KTM reduziert Dakar-Einsatz

Von Gerhard Kuntschik
Marc Coma mag Südamerika

Marc Coma mag Südamerika

Warum Marc Coma den Dakar-Sieg 2009 einem einheimischen Jungen verdankt. 2010 nur noch zwei KTM-Werksfahrer.

Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise macht auch vor der Zweiradbranche nicht Halt. «Doch wir ziehen uns nicht aus dem Sport zurück, wir setzen ein Sparprogramm um und haben auch noch ein Notfallpaket», erklärte KTM-Sprecher Pit Beirer anlässlich der Feier für die «Desert Bulls», die Dakar-Gewinner 2009, im Salzburger Hangar-7. Reduktionen gab es bereits im Strassenrennsport und im Motocross. «Im Enduro-Bereich, unserer eigentlichen Kernkompetenz, gibt es fast keine Abstriche. Und bei Dakar machen wir im verkleinerten Umfang auch 2010 mit», bestätigte der ehemalige Weltklasse-Crosser.

Will heissen: Als offizielle Werkfahrer gehen bei der zweiten Auflage in Südamerika 2010 nur die beiden Erstplatzierten des diesjährigen Rennens, Marc Coma (32) und Cyril Desprès (35), an den Start. KTM hatte schon für die 2009erAuflage das Engagement von sechs auf vier Werkpiloten zurückgefahren. «Firmenchef Stefan Pierer hatte alle von uns schon im vergangenen Juni auf einen Sparkurs eingeschworen, als noch niemand von der Krise redete», berichtete Beirer, «wir waren also irgendwie vorbereitet.» Unter Umständen können aber zwei Fahrer, darunter der diesjährige Fünfte Helder Rodrigues (30), auch 2010 mit Werkunterstützung rechnen. «Wenn sie ein Sponsorenpaket schnüren können, bekommen sie von uns das Technikpaket», sagte Beirer.

Einen völligen Ausstieg von KTM aus dem Sport hält der Bayer für nicht wahrscheinlich: «Unser lang bewährter Firmenslogan ‚ready to race’ wäre dann nach rund 15 Jahren obsolet. So weit kann es nicht gehen.» Und noch ein Plus sieht der ehemalige Spitzensportler Beirer im werkseitigen Motorsport: «Der zieht die Leute an und fasziniert sie. Viele von uns brauchen doch gerade in diesen Zeiten diese Ablenkung.» Dass KTM mit Partner Red Bull verbunden bleibt, steht ausser Frage.

Dass die Dakar ´09 ein Erfolg war, davon ist auch Motorrad-Sieger Marc Coma überzeugt: «Wir alle waren dabei im Neuland, aber es wurde ein grossartiges Erlebnis. Die Begeisterung der Einheimischen in Argentinien und Chile war sensationell», hielt der Spanier fest, der seinen ersten Start-Ziel-Sieg seit zehn Jahren als «etwas ganz Spezielles» einstuft, «abgesehen davon, dass der letzte Erfolg immer der beste ist.» Und Coma führte auch ein persönliches Beispiel für die neue Liebe zu Lateinamerika an: «Ich hatte auf einer Etappe argen Ölverlust. Wäre mir das in der afrikanischen Wüste passiert, hätte ich beim Warten auf den Service Stunden verloren oder wäre überhaupt draussen gewesen. So aber kam hier ein kleiner Bub und brachte mir Ölflaschen. Die Leute an der Strecke halfen, wo sie nur konnten.»

Der zweitplatzierte Cyril Desprès nahm die Niederlage gelassen: «Manchmal ist es dein Jahr, manchmal nicht. Ich habe bald gemerkt, dass ich Marc nicht wirklich halten konnte. Er war ein extrem starker Gegner.»

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