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Dakar-Analyse von Heinz Kinigadner: Riesenfehler führten zur Honda-Schlappe

Mit 2 sec Vorsprung hat Luciano Benavides für KTM die Rallye Dakar gewonnen und Honda den Sieg entrissen. KTM-Berater Heinz Kinigadner analysiert für SPEEDWEEK.com die Ereignisse in Saudi-Arabien.

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Bei der Rallye Dakar werden jedes Jahr spannende, dramatische, mitreißende und zuweilen unglaubliche Geschichten geschrieben. Mit dem Red-Bull-KTM-Sieg haben vor der letzten Etappe nur noch die größten Optimisten in Mattighofen gerechnet, denn Honda-Star Ricky Brabec, Sieger 2020 und 2024, lag 3:20 min voraus.

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«Ich war zum Ruhetag und ein paar Tage davor in Saudi-Arabien», erzählte KTM-Berater Heinz Kinigadner im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Am Freitag sagte ich, dass ich noch mal runterfliege, falls Benavides vorne liegt. Dann hat er aber 3 min verloren und ich dachte mir, dass das schwer aufzuholen sein wird auf 100 Kilometern. Also habe ich mich entschlossen daheim zu bleiben – was ein Fehler war!»

Während Ricky Brabec auf den letzten sieben Kilometern einen falschen Weg nahm, brauste Luciano Benavides fehlerfrei durch die letzte Etappe 13 und holte sich den Gesamtsieg, winzige 2 sec vor dem bitter enttäuschten Kalifornier. Das ist das engste Finish in der Dakar-Geschichte: Zuvor war es 2023 Kevin Benavides – der ältere Bruder –, der um 43 sec vor Toby Price gewann. Es ist auch das erste Mal, dass Brüder die härteste Rallye der Welt gewannen.

«Wir haben auf Augenhöhe mit Honda gekämpft», attestierte Kinigadner, selbst Dakar-Teilnehmer und zweifacher Motocross-Weltmeister in der 250er-Klasse. «Was mir aufgefallen ist, das haben mir unsere Jungs während des Ruhetags gesagt: Brabec hat komplett taktiert. Er fuhr nie nach vorne, fuhr immer mit seinen Kollegen – er hat im ganzen Rennen nie Führungskilometer gemacht. Aufgrund dessen war es für ihn am letzten Tag wahrscheinlich nicht ganz einfach, die Piste zu eröffnen. Unverständlich für mich: Drei Tage vor Schluss lag er zeitmäßig vorne und hätte die Tagesetappe gewonnen, ist aber vor dem Ziel stehengeblieben und hat 4 min Zeit vergehen lassen, damit er am nächsten Tag weiter hinten starten kann. Wenn es so eng hergeht, dann 4 min zu verschenken, ist oberheftig. Natürlich hatte er dann am Tag darauf eine gute Startposition und hat auch den Benavides überholt. Das hat funktioniert – aber mit großem Risiko. Das wäre ich nie eingegangen.»

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Lässt sich erklären, weshalb ein Champion wie Brabec so taktiert und nicht vornewegfahren will? «Das Navigieren heutzutage ist teilweise tückisch», schilderte Kini. «Am letzten Tag ist er über die Lagune drübergefahren, das war ein riesengroßer Fehler. Er fuhr in die richtige Richtung, hat aber gemerkt, dass er auf der falschen Seite ist. Er sah dann auf der anderen Seite den Benavides und musste drei Kilometer zurückfahren – das waren also zusammengenommen sechs Kilometer. Bonuszeiten aufgerechnet hätte Benavides maximal eineinhalb Minuten vor Brabec im Ziel sein dürfen; das war mit den sechs Kilometern zusätzlich schwierig, und es ging um 2 sec nicht auf.»

«Was ich nicht verstehe», unterstrich der Tiroler. «Wenn ich unsicher bin und 3:20 min Vorsprung habe, dann hätte Brabec bei Halbzeit, wo er bereits eineinhalb Minuten Bonuszeit bekam, auf Benavides warten und mit ihm oder 10 sec hinter ihm fahren können. Da hätte nichts passieren können und er hätte 100-prozentig gewonnen. Gott sei Dank hat das Pendel in die richtige Richtung ausgeschlagen, das war ein kapitaler Fehler – ich hätte nicht mehr auf unseren Sieg gewettet. Im Motorsport kriegen wir oft genug mit, dass es die Zielflagge entscheidet und kein Meter vorher.»

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