Formel 1: Urteil zur Ferrari-Kollision

Franz Zorn: «Ich hätte innerlich verbluten können»

Von Rudi Hagen
Eisenhart: Franz Zorn

Eisenhart: Franz Zorn

Eine kleine Schraube wäre Franz Zorn fast zum Verhängnis geworden. Nur durch Zufall wurde das Metall im Allerwertesten des Österreichers entdeckt und herausoperiert. Morgen werden die Fäden gezogen.

Franz Zorn, genannt «Franky», ist irgendwie ein Hallodri, aber im positiven Sinne des Wortes. Leichtfüßig, locker und bisweilen unberechenbar ist der Saalfeldener, auf und neben dem Eis. Die meisten Eisspeedwayfans lieben oder zumindest bewundern den 44-Jährigen vielleicht gerade deswegen. Vor allem aber auch, weil er jedes Jahr versucht, der Übermacht der russischen Fahrer in diesem Sport aus westeuropäischer Sicht etwas an Stärke entgegen zu setzen.

In diesem Jahr kam Franz Zorn nach Abschluß der 10 Rennen dauernden Eisspeedway-WM mit 108 Punkten auf Rang 6 ein. Vor ihm nur Russen, nach ihm folgte 36 Punkte zurück der Schwede Stefan Svensson. Nach der schweren Verletzung vom Vorjahr war es schon fast ein Wunder, dass Zorn die WM überhaupt mitfahren konnte. Dass aber bei ihm eine Schraube locker war und die ihn nicht weiter malträtierte, das grenzt schon fast an ein Wunder.

«Nachdem ich mir in Assen den Fuß angeschlagen hatte, bin ich am Tag darauf zu meinem Arzt in Salzburg, um den Flunken röntgen zu lassen», berichtet Franz Zorn gegenüber SPEEDWEEK.com. «Als ich dann eher beiläufig davon erzählte, dass mir seit Mitte der Saison der Hintern wehtue, haben sie den Bluterguß heraus massiert und dann die Stelle ebenfalls geröngt. Da kam die Schraube zum Vorschein, die sich aus meiner OP-Platte am Schambein gelöst hatte und nun zwischen Arschbacke und Oberschenkel steckte.»

Damit war zwar die Herkunft der Schmerzen geklärt, aber etwas anderes wog viel schlimmer: «Das Ding saß direkt neben dem Ischiasnerv und den angrenzenden Blutgefäßen», erklärt der Red-Bull-Pilot die damalige Situation vor den abschließenden beiden Durchgängen in Inzell. «Ich hätte innerlich verbluten können, hätte ich mich unglücklich bewegt oder wäre gar blöd gestürzt.»

Was tun? «Ich habe mich letztlich entschieden zu fahren. Wir haben ein Foto von dem Röntgenbild gemacht und es meinem Mechaniker gegeben. Der sollte dann im Ernstfall damit zum Rennarzt gehen und es ihm zeigen.»

Es ging alles gut. Die Schraube wurde später heraus operiert, morgen werden in Salzburg die Fäden gezogen. Heute putzte «Franky» schon mal seine Motocross-Maschine auf Hochglanz. Das Sommertraining im Gelände steht an. Denn im nächsten Jahr will Franz Zorn wieder einen Versuch starten, in die russische Phalanx der Spikes-Ritter einzubrechen. «Wenn finanziell alles passt.»

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