Daniil Kvyat wie Sebastian Vettel: Kurz vor Sperre

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Vor dem Österreich-GP wusste Ferrari-Star Sebastian Vettel: Viele Pistenfouls darf er sich nicht mehr leisten. Doch vor dem Rennen in Silverstone verfielen Strafpunkte. Auf dem heissen Sitz neu – Daniil Kvyat.

SPEEDWEEK.com-Leser erinnern sich: Nach dem Rammstoss von Baku war die Lage von Ferrari-Star Sebastian Vettel kritisch – der Heppenheimer war nur noch zwei Punkte von den maximal erlaubten elf Strafpunkten der FIA entfernt. Das Glück für Vettel: Nach dem Österreich-GP und vor dem Wochenende in Silverstone verfiel eine Strafe aus dem Vorjahr, daher steht der vierfache Champion nun wieder bei sieben Knöllchen.

Zur Erinnerung – zur Saison 2014 hin führte der Autoverband FIA ein neues Strafpunktesystem ein: Maximal elf Strafpunkte darf sich ein GP-Pilot in einem Zeitraum von zwölf Monaten (also über eine Saison hinaus) leisten. Wer sich zwölf oder mehr zuschulden kommen lässt, der kommt gewissermassen auf die Strafbank und muss einen Grand Prix lang zuschauen.

Der letzte Fahrer, der eine vergleichbare Strafe erhielt (auch ohne Punktesystem) war Romain Grosjean – nach dem Auslösen der Startkollision von Belgien 2012. In Monza fuhr damals Lotus-Testfahrer Jérôme d’Ambrosio anstelle des Genfers.

Vor dem Baku-GP kam Vettel auf sechs Punkte aus den vergangenen zwölf Monaten: Zwei aus Mexiko 2016 (gefährliches Fahren im Duell mit Daniel Ricciardo), zwei aus Malaysia 2016 (vermeidbare Kollision mit Rosberg), zwei aus England 2016 (Massa neben die Bahn gedrückt). Für das Rüpelverhalten in Aserbaidschan kamen drei Punkte hinzu.

Uns haben einige Mails erreicht mit der Frage: Wer ist denn nun der böse Bube? Wer hat gegenwärtig am meisten Strafpunkte und muss bangen?

Antwort: Toro-Rosso-Fahrer Daniil Kvyat.

Und der Russe aus Ufa muss wirklich aufpassen: Er kommt derzeit auf neun Punkte, doch erst Mitte Oktober verfallen zwei davon (vor dem USA-GP in Austin/Texas). Bis dahin muss sich der 23-Jährige zurückhalten.

Sein Strafenregister setzt sich so zusammen: 2 Punkte für das Auslöser einer Kollision in Texas 2016 (Duell mit Sergio Pérez), 1 Punkt für Abkürzen in Mexiko 2016, 2 Punkte für inkorrektes Aufstellen am Start in Kanada 2017, 2 Punkte für das Auslösen einer Kollision in Österreich 2017 (Aus für Alonso und Verstappen), 2 weitere Punkte für die Kollision mit seinem Toro-Rosso-Stallgefährten Carlos Sainz in Silverstone.

Anders gesagt: Kvyat hat in drei der letzten vier Rennen eine Strafe erhalten, nur im Chaos-GP von Baku nicht.

Strafenliste vor dem Ungarn-GP *

1. Daniil Kvyat 9 Punkte
2. Carlos Sainz und Sebastian Vettel, je 7
4. Stoffel Vandoorne, Sergio Pérez, Kevin Magnussen und Jolyon Palmer, je 5
8. Nico Hülkenberg und Esteban Ocon, je 2
10. Romain Grosjean 3
11. Lewis Hamilton und Pascal Wehrlein, je 2
13. Max Verstappen 1

* nur Stammfahrer 2017

Gegenwärtig mit weisser Weste: Fernando Alonso, Valtteri Bottas, Marcus Ericsson, Kimi Räikkönen, Max Verstappen, Felipe Massa und Lance Stroll

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