Ungehörte Predigt

Von Marcus Lacroix
DTM
Mit diesem Auto ging gar nichts mehr: Kristensen

Mit diesem Auto ging gar nichts mehr: Kristensen

Weite Teile des Audi-Kaders liessen es in der Lausitz intern richtig krachen.

Nicht nur weil man auf dem EuroSpeedway Lausitz über die Renndistanz von der Konkurrenz ordentlich verblasen worden war, herrschte im Audi-Lager am Sonntagabend ziemlich dicke Luft. Sondern auch, weil sich die A4-Piloten mit teilweise sehr rabiater Fahrweise das Leben selber schwer machten. «Und dabei», seufzte Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich, «hatte ich im Vorfeld extra noch eine Predigt gehalten.»

Im Getümmel der ersten Kurve fuhren sich die nach dem taktischen Lapsus im Qualifying von hinten gestarteten Prémat, Kristensen, Tomczyk und Jarvis gegenseitig in die Karosse. Jarvis strandete nach einer Berührung mit 2007er-Pilot Christian Bakkerud. Dann rempelten sich Prémat und Tomczyk an Katherine Legge vorbei, bevor der Franzose sich nach einem Dreher im Kiesbett eingrub. Und die Abt-Lady sorgte kurz darauf gemeinsam mit Winkelhock für die Krönung, die für Audi natürlich keine war.

«Winki war hinter mir die ganze Zeit lieb gewesen. Doch als er sah, wie rabiat Alex und Martin an mir vorbei sind, war er wohl frustriert», vermutete Legge. «Ich habe auf einen Fehler von ihr gewartet», schilderte Winkelhock. «Und als sie ihn dann beging, fuhr ich innen rein, war damit zwar für die nächste Rechts aussen – aber trotzdem klar vorne. Und am Kurvenausgang fuhr sie mir ins Auto.» Für beide war ebenso Feierabend wie für Tomczyk, dem von Winkelhock aufgewirbelte Steine den Kühler zerschossen.

Und Tom Kristensens Renntag war das pure Grausen: «Nach der Bestzeit im Warm-up wusste ich, dass ich ein schnelles Auto habe. Der Start ging super, in der ersten Ecke war ich extra vorsichtig, habe aber von allen Seiten Schläge abgekriegt. Später zog Lauda aus dem Windschatten heraus vorbei, stand aber in Turn 1 fast still, sodass ich ihn ganz leicht berührt habe. Trotzdem war der Schaden an meinem Auto erheblich. Vorne war der Abtrieb weg, ausserdem zog der Wagen stark nach rechts.» Später klopfte auch noch Susie Stoddart kurz an. Kristensen: «Sie hat sich bei mir entschuldigt. Dabei hat sie gar nichts falsch gemacht.»

Zur 3-sec-Boxenstopp-Strafe kam dann noch eine Drive Through, weil Kristensen nach Ansicht der Rennleitung die Blauen Flaggen missachtet hatte. Der Däne war ziemlich sauer: «Weit hinter mir waren Engel und Green am Kämpfen und kamen dadurch kein Stück näher. Und wenn ich keinen hinter mir habe, kann ich auch keinen vorbeilassen!»

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