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BMW-Motorenpapst Paul Rosche verstorben

​Mit 82 Jahren ist der Münchner Paul Rosche verstorben. «Nocken-Paule» stand als Vater legendärer Rennmotoren von BMW hinter dem ersten WM-Titel eines Piloten mit Turbo-Motor, 1983 mit Nelson Piquet und Brabham.

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Paul Rosche ist tot. Der legendäre Rennmotorenbauer von BMW ist im Alter von 82 Jahren gestern, 15. November, in seiner Heimatstadt München verstorben. Die Automobilwelt verliert einen legendären Motorenbauer, der mit seinem bayerischen Schalk die bisweilen viel zu ernste Rennwelt erfreute.

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Mir fällt eine seiner Geschichten ein, es war die Anfangszeit der Zusammenarbeit zwischen BMW mit dem Vierzylinder-Turbomotor und dem Brabham-Rennstall. Rosche erzählte: "Wir schickten also einen Versuchsmotor nach England, um den Briten die Möglichkeit zu geben, das Chassis auf das Triebwerk anzupassen. Wir waren davon überzeugt, dass die Engländer den Motor öffnen würden, also nahmen wir die Kolben raus und betteten Weissbierflaschen in die Zylinder. Mit einer kleinen Grussbotschaft – Prosit aus Bayern oder so. Als der Motor später wieder in München eintraf, waren wir baff: Die Flaschen waren noch immer in den Zylindern, ungeöffnet, so wie auch der Motor nicht geöffnet worden war."

Am 1. November 1957 trat Rosche nach seinem Abschluss am Polytechnikum eine Stelle bei BMW an, auf Wunsch seiner Mutter, wie er später erklärt hat. In der Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitete er unter Alexander von Falkenhausen. Die Abteilung, undenkbar heute, bestand aus eben mal sechs Fachkräften, und die kümmerten sich um die ganze Palette des Motorenbaus – Motorblock, Kolben, Zusatzaggrate, Nockenwellen, Ventilfedern.

Von Falkenhausen erkannte und förderte das offensichtliche Talent Rosche. Dessen Nockenwellenberechnungen brachten ihm den Spitznamen "Nocken-Paule" ein. Später gab Rosche freimütig zu, dass er zunächst von Nockenwellen keinen blassen Schimmer hatte.

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Nach der Arbeit an verschiedenen Serienmotoren wurde Rosche die Rennmotorenabteilung ans Herz gelegt. BMW experimentierte zunächst mit einem eigenen Formel-2-Renner, zog sich zwischendurch wegen des tödlichen Unfalls von Gerhard Mitter 1970 aus dem Sport zurück, errang zahllose Tourenwagenerfolge, dann begann die Ära einer überaus erfolgreichen Kooperation mit March – March-BMW-Renner waren in der Formel 2 Mitte der 70er Jahre so gut wie unschlagbar.

Mit Jochen Neerpasch versuchte Paul Rosche, dem BMW-Vorstand einen Formel-1-Einstieg schmackhaft zu machen. Der Vorstand zierte sich. Als Neerpasch das komplette Projekt zum französischen Hersteller Talbot mitnehmen wollte, änderten die Münchner ihre Meinung, vor allem wachgerüttelt durch Neerpaschs Nachfolger Dieter Stappert.

Längst arbeitete Rosche an einem Turbo-Motor auf Basis eines Serien-Reihenvierzylinderblocks. Der Beginn mit Brabham war so harzig, dass der damalige Teamchef Bernie Ecclestone kurz davor war, die deutschen Motoren fallen zu lassen und weiter mit Cosworth-Power zu fahren. Gerettet wurde die Ehe durch den Überraschungs-Sieg des Brasilianers Nelson Piquet in Kanada 1982. Ein Jahr später war Piquet der erste Turbo-Weltmeister der Formel 1.

Die Vierzylinder-Motoren von Paul Rosche leisteten im Quali-Trimm mehr als 1400 PS, nach wenigen Runden waren diese Sternschnuppen des Rennmotorenbaus verglüht.

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Ende 1986 zog sich BMW werksseitig aus der Formel 1 zurück, die Vierzylinder-Turbos wurden eine Weile als Megatron bei Kundenrennställen weiterverwendet.

Rosche wandte sich anderen Aufgaben zu: Motoren für die unfassbar erfolgreichen M3-Tourenwagen, Konstruktion eines 6,1-Liter-V12-Motors für den McLaren-Strassensportwagen – konstruiert von seinem alten Wegbegleiter Gordon Murray, dem früheren Chefkonstrukteur von Brabham.

Paul Rosches Saugmotor BMW M70 V12 gewann 1995 und 1999 in Le Mans, 1995 mit dem McLaren-Sportwagen, 1999 mit dem Sportprototypen BMW V12 LMR.

Rosche stellte auch die Weichen für das neue Formel-1-Abenteuer von BMW, in Form einer Kooperation mit Williams ab der Saison 2000. Mit 65 Jahren ging Rosche 1999 in den wohlverdienten Ruhestand.

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