zuliefererindustrie als große Partner auftreten.
Viele Firmen wissen nicht Bescheid, wie groß der Sport ist.günther steiner
Steiner, dank jahrzehntelanger Erfahrung im Automobilrennsport mit guten Kontakten gesegnet, sagt klar: «Die MotoGP ist nicht nur für Partner interessant, die in diesem Bereich arbeiten, sondern auch für außen – das müssen wir bringen. Trackhouse hat jetzt mit SuperFile (einem Konkurrenten von Wetransfer – der Autor) auch einen Sponsor gebracht, der nichts mit Motorrädern zu tun hat. Da müssen wir hin. Es ist auch sehr interessant, wenn man mit solchen Leuten spricht: Mit ihnen ging man in der Vergangenheit zu gemütlich um, sie sind interessiert. In der Formel 1 gab es zuerst Zigaretten, dann Öl, dann Banken und jetzt ist jeder drauf. Es muss in diese Richtung gehen. Wenn du an Geld kommen willst, kannst du nicht nur hier drinbleiben. Wir drehen das Geld sonst nur um, müssen aber neues Geld reinbringen. Der Sport ist interessant für Firmen von außen, aber viele wissen nicht Bescheid, wie groß der Sport ist. Zuerst müssen wir den Firmen erklären, was wir machen, wie gut der Sport ist und was er gibt. Dann interessieren sich die Leute auch dafür.»
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