MGM-Ducati in den Top-4: Tarran Mackenzie glänzte im Regen!
Starker vierter Platz für Tarran Mackenzie bei der Superbike-WM 2026 auf Phillip Island. Der MGM-Ducati-Pilot überzeugt im Regen – und sorgt für große Erleichterung im Team von Michael Galinski.
Mit einem starken vierten Platz im
Mackenzie wusste, dass ihm die Bedingungen in die Karten spielen könnten. «Als ich die Wetterprognose sah, dachte ich mir, dass ein gutes Ergebnis möglich ist.» Die Befürchtung auf einen Wechsel zu Slicks zerschlug sich: «Die Rennstrecke trocknet sehr schnell ab und ich befürchtete, dass es auf ein Flag-to-Flag-Rennen hinausläuft. Doch dann war es komplett nass.»
Die Crew des 30-Jährigen setzte im zweiten Lauf auf eine volle Regenabstimmung – und das buchstäblich in letzter Minute. «Drei Minuten bevor es losging, bauten wir in der Box noch das Federbein um.»
Clever: Wie Mackenzie die Aufwärmrunde nutzte
Schon die Aufwärmrunde nutzte er konsequent zur Standortbestimmung: «Ich hatte eine gute Aufwärmrunde – ich weiß, das klingt seltsam. Ich fuhr in der Aufwärmrunde sehr aggressiv, um zu verstehen, wo das Motorrad gut ist im Vergleich zu den anderen Maschinen. Ich rechnete mir mindestens ein Top-10-Ergebnis aus.» Am Ende wurde es sein bislang bestes Resultat in der Superbike-WM – zuvor war Rang 7 im Superpole-Rennen in Jerez sein Highlight gewesen. «Ich bin wirklich happy.»
In der Anfangsphase des Rennens kam Mackenzie besonders gut zurecht. «In den ersten zehn Runden fühlte ich mich wirklich gut, doch in den letzten zehn Runden war es nicht mehr so gut.» Gegen Rennende wurde das Gefühl am Heck kritischer, man sah einige Stürze: «Gegen Rennende nahm ich etwas Tempo raus, weil es sich vor allem am Heck nicht so gut anfühlte. Ich hatte einige Schrecksekunden und verwaltete die Lücke nach hinten.»
Der Sturz von Bimota-Pilot Alex Lowes spielte ihm zusätzlich in die Karten: «Als Alex stürzte, hatte ich einen großen Vorsprung nach hinten. So brachte ich das Rennen zu Ende. Zum Glück hatte ich eine große Lücke nach hinten.»
Große Erleichterung nach einigen schwierigen Jahren in der WM
Für Mackenzie ist das Ergebnis auch Ausdruck einer stetigen Entwicklung seit seinem Wechsel ins MGM-Ducati-Team im Sommer 2025. «Ich habe mich im vergangenen Jahr kontinuierlich verbessert. Davor machte ich eine wirklich schwierige Phase durch, in der es nicht möglich war, etwas aufzubauen. Doch in Jerez konnte ich diese Basis schaffen.»
Die starke Teamleistung der deutschen Mannschaft rund um Teamchef Michael Galinski ist hoch einzuschätzen. Noch im vergangenen Jahr war die Zukunft des Teams lange Zeit unklar, nachdem Scott Redding die Mannschaft im Sommer verlassen hatte. «Es ist gut für das Team. Natürlich gab es Ungewissheit, nachdem Scott das Team verließ. Es sah so aus, als ob man die Saison nur zu Ende bringt. Doch dann änderte sich die Situation und wir konnten weitermachen.»
Große Rückschläge hatten 2025 besonders Galinski getroffen, der erhebliche persönliche Opfer bringen musste, um das Projekt am Leben zu halten. «Vielleicht hatte Michael ein wenig die Liebe für dieses Projekt verloren, doch dann kam ich und brachte frischen Wind mit. Seine Einstellung veränderte sich. Es war eine tolle Nachricht für mich, als wir uns dazu entschieden, die Zusammenarbeit fortzusetzen. So konnte ich etwas aufbauen.»
Michael Galinski: Große Freude über Top-4-Resultat beim Auftakt
Teamchef Michael Galinski wirkte nach dem Erfolg am Sonntag sehr erleichtert. Er sieht aber noch Luft nach oben, denn im Trockenen konnte man bisher noch keine perfekte Abstimmung für Mackenzies Fahrstil erarbeiten.
«Es fiel uns an diesem Wochenende doch schwieriger als gedacht, hier eine Abstimmung für die schnellen Kurven zu finden, mit der ‘Taz’ das Bike richtig steuern kann. Auch uns fehlt natürlich Trainingszeit, weil die Tests im Januar so verregnet waren. Umso glücklicher sind wir insgesamt mit dem Ergebnis und freuen uns sehr über den vierten Platz am Sonntag», erklärte Galinski gegenüber SPEEDWEEK.com.
Der vierte Platz von Phillip Island ist damit weit mehr als nur ein starkes Einzelergebnis – er ist ein Signal. Für Mackenzie, für MGM-Ducati und für ein Projekt, das nach turbulenten Zeiten wieder festen Boden unter den Füßen hat.
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