Tim Gajser (Yamaha) siegt in Mantua, Jeffrey Herlings (Honda) mit Problemen
Mit Siegen in beiden Läufen holte sich Yamaha-Werksfahrer Tim Gajser beim Vorsaisonrennen in Mantua den Tagessieg und die italienische MX1-Meisterschaft. Jeffrey Herlings (HRC) verfehlte das Podium.
Das bestimmende Thema der internationalen italienischen Motocross-Meisterschaften im winterlichen Nebel von Mantua war das erste Aufeinandertreffen von Tim Gajser auf Yamaha und Jeffrey Herlings auf Honda. Im Zeittraining lagen die beiden Protagonisten noch nah beieinander. Gajser war mit einer Rundenzeit von 1:54 Min. der Schnellste. Jeffrey Herlings war auf Platz 2 nur 0,3 Sekunden langsamer.
Gajser vom Start weg vorne
Von der Pole Position startete Tim Gajser im ersten Lauf ganz innen am Startgatter und zog den Holeshot. Herlings befand sich zwar in der Spitzengruppe, doch er kam in der ersten Runde kurz von der Strecke ab und rangierte im Bereich der Top-5. Nach der Hälfte des Rennens blieb der Niederländer mitten auf der Strecke stehen. Zwar war das Problem von außen nicht genau zu erkennen, aber es schien, als sei sein Hinterrad blockiert. Vermutlich hatte sich ein Stein in der Bremse verkeilt. Herlings versuchte, seine Honda wieder in Gang zu setzen und konnte schließlich auch weiterfahren, doch er hatte komplett den Anschluss verloren und kam nur auf dem 11. Platz ins Ziel.
Andrea Adamo auch in Mantua wieder stark
MX2-Aufsteiger Andrea Adamo bestätigte, was sich vor einer Woche in Alghero bereits andeutete: Der Sizilianer kommt mit der 450er-KTM bestens zurecht. Er rangierte bis zur Hälfte des Rennens nur wenige Meter hinter Gajser, doch nach 9 Runden zwang ihn erneut ein technischer Defekt zur Aufgabe. Damit war der Weg für Tom Vialle (Honda) frei, der mit 23,6 Sekunden Rückstand auf dem 2. Platz hinter Gajser ins Ziel kam.
Startcrash von Adamo im zweiten Lauf
Besonders am Start wirkte Leichtgewicht Adamo stark. Im zweiten Lauf krachte er aber in der zweiten Kurve in das Heck von Jorgen Talviku (Yamaha) und stürzte. Der Sizilianer hatte in dieser Situation Glück, dass er nicht von einem nachfolgenden Fahrer erfasst wurde. Tim Gajser rangierte hinter Talviku und Geerts auf Rang 3. Es folgten die beiden HRC-Werksfahrer Ruben Fernandez und Jeffrey Herlings.
Jeffrey Herlings: Rang 3 im zweiten Lauf
Nachdem sich Gajser im zweiten Lauf gegen Geerts und Talviku durchgesetzt hatte, erreichte auch Herlings Platz 3. Sein Rückstand zu Gajser betrug im Ziel zwar nur 3,5 Sekunden, aber Tim Gajser stürzte in der Endphase des Rennens und verlor damit ca. 6 Sekunden.
Tom Vialle: In Mantua bester HRC-Pilot
Mit einem 2-5-Ergebnis wurde Tom Vialle Gesamt-Zweiter. «Das war mein erstes Motocross-Rennen auf der 450er», erklärte der Franzose nach dem Rennen. «Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich an die Strecke und die Bedingungen zu gewöhnen. Wir müssen noch an ein paar Sachen am Motorrad ändern, aber insgesamt war der Tag okay.»
Alberto Forato auf dem Podium
Mit einem 5-4-Ergebnis stand Fantic-Werksfahrer Alberto Forato auf dem 3. Podiumsrang. «Ich habe dieses Ergebnis nicht erwartet», erklärte der Italiener. «Ein Podium ist immer gut und ich habe eine schwierige Zeit mit Verletzungen hinter mir. Ich hoffe, dass ich diese Leistung auch in der Saison abrufen kann.»
Tim Gajser: Wir sind ja noch in der Aufbauphase
«Ich habe mich den ganzen Tag über wohlgefühlt», erklärte Sieger Tim Gajser nach dem Rennen. «Wir haben jetzt ein gutes Setup, die Starts haben gut geklappt. Das war wichtig, weil es hier nicht so viele Linien gibt. Ich konnte mein eigenes Rennen fahren. Im zweiten Lauf konnte ich auch wieder eine Lücke herausfahren und hatte zwei Runden vor Schluss noch einen kleinen Crash. Es ist erst das zweite Rennen mit der Yamaha und wir sind noch in der Aufbauphase. Jetzt haben wir noch einen Monat Zeit zur Vorbereitung.»
Es ist erst das zweite Rennen mit der Yamaha und wir sind noch in der Aufbauphase.
Tim Gajser
Fazit
Das erste Aufeinandertreffen zwischen Gajser und Herlings entschied der Slowene klar für sich. Gajser wirkte im Vergleich zu seinem ersten Yamaha-Auftritt in Alghero wie ausgewechselt: Souverän, explosiv und flexibel in der Linienwahl – so wie man Tim Gajser aus der Vergangenheit kennt. Natürlich gewann Tim Gajser damit auch die internationalen italienischen Meisterschaften in der MX1-Klasse.
Jeffrey Herlings ist auf der Honda noch nicht 'The Bullet', den man kannte. Er scheint sich mit der Umstellung schwerer als Gajser zu tun. Das hat aber im Moment noch nicht viel zu sagen, denn für Gajser war die Umgewöhnung weniger fordernd, da sowohl Honda als auch Yamaha mit Alurahmen unterwegs sind. Die Umstellung vom flexibleren Stahlrohrrahmen der KTM zum steiferen Alurahmen der Honda erfordert offensichtlich mehr Zeit.
Andrea Adamo wirkte in Mantua erneut sehr stark. Auch wenn er heute wieder ausfiel und stürzte: Mit ihm wird in der MXGP zu rechnen sein. Brian Hsu (Honda) erreichte wieder die Top-10.
Tom Vialle war bisher der Underdog im Schatten von Herlings, Gajser und co. Aber der Franzose hat schon vor der Saison gezeigt, welch ein smarter Fahrer er ist. Seine Stärke war schon immer Konstanz. Auch von ihm werden wir in der kommenden WM-Saison einiges erwarten können.
Ergebnis Mantua MXGP:
Tim Gajser (SLO), Yamaha, 1-1
Tom Vialle (F), Honda, 2-5
Alberto Forato (I), Fantic, 5-4
Jago Geerts (B), Beta, 4-7
Mattia Guadagnini (I), KTM, 3-9
Jeffrey Herlings (NL), Honda, 11-3
Jorgen Talviku (EST), Yamaha, 7-8
Jan Pancar (SLO), KTM, 10-6
Ivo Monticelli (I), Kawasaki, 6-11
Ruben Fernandez Garcia (E), Honda, DNF-2
Brian Hsu (D), Honda, 9-14
Alessandro Manucci (I), GasGas, 14-12
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