Nasser Al-Attiyah gewann zum sechsten Mal die Rallye Dakar. Zusammen mit Navigator Fabian Lurquin fuhr der Wüstenroutinier im Dacia Sandrider mit ausgeklügelter Strategie zum Triumph.
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Auch wenn es Nasser Al Attiyah wohl nicht zugeben wird, war der Katari mit einer besonderen Entschlossenheit bei der diesjährigen Dakar angetreten.
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Zunächst war es schon zwei Jahre her, seit Al-Attiyah zuletzt die Dakar gewonnen hatte. Obendrein dürfte ihn die Enttäuschung noch geschmerzt haben, als ihm im Spätherbst der schon sicher geglaubte Rally Raid-WM-Titel (WRC2) bei der Marokko-Rallye auf den letzten Kilometern wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung entglitten war. Der 55-jährige verpasste so seinen vierten Weltmeister-Titel in Folge. Zuvor hatte er den Vorläufer der WM, den Cross-Country-Weltcup (Marathon), schon vier Mal gewonnen.
Al-Attyiah gab 2004 in einem Mitsubishi sein Dakar-Debüt und belegte den 10. Platz. Seitdem hat er mit drei verschiedenen Fahrzeugen gewonnen: Im Jahr 2011 (zusammen mit Timo Gottschalk als Navigator) mit einem Volkswagen Race Touareg, 2015 in einem Mini und 2019, 2022 und 2023 (alle zusammen mit Mathieu Baumel) in einem Toyota.
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Zudem hat Al-Attiyah auch an 79 Rallye-WM-Läufen teilgenommen, zuletzt im Dezember 2025 beim Saisonfinale in Saudi-Arabien.
Auch in einer weiteren Sportart agierte er zuvor auf höchsten Niveau, dem Tontraubenschießen. Sechs Mal nahm er an Olympischen Spielen teil und gewann 2012 in London eine Bronze-Medaille. Seit Beginn der Saison 2025 fährt der zweifache Familienvater für Dacia. Genutzt wird in der Ultimate-Topkategorie T1+ der Sandrider, der von einem 3-Liter-V6-Twin-Turbo-Motor angetrieben wird. Entwickelt wurde und bei den Wettbewerben eingesetzt wird der Prototyp von der britischen Rennwagenschmiede Proddrive.
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Nach einem halben Jahren bei Dacia zunächst zusammen mit Edouard Boulanger als Navigator, ist der Vater von zwei Kindern seit Mitte letzten Sommers mit dem neuen Beifahrer Fabian Lurquin am Start. Dieser war vom Teamkollegen Sebastien Loeb zu Al-Attiyah gewechselt, während Boulanger nun beim neunfachen Rallye-Weltmeister den Weg anleitet.
Beim seinem sechsten Dakar-Sieg Al-Attiyah fuhr mit viel überlegtem Strategiekalkül eines alten Wüstenfuchses und dabei über lange Strecken hinweg auf das Material achtend. Dann gewann er zwei wichtige Etappen mit überlegenen Speed, in denen die Konkurrenz strauchelte. Auf der vorletzten Etappe sicherte sich der Haudegen seinen 50. Dakar-Etappensieg. Damit zog er mit den Wüstenlegenden Ari Vatanen und Stephane Peterhansel gleich. Gestaltete sich Ihre zweite Dakar-Teilnahme mit Dacia, als noch jungem Hersteller-Team, als besonders herausfordernd? Es war sicherlich eine der anspruchsvollsten Dakar-Rallyes, die ich je gefahren bin. Das Wettbewerbsniveau steigt ständig. Man muss jeden Tag zu 110 % konzentriert sein, denn jeder kleine Fehler kann einen viel Zeit kosten. Die Orientierung war besonders schwierig. Es galt zu allererst das Auto jeden Tag ins Ziel zu bringen. Die 48. Ausgabe der Dakar war für die Autos extrem anspruchsvoll.
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Mit dem Dacia Sandrider hatten wir indes keinerlei Probleme. Das Auto hat sich während der gesamten Rallye als sehr zuverlässig erwiesen. Das Team hat eine exzellente Arbeit geleistet. Aus Technik- und Zuverlässigkeits-Sicht war es für mich eine der stärksten Dakar-Teilnahmen. Was war der wichtigste Faktor für den Sieg? Ich denke, die entscheidenden Elemente zum Sieg waren das Rennmanagement und die Geduld. Manchmal musste man akzeptieren, dass man nicht pushen konnte, um Probleme, schlechte Straßenpositionen oder Navigationsprobleme zu vermeiden - ins besonders unter den schwierigen Bedingungen. Auch wir haben natürlich im Rennverlauf ein paar Fehler gemacht, aber wir haben uns darauf konzentriert eine kluge Dakar zu fahren. Wir wollen nicht undeingt jeden vielleicht möglichen Etappensieg herausfahren oder möglichst große Zeitabstände aufzubauen. Letztendlich hat dieser Ansatz den Unterschied gemacht. Was war die größte Herausforderung: Navigation, Geschwindigkeit, Reifenmanagement, Technik? Bei dieser Dakar war alles eine Herausforderung. Das macht sie so besonders anspruchsvoll. Die Navigation war dieses Jahr sehr schwierig. Irgendwann hat jeder einen Fehler gemacht. Die Tatsache, dass die Motorräder nicht immer die Strecke mit ihren früheren Starts frei fuhren, erschwerte die Sache zusätzlich. Viele Fahrer zeigten trotz dieser Schwierigkeiten eine unglaubliche Leistung. Auch die Geschwindigkeit war eine größere Herausforderung als je zuvor. Bei so starker Konkurrenz und sehr geringen Abständen musste man trotzdem pushen - wenn es die Bedingungen zuließen. Das Reifenmanagement spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. Ich war während der gesamten Rallye sehr vorsichtig damit. Das hat am Ende vielleicht den Ausschlag gegeben und sich ausgezahlt.
Und natürlich ist da auch die technische Seite immer entscheidend, denn ein einziges Problem kann einem viel Zeit kosten. Deshalb denke ich, dass es bei der Dakar für einen Erfolg wirklich darum geht, alles zusammen zu managen. Man muss jeden Tag in allen Bereichen gut sein. Deshalb ist es unmöglich nur eine einzige Herausforderung herauszustellen. Was bedeutet es für Sie mit Dacia mit einem neuen Team zu gewinnen? Das bedeutet mir sehr viel. Zunächst einmal stellt es eine großartige Leistung dar, denn es zeigt, dass ich nach all den Jahren immer noch auf höchstem Niveau mithalten und gewinnen kann. Das Rennen mit einem neuen Hersteller beweist auch, dass ich mich dank meiner Erfahrung schnell an ein neues Auto anpassen kann. Dies obwohl der Dacia Sandrider ja speziell für unsere Bedürfnisse entwickelt wurde. Den Sandrider zu fahren fühlte sich von Anfang an gut an. Natürlich bringt jeder Dakar-Sieg auch mehr Erfahrung mit sich, was immer wichtig ist. Was werden für Sie die nächsten Herausforderungen sein? Als Nächstes steht im März die Rallye Raid Portugal auf dem Programm. Davor werden wir sehen, ob sich die Gelegenheit ergibt, noch einmal bei der Baja anzutreten, um weiter Rennen zu fahren und im Rhythmus zu bleiben.
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Werden Sie sich auf Wüsten-Marathons konzentrieren oder werden Sie 2026 auch wieder in der Rallye-WM bei einem Lauf teilnehmen? Für andere Motorsportveranstaltungen bin ich grundsätzlich offen. Der Motorsport ist mein Leben. Wenn sich eine großartige Gelegenheit ergibt, werde ich sie immer in Betracht ziehen. Dennoch werde ich mich hauptsächlich auf Rallye-Raids und die W2RC konzentrieren. Wir sind sehr gut in die Saison gestartet und haben gute Punkte geholt. Mein klares Hauptziel ist es jetzt um den Weltmeistertitel in Rallye Raid-WM zu kämpfen.
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