Klaus Ludwig: «Wir wollen keine Billardspiele sehen»

Von Andreas Reiners
DTM
Klaus Ludwig

Klaus Ludwig

Jahrelang wurde nach den Typen in der DTM gerufen. Vor allem in diesem Jahr hauen die Fahrer öfter mal einen raus. Sehr zur Freude der Fans.

Während des vergangenen Rennwochenendes in Budapest hatten sich Mattias Ekström und Marco Wittmann einen Schlagabtausch geliefert. Die sozialen Medien machen es schließlich möglich.

Nach dem 15. Saisonrennen der DTM in Budapest hatte der Gesamtführende ein Foto des Schweden getwittert, der nach seinem Dreher in der ersten Runde ein wenig schreckhaft die Hände vom Lenkrad reißt. Dazu schrieb Wittmann: «Vielleicht kannst du den Award für „die größte Schrecksekunde“ gewinnen?»

Es war die schlagfertige Antwort auf Ekströms besondere Grüße via Twitter. «Die DTM hat ein paar wirklich großartige Schauspieler. Es sieht so aus, als würde Marco Wittmann den Award für „das beste Gesicht des Jahres“ jagen», schrieb der Schwede und hing ein Foto eines wenig begeisterten Gesichts des Franken an, versehen mit der Zeile: «Ich habe ein leichteres Auto und einen breiteren Heckflügel und die anderen wollen trotzdem immer noch gegen mich fahren. Das ist so UNFAIR.»

Ekström hatte die Fotomontage von einem Freund erhalten und sich spontan dazu entschlossen, es zu posten. «Warum auch nicht? Das ist ja lustig. Es braucht einen gewissen Humor, und wenn man nicht über sich selbst lachen kann, kann man auch nicht über andere lachen», sagte Ekström bei Sport1.

Auch die Hersteller können den verbalen Duellen, sei es via Twitter, Facebook oder auch im TV durchaus etwas abgewinnen. Auch wenn ihnen oft nicht ganz zu Unrecht vorgeworfen wird, die weichgespülte Variante des gesprochenen Wortes zu bevorzugen. «Es zeigt, dass die Jungs emotionale Typen sind und mit den neuen Medien lässt sich einiges machen. Und wenn die Jungs da ihren Spaß miteinander haben, ist das nicht schlecht für die DTM», sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. Ein gewisses Niveau solle der verbale Schlagabtausch haben, «aber ansonsten dürfen sie sagen, was sie denken. Das Pingpong finde ich sehr interessant».

Pingpong hatten auch Ekström und Christian Vietoris gespielt, nachdem der Schwede den Deutschen auf dem Norisring abgeschossen hatte. Vietoris musste anschließend für seine Aussage, Ekström sei das allergrößte Arschloch, 3000 Euro Geldstrafe zahlen. Grundsätzlich steht Mercedes dem Thema offen gegenüber. In jedem Fall offener als früher.

«Wir möchten die Typen mehr in den Vordergrund stellen. Nicht nur den Kampf auf der Strecke, sondern auch daneben. Die Jungs nehmen das wahr. Das gibt dem Ganzen das Salz in der Suppe und das ist der richtige Weg», sagte Mercedes’ DTM-Leiter Ulrich Fritz.

Und was sagt DTM-Legende Klaus Ludwig? Der hätte am liebsten zehn Ekströms in der Tourenwagenserie. Damit es verbal noch ein wenig mehr rundgeht als sowieso schon. «Wir wollen keine Billardspiele sehen, sondern Motorsport. Und das muss etwas rauer sein», sagte Ludwig.

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