Dietrich Mateschitz, Helmut Marko: Wo Red Bull steht

Von Gerhard Kuntschik
Formel 1

​Es ist nicht alles rosarot bei den roten Bullen, zum Ende der Testphase in Barcelona. Was Dietrich Mateschitz, Dr. Helmut Marko und Christian Horner über die Konkurrenzfähigkeit von Red Bull Racing sagen.

Lagebesprechung im Motorhome von Red Bull Racing. Aus Österreich sind «Mr. Red Bull» Dietrich Mateschitz und Rennchef Dr. Helmut Marko eingeflogen. Sie hören sich den Bericht von Teamchef Christian Horner an. Fazit: «Wir sind gut dabei, aber ...» Mit dem Aber sind mehrere Punkte verbunden.

Erstens: Die Form ist nicht konstant. Tagen, an welchen Daniel Ricciardo und Max Verstappen gut dabei waren, folgten welche, an denen der Speed fehlte. Dr. Marko gibt zu: «Wir bekommen manchmal die Reifen einfach nicht ins richtige Temperaturfenster, also zur optimalen Leistung.» Das war in der zweiten Testwoche auffällig, als mit dem Soft-Reifen die Zeiten gleich schnell waren wie mit den Supersofts.

Zweitens: Es gibt ein Motorproblem, das auch Toro Rosso und Renault zu Motorwechseln zwang. «Ein Sensor in der MGU-K-Einheit wurde mehrmals defekt», hiess es. Marko ergänzt: «Das passierte schon in Woche eins. Uns wurde gesagt, in der zweiten Phase ist dies behoben, doch es passierte wieder.» Offenbar eine schadhafte Serie eines Zulieferers – die Red-Bull-Teams warten auf eine Lösung durch Renault.

Drittens: Noch weiss niemand, ob in Melbourne ein Konkurrent oder gleich mehrere Gegner das innovative Aufhängungssystem von Red Bull Racing bei den Rennkommissaren anprangert. Während Niki Lauda, Aufsichtsrats-Chef des Mercedes-Rennstalls, sich «zu hundert Prozent sicher» ist, dass bei den Silbernen alles legal und innerhalb der von der FIA getroffenen Klarstellung bleibt, gibt Marko zu: «Das ist sehr komplex. Man muss die einzelnen Komponenten betrachten. Wir sind natürlich im Reglement.»

Aber offenbar hat die FIA gegenüber Red Bull Racing die Beweisumkehr verlangt. Marko weiter: «Wir müssen jetzt nachweisen, dass alles konform ist. Und nicht die FIA, dass wir etwas Nichtkonformes im Auto haben. Grauzonen wird es immer geben. Die FIA hat eine Handvoll Techniker, denen eine Armee von Spezialisten in jedem grossen Team gegenübersteht.»

Noch kein Problem für die Motorentwicklung scheint das Faktum, dass Renault seit dieser Saison mit BP/Castrol arbeitet, während Red Bull Racing Mobil an Land zog. Marko meint jedoch: «Wenn es zu Standfestigkeitsproblemen kommt, kann das ein Nachteil sein.» Auf dem Einzylinder-Prüfstand war bisher kein signifikanter Unterschied erkennbar.

Was das Chassis betrifft, gibt der Grazer zu: «Ganz verstehen wir es noch nicht. Aber es ist wieder ein Wurf. Ein Dauerlauf war diese Woche nicht zufriedenstellend, ein anderer klappte gut – wenn auch unterbrochen durch eine Rot-Phase. Verstappen schaffte jedenfalls eine Renndistanz. Generell ist auch Toro Rosso von Balance-Problemen betroffen, weil auch dort die Reifen noch nicht optimal arbeiten.»

Marko und Mateschitz sagen übereinstimmend: «Ferrari überzeugt durch Standfestigkeit zu einem sehr frühen Zeitpunkt und mit deutlichen Fortschritten zum Vorjahr. Ferrari wird ein ernsthafter Gegner an der Spitze. Mercedes scheint Probleme mit dem Unterboden zu haben. Die grosse Überlegenheit wird nicht mehr da sein.»

Was auf die WM-Saison hin zuversichtlich stimmt: «Valtteri Bottas muss erst zeigen, dass er langfristig auf Hamilton-Niveau fahren kann. Ferrari hat auch nur Vettel für Top-Plätze. Da sind wir mit unseren Fahrern am besten aufgestellt, was die Konstrukteurs-WM betrifft.»

Dennoch bleibt Red-Bull-Chef Didi Mateschitz bei seiner Prognose aus dem Winter: «Mercedes hat einen Vorsprung, der aber von Ferrari und uns ständig verkürzt wird. Wir erwarten, dass wir im Sommer gleichgezogen haben.» Und er setzt auch auf ein von Renault angekündigtes Motor-Update für den Barcelona-GP im kommenden Mai.

8. Testtag Barcelona, Freitag, 10. März

1. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari SF70H, 1:18,634 (111 Runden)
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB13-Renault, 1:19,438 (71)
3. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR12-Renault, 1:19,837 (132)
4. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W08, 1:19,845 (53)
5. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W08, 1:19,850 (54)
6. Nico Hülkenberg (D), Renault RS17, 1:19,885 (45)
7. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM10-Mercedes, 1:20,116 (128)
8. Jolyon Palmer (GB), Renault RS17, 1:20,205 (43)
9. Lance Stroll (CDN), Williams FW40-Mercedes, 1:20,335 (132)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-17-Ferrari, 1:21,110 (76)
12. Fernando Alonso (E), McLaren MCL32-Honda, 1:21,389 (43)
11. Marcus Ericsson (S), Sauber C36-Ferrari, 1:21,670 (59)
13. Pascal Wehrlein (D), Sauber C36-Ferrari, 1:23,527 (42)

Zweite Testwoche

1. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari SF70H, 1:18,634 (superweich, FR)
2. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF70H, 1:19,024 (ultraweich, DO)
3. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W08, 1:19,310 (superweich, MI)
4. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W08, 1:19,352 (ultraweich, DO)
5. Felipe Massa (BR), Williams FW40-Mercedes, 1:19,420 (ultraweich, MI)
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB13-Renault, 1:19,438 (superweich, FR)
7. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR12-Renault, 1:19,837 (ultraweich, FR)
8. Nico Hülkenberg (D), Renault RS17, 1:19,885 (ultraweich, FR)
9. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB13-Renault, 1:19,900 (ultraweich, DI)

10. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM10-Mercedes, 1:20,116 (ultraweich, FR)
11. Esteban Ocon (F), Force India VJM10-Mercedes, 1:20,161 (ultraweich, DO)
12. Jolyon Palmer (GB), Renault RS17, 1:20,205 (ultraweich, Fr)

13. Lance Stroll (CDN), Williams FW40-Mercedes, 1:20,335 (weich, FR)
14. Daniil Kvyat (RUS), Toro Rosso STR12-Renault, 1:20,416 (superweich, DO)

15. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-17-Ferrari, 1:20,504 (superweich, DO)

16. Stoffel Vandoorne (B), McLaren MCL32-Honda, 1:21,348 (ultraweich, DO)
17. Fernando Alonso (E), McLaren MCL32-Honda, 1:21,389 (ultraweich, FR)

18. Romain Grosjean (F), Haas VF-17-Ferrari, 1:21,110 (ultraweich, FR)
19. Marcus Ericsson (S), Sauber C36-Ferrari, 1:21,670 (superweich, FR)
20. Pascal Wehrlein (D), Sauber C36-Ferrari, 1:22,347 (ultraweich, DO)

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