US-Supercross Lites Ost
Valentin Guillod (Yamaha): Entwarnung nach Verdacht auf Schulterblatt-Bruch
In einem dramatischen Finale von Seattle setzte sich Red Bull KTM-Werksfahrer Eli Tomac gegen Cooper Webb (Yamaha) durch. Jorge Prado (KTM) stürzte in Q1 und fiel aus. Lawrence kollidierte mit Roczen.
6. Lauf der US-Supercross-Meisterschaften in Seattle: Nach starken Regenfällen am Vortag des Rennens war die Strecke im offenen Lumen Field wegen der weichen Oberfläche und der tiefen Spurrillen äußerst tückisch.
Red Bull KTM-Werksfahrer Jorge Prado brannte im Qualifying 1 mit einer Rundenzeit von 50,6 Sekunden die Bestzeit in den Boden. Auch im zweiten Qualifying war der Spanier einer der Top-Platzierten, doch die Strecke wurde im Laufe des Tages immer langsamer. Prados Bestzeit aus Q1 blieb unerreicht. Am Ende der Session Q2 beging Prado einen kleinen, aber folgenreichen Fehler: In der Dragon's Back-Sektion nach dem Zielsprung touchierte sein Hinterrad die oberste Klippe, sodass er einen Schlag aufs Hinterrad bekam und über den Lenker abflog. Bei diesem Sturz zog er sich wieder eine Schulterverletzung zu. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr kugelte sich der Spanier in Anaheim 2 die Schulter aus, die in der Folge operiert werden musste. Das vermasselte ihm die gesamte Supercross-Saison 2025.
Nach dem Crash von Jorge Prado musste die Session mit roter Flagge abgebrochen werden. Jorge wurde von der Medical Crew aus dem Stadion gefahren. Er erhielt zwar von den Ärzten die Freigabe fürs Rennen und startete auch von der Pole Position ins zweite Heatrace, doch bereits nach der ersten Kurve musste er das Rennen aufgeben und fuhr zusammen mit seinem Mechaniker zurück ins Fahrerlager. Weitere Untersuchungen müssen jetzt abgewartet werden und es bleibt zu hoffen, dass er sich nicht erneut seine Schulter verletzt hat.
HEP Progressive Suzuki-Pilot Ken Roczen hatte das kombinierte Qualifying mit 0,8 Sekunden Rückstand auf Prados Bestzeit und Rang 4 beendet. Im ersten Vorlauf zog er den Holeshot und gewann das Rennen mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg vor Justin Cooper (Yamaha) und Eli Tomac (KTM). Tomac hatte auf Platz 3 bereits 10 Sekunden Rückstand zur Spitze und schien sich auf der zerfurchten Strecke zu diesem Zeitpunkt nicht wohlzufühlen, doch das sollte sich später noch ändern.
Vor dem Start zum zweiten Heatrace brach Hektik aus, denn Cooper Webb (Yamaha) musste am Startgatter noch die Brille wechseln. In letzter Sekunde wurde ihm die Ersatzbrille gereicht und Webb zog den Holeshot. Zwischen ihm und Tabellenführer Hunter Lawrence ging es in diesem Rennen hin und her. Am Ende setzte sich aber der Australier durch. Chase Sexton (Kawasaki) stürzte in der zweiten Runde und fiel auf Platz 10 zurück. Der Kawasaki-Werksfahrer konnte sich danach wieder auf Platz 5 verbessern.
Cooper Webb zog den Holeshot zum Finale vor Eli Tomac. Ken Roczen setzte sich in der Anfangsphase gegen Aaron Plessinger (KTM) durch und rangierte auf dem 3. Platz. Es entbrannte ein Dreikampf an der Spitze zwischen Webb, Tomac und Roczen. Tomac startete in der 13. Runde ein grandioses Manöver: Er kam zunächst besser durch die Whoops, nahm die folgende Rhythmus-Passage vor einem Table als Dreifachsprung, überquerte die Passage als On-Off-Kombination, konnte deshalb auf dem Plateau des Tables beschleunigen und sich in der folgenden Rechtskehre neben Webb setzen und ihm die Führung abluchsen. Webb war von dieser Aktion so überrascht, dass ihn Roczen in der folgenden Sandsektion beinahe ebenfalls noch überholen konnte.
Tabellenführer Hunter Lawrence (Honda) erwischte keinen guten Start ins Finale und musste sich von Platz 7 aus nach vorne kämpfen. Nach 15 Runden hatte er sich gegen Plessinger, Sexton und Cooper durchgesetzt und schloss die Lücke zu Ken Roczen auf Platz 3. Kurz vor Ablauf der Renndistanz von 20 Minuten konnte Lawrence die Lücke zu Roczen auf Platz 3 schließen. In der Sandsektion auf der Innenlinie verlor er aber die Kontrolle über sein Bike und kreuzte die Linie von Roczen. Der Thüringer hatte keine Chance, dem Drama zu entgehen und auszuweichen. Lawrence und Roczen gingen beide zu Boden.
Ken war zwar schneller wieder auf seinem Motorrad, stand aber entgegen der Fahrtrichtung und musste erst den Leerlauf suchen, um seinen heißen Motor per Kickstarter in Gang zu setzen. Hunter musste lediglich auf den Knopf seines Elektrostartes drücken, um sein Bike zu starten. Er konnte unverzüglich weiterfahren und wurde hinter Justin Cooper Vierter. Bis Roczen weiterfahren konnte, war er auf Platz 9 zurückgefallen und hatte Probleme, verlor in der letzten Runde noch den 9. Platz an Dylan Ferrandis (Ducati) und ließ sich in der letzten Kurve sogar noch von Sieger Eli Tomac überrunden. Der enttäuschte Deutsche rollte schließlich auf dem 10. Platz über den Zielsprung. Was für ein Pech für 'Kickstart-Kenny', dessen Kickstarter ihm in Seattle nicht nur Zeit, sondern 9 wertvolle Meisterschaftspunkte kostete.
Eli Tomac gewann am Ende souverän mit einem Vorsprung von 9,2 Sekunden vor Cooper Webb und Justin Cooper. Mit seinem 3. Saisonerfolg in Seattle konnte sich Eli Tomac nach 6 von 17 Meisterschaftsrunden wieder von Platz 3 auf 2 verbessern. Eli Tomac hat nur noch einen Punkt Rückstand zu Leader Hunter Lawrence. Ken Roczen rangiert jetzt mit 11 Punkten Rückstand auf Platz 3, punktgleich mit Cooper Webb.
In der kommenden Woche geht es in Arlington mit der 7. Meisterschaftsrunde weiter.
Eli Tomac (USA), KTM
Cooper Webb (USA), Yamaha
Justin Cooper (USA), Yamaha
Hunter Lawrence (AUS), Honda
Chase Sexton (USA), Kawasaki
Malcolm Stewart (USA), Husqvarna
Aaron Plessinger (USA), KTM
Joey Savatgy (USA), Honda
Dylan Ferrandis (F), Ducati
Ken Roczen (D), Suzuki
Justin Hill (USA), KTM
Jason Anderson (USA), Suzuki
Colt Nichols (USA), Suzuki
Shane McElrath (USA), Honda
Kevin Moranz (USA), KTM
DNS: Jorge Prado (E), KTM
DNS: RJ Hampshire (USA), Husqvarna
DNS Austin Forkner (USA), Triumph
DNS: Justin Barcia (USA), Ducati
DNS: Christian Craig (USA), Honda
Hunter Lawrence (AUS), Honda, 124
Eli Tomac (USA), KTM, 123 (-1)
Ken Roczen (D), Suzuki, 113 (-11)
Cooper Webb (USA), Yamaha, 113 (-11)
Chase Sexton (USA), Kawasaki, 106 (-18)
Justin Cooper (USA), Yamaha, 95 (-29)
Jason Anderson (USA), Suzuki, 83 (-41)
Joey Savatgy (USA), Honda, 80 (-44)
Dylan Ferrandis (F), Ducati, 75 (-49)
Jorge Prado (E), KTM, 73 (-51)
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