Böse Gerüchte über Esteban Ocon/Haas: «Das ist mir so was von scheissegal»
Seit Wochen kursiert, dass GP-Sieger Esteban Ocon bei Haas vor dem Aus stehe. Der 29-jährige Franzose schützt vor, das Gerede gehe ihm an seinen vier Buchstaben vorbei. Aber so einfach ist das nicht.
2024 hat Esteban Ocon beim Haas-Rennstall unterzeichnet, was die Teams neumodisch als «Mehrjahres-Abkommen» bezeichnen. Nach dem Motto: Wir wollen euch nicht sagen, wie lange der Vertrag dauert hier gibt es nichts zu sehen, bitte weitergehen.
Die Rede ist von einem Zweijahresabkommen mit Option für 2027. Die Rede ist ebenfalls davon, dass Teambesitzer Gene Haas und Teamchef Ayao Komatsu überlegen, diese Option nicht zu ziehen.
Seit Wochen kursiert, Ocon befördere sich aufs Abstellgleis. Hauptgrund: Ferrari-Zögling Oliver Bearman (21) steht in der WM besser da, der Brite hat 18 Punkte gesammelt mit drei Punktefahrten und ist derzeit Elfter, Ocon fuhr zwei Mal in die Top-Ten und befindet sich mit nur drei Zählern auf WM-Rang 16.
Die mangelnde Leistung von Ocon gemessen an Bearman ist das Eine, ein aufstrebender anderer Ferrari-Pilot das Andere. Der 21-jährige Brasilianer Rafael Camara hat den F3-Titel 2025 erobert und liegt dank seines Sieges beim jüngsten F2-Lauf in Barcelona in dieser Meisterschaft auf Platz 3, knapp hinter Gabriele Mini (aus dem Alpine-Juniorenprogramm) und Nikola Zolow (Red Bull-Junior).
Die Denke bei Ferrari: Sollte Camara 2026 Formel-2-Champion werden, wollen die Italiener sehen, wie er sich in der Formel 1 gegen Bearman schlägt. Mittelfristig wäre einer davon dann der logische Nachfolger von Lewis Hamilton als Stallgefährten von Charles Leclerc.
Zurück zu Ocon. Offensichtlich sind die Gerüchte um einen möglichen Haas-Abschied am WM-Achten von 2017 und 2022 nicht spurlos vorbei gegangen. Der 187-fache GP-Sieger tut zwar so, als seien ihm diese Mutmassungen egal, aber natürlich treffen sie einen Nerv. Urteilen Sie selber.
Ocon sagt im Fahrerlager des Red Bull Rings: «Ich habe das Vertrauen des Teams, ich habe das Vertrauen von Teamchef Ayao. Haben wir nicht in Kanada schon darüber gesprochen? Ich bleibe auf meine Aufgaben konzentriert, ich bin entspannt.»
«Was die Leute daherreden, ist mir so was von scheissegal, um ehrlich zu sein. Ich will hier nur meinen Job machen. Die letzten Rennen sind nicht wunschgemäss verlaufen, aber wir arbeiten im Hintergrund hart, um das Ruder herumzuwerfen. Nur das zählt.»
Der japanische Teamchef Ayao Komatsu hat sich schon Ende Mai geäussert über Geschichten, er habe sich mit Ocon überworfen: «Das ist absoluter Bockmist. Wer setzt so etwas in die Welt? Das ist frei erfunden und wirklich schlechter Journalismus.»
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