Romain Grosjean: Weniger meckern am Funk

Von Andreas Reiners
Formel 1
Romain Grosjean

Romain Grosjean

Romain Grosjean ist in der Formel 1 sehr beliebt, vor allem bei der Regie. Denn: Der Franzose wütet schon mal gerne am Funk, in erster Linie wegen seiner traditionellen Probleme mit seinen Bremsen.

Das ist in der Königsklasse inzwischen schon so etwas wie ein Running Gag, der bei den Live-Übertragungen gerne weitergespielt wird.

Grosjean fand das zuletzt gar nicht mehr lustig. «Ich wurde viel öfter übertragen als andere. Und ich bin sicher, dass die auch fluchen und nicht immer happy sind», sagte er. Von seinem Haas-Teamchef Günther Steiner erhielt er Rückendeckung. Steiner betonte, wie umgänglich Grosjean doch eigentlich sei. Ein Charakterzug, der durch die Häufung seiner genervten Funksprüche so nicht wirklich rüberkommt.

Grosjean selbst weiß, dass er mit seinen Verbalinjurien die Steilvorlagen liefert. Und demnach weiß er auch, dass er in dieser Hinsicht noch Verbesserungsbedarf hat. Denn Grosjean macht kein Geheimnis daraus, dass er gerne einen Platz in einem Topteam hätte. Sein allgemeines Level würde dafür reichen, glaubt Grosjean. Wären da nicht seine Flüche, die sich auch schon mal gegen das Team richten.

«Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann. Mit Frust besser umgehen können, anders mit Dingen umgehen, besser damit, wenn die Bremsen nicht funktionieren, solche Sachen. Daran muss ich mehr arbeiten», wird er von motorsport.com zitiert.

«Ich werde frustriert, weil ich gewinnen will. Wenn ich dann frustriert bin, schimpfe ich am Funk. Wie kann ich diesen Frust also abbauen? Eine andere, Art es zu sehen, wäre es zu sagen, „Okay, ich gewinne das Rennen nicht, ich bekomme mein Geld, fahre und fahre heim“.»

Er gibt sich aber nicht damit zufrieden, 14. zu werden und zumindest seinen Teamkollegen zu schlagen. «Ich muss mich am Funk etwas mehr zurückhalten, aber ich werde frustriert, weil ich gewinnen will. Wenn du in Führung liegst oder ein Auto hast, mit dem du gewinnen kannst, dann schreist du nicht und du beschwerst dich nicht, weil du da bist, wo du hingehörst.»

Aus seinem Ferrari-Traum hat er nie einen Hehl gemacht. Es stimme allerdings nicht, dass er nur wegen Ferrari zu Haas gegangen sei. Tatsächlich weiß Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene genau, was Grosjean kann. Doch im Ferrari wird auch 2018 Kimi Räikkönen sitzen. Der Anruf aus Maranello kommt nicht.

Grosjean bleibt gelassen. «Ich habe mich von Anfang an darauf eingerichtet, drei Jahre lang Haas-Fahrer zu sein», sagt er auf der offiziellen Formel-1-Seite. «Ich will mithelfen, wie das Team wächst und gedeiht. Wenn ich aber eines Tages die Chance erhalten sollte, Rennen und den Titel zu gewinnen, dann wäre das fabelhaft.»

Auf die Frage, welche Farbe dieses Auto haben sollte, meint Romain: «Eine andere als mein jetziges. Das Leben steckt voller Überraschungen. Schau dir an, wie sich das Schicksal von Valtteri Bottas gewendet hat in der ersten Dezember-Woche 2016. Solche Dinge passieren.»

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