Peugeot unter Druck

Von Guido Quirmbach
FIA WEC
Wer steht bei Peugeot auf dem Mannschaftsfoto 2012?

Wer steht bei Peugeot auf dem Mannschaftsfoto 2012?

Nach der Entscheidung von Simon Pagenaud für die IndyCars muss sich Peugeot nun mit dem Fahrerkader 2012 ernsthaft beschäftigen.

Alexander Wurz ist ganz weg, Simon Pagenaud steht bestenfalls für Sebring und Le Mans zur Verfügung. Sébastien Bourdais hat noch keinen Vertrag für die kommende Saison und liebäugelt ebenfalls mit den IndyCars. Wer wird für Peugeot nun aber die WM bestreiten?

Der Wagen von Sébastien Bourdais war in dieser Saison durch die Bank der beste in den Reihen der 908, egal ob Anthony Davidson oder Simon Pagenaud sich das Steuer mit dem Brillenträger aus Le Mans teilten. Die Piloten blieben fehlerlos und überzeugten durch eine hohe Rennpace. Peugeot täte gut daran, Bourdais zu halten. Franck Montagny und Stéphane Sarrazin dürften neben Davidson ebenfalls als gesetzt gelten, wenn die beiden auch in den Rennen der abgelaufenen Saison nicht immer überzeugen konnten. Diese vier Piloten wären sicher der Wunschkader von Peugeot für die gesamte WM.

Sollte Bourdais aber auch abspringen, dann hat Peugeot ein Problem, einen Nachfolger aus den eigenen Reihen für die WM zu finden. Und dazu gibt es ein komplettes zusätzliches Fahrzeug sowie die dritten Fahrerplätze für Le Mans zu besetzen.

Mit Alex Wurz ist der beste Entwickler unter den Fahrern in Richtung Toyota verschwunden. Marc Gené hat zwar ähnliche Test-Qualitäten wie der Österreicher, war allerdings zumindest in den wenigen Rennen 2011 eine Klasse dahinter. Nicolas Minassian war nach seinem schweren Unfall zu Jahresbeginn in Paul Ricard noch nicht wieder der alte, hatte allerdings nach Le Mans auch kaum Gelegenheit, sich zu beweisen. Ein neuer Einsatz von Pedro Lamy stand nach Le Mans nicht mehr zur Debatte.

Jemand neues ins Cockpit zu werfen bringt natürlich auch ein gewisses Risiko. Lucas Di Grassi war gut bei den Tests, ob er auch gut im Rennen ist, kann er erst beweisen, wenn er in Sebring mit 50 anderen Autos auf der Strecke ist. Ähnliches gilt für den Ersatzfahrer Jean-Karl Vernay, der aber zumindest eine Saison im LMP2 absolvierte.
An erfahrenen Piloten sind nicht viele auf dem Markt. Aus der LMS bzw. dem ILMC fallen dort vor allem Olivier Pla, Alexandré Premat, Guillaume Moreau oder Julien Jousse ein. Neel Jani käme nur dann in Frage, wenn es ein volles WM-Programm geben würde.

Oder Peugeot schaut noch mehr über den Tellerrand: Christian Klien wäre noch eine Option, er hat sich gut geschlagen bei seinen wenigen Einsätzen in der Vergangenheit für Peugeot. Und GT1-Weltmeister Lucas Luhr hat in dieser Saison in vielen Fahrzeugen bewiesen, dass er weitaus besser ist, als er bei Audi zuletzt aussah.

Man darf gespannt sein, wer 2012 für die Löwen am Steuer sitzt. Schwächen auf der Fahrerseite kann sich Peugeot nicht erlauben, weder in der WM noch in Le Mans. Viele Rennen wurden 2011 durch die Fahrer entschieden. Nicht zuletzt auch Le Mans. Denn dort gewann auch das einzige Fahrzeug, bei dem sich die Fahrer über die gesamte Distanz keine Schwäche erlaubten. Und das mit gerade einmal 13 Sekunden Vorsprung.

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