Toto Wolff über Pascal Wehrlein: «Kragen geplatzt»

Von Mathias Brunner
​In Shanghai wird viel über einen Fahrer geredet, der weder im Einsatz ist, noch in China weilt: Sauber-Fahrer Pascal Wehrlein. Mercedes-Rennchef Toto Wolff stellt zu seinem Schützling einige Punkte klar.

Seit Pascal Wehrlein in Australien das Handtuch geworfen hat, spriessen die Mutmassungen. Es gab nach seinem Überschlag beim Race of Champions in Miami Mitte Januar 2017 unterschiedliche Informationen über die Art der Verletzung des Mercedes-Nachwuchsmannes. Es wurde kolportiert, dass es einen gewissen Druck von Ferrari gebe, den eigenen Schützling Antonio Giovinazzi im Sauber zu sehen. Wo Sauber doch Ferrari-Motoren verwendet.

Toto Wolff präzisierte am Freitag in Shanghai: «Beim Unfall in Miami zog sich Pascal einen Kompressionsbruch eines Nackenwirbels zu. Er kann von Glück reden, sich nicht schlimmer verletzt zu haben. Er konnte sich einige Wochen lang kaum bewegen und musste eine Stütze tragen. Während dieser Zeit konnte er natürlich kaum trainieren. Letztlich führte das dazu, dass er in Australien einfach noch nicht stark genug war, um ein solches Auto über eine Renndistanz zu bewegen.»

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn widerspricht und betont bei unseren Kollegen von Bild: «Was Toto genau gesagt hat, weiss ich nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es richtig wiedergegeben worden ist, zumal es auch so nicht richtig ist. Die Verletzung trifft die Brustwirbelkörper und nicht die Halswirbel, das hat auch Pascal klargestellt beim zweiten Test in Barcelona. Das geht aus den Berichten, die wir vom Mercedes-Juniorprogramm haben, hervor. Es sind offenbar Mikro-Frakturen. Das muss man jetzt nicht dramatisieren, aber man hätte es auch nicht so bagatellisieren sollen wie vorher, als ob er einfach nicht in der Lage ist zu fahren.»

Toto Wolff hat am Samstagnachmittag in Shanghai über seinen 22jährigen Schützling Wehrlein gesagt: «Pascal stemmt derzeit fleissig Hanteln und Gewichte. Er bereitet sich so gut als möglich auf Bahrain vor. Ich höre nur Gutes, also dass er sich wesentlich besser und stärker fühlt als vor Australien. Im Moment spricht alles dafür, dass er in Bahrain im Auto sitzt.»

«Ich finde generell, man sollte den Gesundheitszustand eines Sportlers nicht in den Medien auswälzen. Das ergibt nur einen Nährboden für Spekulationen, die negativ oder falsch sein können.»

«Wir haben versucht, Pascal die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen. Klar hofften wir alle, dass er in Barcelona fahren kann. Dann hat sich gezeigt: Den ersten Test in Spanien kann er nicht fahren, weil die Verletzung nicht gut genug verheilt war. In der Folge haben die Ärzte das Okay gegeben für den zweiten Test. Den ist er gefahren, und der war auch ganz in Ordnung. Deshalb ist er nach Australien gereist. Aber in Melbourne hat er selber entschieden, dass er einfach noch nicht so weit ist.»

«Pascal fand in Melbourne, ihm fehle die Power. In so einer Situation muss der Fahrer selber einschätzen, wann er wieder fit genug ist. Am Freitag ist mir dann einfach der Kragen geplatzt, weil alle möglichen Verschwörungstheoretiker auftraten und behaupteten, Ferrari wolle den Giovinazzi im Sauber sehen, weil dort eben ein Ferrari-Motor im Heck hängt, oder Wehrlein sei eine Prinzessin, weil er nicht im Auto sitzen wolle. Aber das ist alles nicht der Fall.»

«Es war einfach eine schwerwiegende Verletzung, die wir an sich in der Öffentlichkeit nicht breittreten wollten, aber ich fand den Zeitpunkt als gekommen, zu sagen was Sache ist, damit die Leute endlich Ruhe geben und Pascal die notwendige Zeit erhält.»

Wird nun kein Formel-1-Fahrer mehr an einer Veranstaltung wie dem Race of Champions teilnehmen? Toto Wolff: «Im Nachhinein bist du immer schlauer. Aber man muss den Jungs auch ihre Freude lassen, sich mit anderen Autos zu messen. Andere flitzen mit dem Snowmobil herum oder gehen Skilaufen. Du kannst nicht alles verbieten.»

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