Chinesische Hersteller auf dem Vormarsch: Kommt ein Rennen in China?
ZX Moto, QJ Motor und Kove haben bereits auf WM-Ebene auf sich aufmerksam gemacht. Doch bevor ein Rennen der Superbike-WM in China Realität wird, muss eine entscheidende Hürde überwunden werden.
Seit der Saison 2024 umfasst der Kalender der Superbike-WM nur noch ein Überseerennen. Abgesehen von Australien finden sämtliche Veranstaltungen in Europa statt. Die Hersteller wünschen sich zwar mehr Events in Übersee – insbesondere in Asien und den USA. Konkrete Hinweise auf neue Stationen außerhalb Europas gab es bislang jedoch nicht. Mit dem Einstieg neuer chinesischer Hersteller gewinnt die Idee eines Rennwochenendes in China allerdings an Bedeutung.
Obwohl die Volksrepublik China flächenmäßig riesig ist und rund 1,4 Milliarden Einwohner zählt (in Europa leben aktuell weniger als 750 Millionen Einwohner), existieren nur wenige Rennstrecken mit FIA- oder FIM-Homologation. Die bekannteste Anlage ist der Shanghai International Circuit, auf dem die Formel 1 gastiert. Weitere permanente Rennstrecken befinden sich unter anderem in Zhuhai, Ordos, Zhuzhou und Chengdu.
Spannungen zwischen Verband und Herstellern
Fabio Evangelista, Teamchef des Evan-Bros-Teams,
Für ein mögliches Rennen sieht Evangelista vor allem ein Hindernis: den nationalen Verband. «Ohne den chinesischen Verband ist das nicht so einfach», erklärte er und verwies auf Differenzen zwischen Herstellern und Verband, die in der Vergangenheit zu Spannungen geführt haben.
Trotzdem zeigt sich Evangelista optimistisch. «Wenn wir in diesem Jahr einige gute Ergebnisse erzielen, können die Hersteller mehr Druck aufbauen», sagte er. Einige der chinesischen Werke ziehen inzwischen an einem Strang. So pflegt ZX-Moto-Gründer Zhang Xue laut Evangelista enge Kontakte zu CF Moto.
«Er möchte der zweitwichtigste Hersteller nach CF Moto werden. Er hat großen Respekt vor ihnen, die Beziehung ist sehr gut. Gemeinsam könnten sie in China eine starke Allianz bilden», erklärte Evangelista. Gleichzeitig sei es in einem so großen Land schwierig, alle Akteure unter einen Hut zu bringen.
Auch geografisch liegen die Hersteller weit auseinander. «Kove und ZX Moto kommen aus Chongqing. Etwa drei Autostunden entfernt liegt Chengdu. Die anderen Hersteller sind deutlich weiter weg», erläuterte Evangelista. Für ZX Moto wäre daher der Chengdu Tianfu International Circuit die naheliegende Heimstrecke.
Wechsel zu ZX Moto öffnet neue Türen
Das Evan-Bros-Team zählt zu den erfolgreichsten Mannschaften der Supersport-WM und gewann mit Yamaha bereits Weltmeistertitel. Der Wechsel zu ZX Moto hat jedoch neue Möglichkeiten eröffnet. Neben dem bereitgestellten Material profitiert das Team vor allem vom Interesse chinesischer Sponsoren.
Zhang Xue habe mehrere Partnerschaften organisiert. «Die chinesischen Sponsoren kommen direkt über ihn. Ich akzeptiere sie natürlich gerne», sagte Evangelista. Dadurch könnten sportliche Aktivitäten leichter finanziert werden. Zu den neuen Partnern gehört unter anderem ein chinesischer Energydrink.
Auch Ausrüster zeigen wachsendes Interesse. «In China gibt es ein enormes Interesse. Das habe ich auch auf der EICMA gespürt – beide Fahrer wurden von einer chinesischen Helmmarke kontaktiert», berichtete Evangelista und sprach von «sehr attraktiven finanziellen Angeboten».
Davon könnten auch die ZX-Moto-Piloten Valentin Debise und Federico Caricasulo profitieren. «Diese Verbindung nach China kann für sie wirtschaftlich sehr interessant sein», betonte Evangelista.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach