DTM fehlen Typen? Danner: «Man kennt keinen mehr»

Von Andreas Reiners
DTM
Christian Danner

Christian Danner

Fehlende Typen, fehlende Emotionen und ein zu kompliziertes Regelwerk: Für Christian Danner läuft in der heutigen DTM einiges falsch.

Fehlende Typen, fehlende Emotionen und ein zu kompliziertes Regelwerk: Der ehemalige DTM-Pilot Christian Danner hat das Deutsche Tourenwagen Masters harsch kritisiert. «Ich gehöre nicht zu denen, die ständig sagen, dass früher alles besser war. Was heute aber völlig falsch läuft: Die Fans identifizieren sich nicht mehr mit den Fahrern. Wie denn auch, wenn man keinen mehr kennt», sagte Danner der «Abendzeitung».

Danner, der für den TV-Sender RTL als Formel-1-Experte arbeitet, will den heutigen DTM-Piloten zwar nicht das fahrerische Können absprechen («Das sind die besten Nachwuchsfahrer Europas»). Doch der Bekanntheitsgrad sei gleich null, meint Danner. Das hatte auch Ex-DTM-Pilot Ralf Schumacher zuletzt bemängelt. «Das Produkt ist gut, aber man muss es noch besser an den Mann bringen. Sport lebt von Stars, von Leuten mit Charakter, die extrem nett sind oder was Blödes machen, Typen halt. Da fehlt ein bisschen Charisma. Dieser Boulevard-Anteil, über den ich mich in der Formel 1 beschwert habe, fehlt der DTM. Eine deutsche Serie braucht einen deutschen Helden oder zumindest einen, der deutsch spricht», hatte Schumacher erklärt.

Vor der Saison hatten die Verantwortlichen analog zur Formel 1 den verstellbaren Heckflügel sowie die weicheren und schnelleren Optionsreifen eingeführt, um die Serie für die Zuschauer spannender zu machen. Mehr Überholmanöver, mehr Action auf der Strecke, bisweilen aber auch unübersichtliche Rennen sind die Folge. Für Danner zu viel des Guten. «Der Fan will ein geiles Rennen sehen. Den DTM-Leuten ist es gelungen, die Fans mit einem Gewirr von ständig neuen Vorschriften und Regeln zu verunsichern.»

Denn auch der neue Strafenkatalog sorgte in den ersten Rennen der Saison zeitweise für Verwirrung. Verantwortliche und Fahrer haben sich des Themas bereits auf dem Lausitzring angenommen und zeitnah Modifikationen angekündigt. Danner ist das allerdings nicht genug. «Zwei Boxenstopps, DRS-Phasen, komplizierte Zeitstrafen und dann auch noch Optionsreifen – das braucht kein Mensch. Vereinfacht die Serie!», fordert er.

Was wäre dann die Lösung? Zurück zu den Wurzeln, findet Danner. «Wir sind damals losgefahren, sind uns gegenseitig in die Kiste gerauscht und am Ende hat immer einer gewonnen. Das ist Tourenwagensport. Das wollen die Fans sehen.» Auch in Sachen Emotionen hat Danner Zweifel, ob die aktuellen Premium-Hersteller dazu in der Lage sind. «Damals hatten wir Mercedes für die Verwöhnten, Opel fürs Volk und Alfa Romeo für die mit einem roten Herzen. Da haben die Fans noch so richtig mitgefiebert.»

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