Weniger Power, mehr Kurvenspeed: Topraks erste 850er-Erfahrung
Vor seinem ersten Assen-Wochenende auf der MotoGP-Yamaha zieht Toprak Razgatlioglu ein Fazit zum Brünn-Test mit dem 850er-Prototyp von Yamaha und den Pirelli-Reifen.
Die Rookie-Saison von Toprak Razgatlioglu ist keine einfache. In Brünn holte er zwei Punkte im Grand Prix. Punkte sind auch das Maximum, was mit der diesjährigen Yamaha M1 möglich sind. Der Blick von Razgatlioglu richtet sich bereits auf die Saison 2027. Einen ersten Vorgeschmack erhielt er am Montag nach dem Brünn-GP, als der Türke erstmals die 850-ccm-Yamaha nach neuem Reglement testen konnte und auch wieder mit Pirelli-Reifen unterwegs war.
Rückkehr zu Pirelli: Vorderreifen wie aus der Superbike-Zeit
Das erste Fazit fiel positiv aus: «Ich bin nach dem Test zufrieden. Wir sind mit dem neuen Bike noch nicht zu 100 Prozent bereit, aber schon jetzt ist es positiv», resümierte Razgatlioglu nach den ersten Testkilometern. Dabei fühlte er sich an seine WorldSBK-Zeit erinnert. Der Pirelli-Vorderreifen vermittle ein ähnliches Gefühl wie auf einem Superbike. Beim Hinterreifen sei der Grip ebenfalls außergewöhnlich gut, hier sehe er aber noch Verbesserungspotenzial.
Deutlich spürbarer war für ihn der Leistungsunterschied zur aktuellen 1000-ccm-Klasse. «Die Leistung ist geringer. Man fühlt sich auf dem 850er-Bike sehr langsam. Aber Regeln sind Regeln, wir müssen uns daran anpassen», so der Yamaha-Pilot. Den Unterschied mache vor allem der Kurvenausgang aus: «Nach der Kurve, wenn man den dritten oder vierten Gang einlegt, passiert nichts.» Die Beschleunigung sei deutlich geringer. Anfangs vermutete er noch einen Defekt an seiner Yamaha M1. Er stellte aber fest, dass alle Hersteller mit demselben Effekt konfrontiert seien.
Bikes auf Geraden langsamer, in Kurven schneller
Wie zu erwarten, sind die Kurvengeschwindigkeiten höher als bei der aktuellen MotoGP-Generation. Dieser Effekt werde sich mit fortschreitenden Tests und mehr Erfahrungswerten verstärken. Da 2027 für alle Hersteller ein Neuanfang mit dem neuen Reglement sei, gehe er davon aus, dass sämtliche Werke mit Hochdruck an Lösungen arbeiten würden.
Zur Frage, ob ihm bei den Tests ein Hersteller besonders aufgefallen sei, wollte sich Razgatlioglu nicht äußern: «Ich fokussiere mich nur auf meine Arbeit. Ich verstehe das Bike und die Reifen und konzentriere mich nur auf mich selbst.» Auch eine Anspielung, ob ihn Ducati im Test überholt habe, ließ er unkommentiert im Raum stehen.
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