Startfeld 2018: Fragezeichen um Vettel und Alonso

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel und Fernando Alonso

Sebastian Vettel und Fernando Alonso

​Ist das die Ruhe vor dem Sturm? Die meisten Formel-1-Insider erwarten einen ruhigen Transferherbst. Aber einige Fragezeichen um Stars wie Sebastian Vettel und Fernando Alonso bleiben.

Die grosse Sensation beim Wettlauf um die besten Formel-1-Autos für 2018 ist bislang ausgeblieben. Aber der Grand-Prix-Sport hat uns in den letzten dreissig Jahren gelehrt: Immer, wenn es verdächtig ruhig ist, bahnt sich eine Sensation an. Wir sagen mit unserem virtuellen Rundgang durchs Startfeld, wie die jüngsten Tendenzen aussehen.

Mercedes-Benz
Lewis Hamilton ist bis Ende 2018 an Mercedes-Benz gebunden. Der Engländer hat zuletzt sogar gesagt: «Wenn ich Mercedes verlassen, dann ist das der Tag, an dem ich auch die Formel 1 verlasse.» Eine echte Alternative für den perfekten Mannschaftsspieler Valtteri Bottas gibt es nicht. Die Frage ist, ob Mercedes dem Finnen erneut nur einen Einjahresvertrag spendiert.
Tendenz: Hamilton und Bottas sitzen auch 2018 im Silberpfeil.

Red Bull Racing
Daniel Ricciardo hat längst selber bestätigt, dass er bis Ende 2018 unter Vertrag ist. Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko hat mehrfach betont, dass der 19jährige Max Verstappen auf Jahre hinaus gebunden sei. Das ist für die Gegner ein klares Signal: Finger weg vom Niederländer!
Tendenz: Es ändert sich nichts, das RBR-Duo bleibt.

Ferrari
Kurios: Ferrari ist auf dem Papier für 2018 ohne Fahrer – denn neue Verträge beider Weltmeister Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen sind noch immer nicht bestätigt. Um Vettel glücklich zu machen, wollen Ferrari-Präsident Sergio Marchionne und Teamchef Maurizio Arrivabene Räikkönen einen weiteren Einjahresvertrag spendieren. Vettel selber soll einen Mehrjahresvertrag unterzeichnen. Die Beförderung eines Ferrari-Junioren ist frühestens für 2019 ein Thema.
Tendenz: Vettel und Räikkönen sitzen auch 2018 im Ferrari. Vollzug: um den Belgien-GP herum. Verkündung: in Monza.

Force India
Esteban Ocon hat einen Mehrjahresvertrag unterzeichnet, bleibt aber Leihgabe von Mercedes-Benz. Der Franzose entwickelt sich sehr zur Freude von Mercedes-Teamchef Toto Wolff prachtvoll. Sergio Pérez hatte sich nur für ein Jahr gebunden, um Ende 2017 frei für ein Top-Team zu sein. Doch ausser Renault gibt es kein Team, wo Pérez ein Thema ist. Das Pech des Mexikaners: Je besser Ocon fährt, desto weniger kann sich Pérez in Erinnerung rufen.
Tendenz: Ocon bleibt, Pérez bleibt oder geht zu Renault.

Williams
Lance Stroll ist auf Jahre hinaus an Williams gebunden. Felipe Massas Rückkehr war eine Notlösung, doch der Brasilianer hat wieder Lust auf Formel 1 bekommen und will nun auch 2018 fahren: «Diese Autos passen perfekt zu mir.» Zudem: Nach nur einem Jahr wird Teenie Stroll nicht bereit sein, ein Team zu führen. Teamchefin Claire Williams hat klargemacht, dass der Einfluss von Motorenlieferant Mercedes nicht gross genug ist, um einen Fahrer zu bestimmen. Das sind schlechte Nachrichten für Pascal Wehrlein.
Tendenz: Stroll und Massa bleiben.

McLaren-Honda
Stoffel Vandoorne besitzt einen Mehrjahresvertrag mit McLaren-Honda. McLaren-Direktor Zak Brown und McLaren-Geschäftsleiter Jonathan Neale wollen Fernando Alonso unbedingt behalten. Der Spanier will 2018 wieder um Spitzenränge kämpfen, aber wer gibt ihm die Garantie, dass dies bei Renault eher möglich ist als bei McLaren-Honda?
Tendenz: Alonso und Vandoorne fahren 2018 McLaren-Honda.

Toro Rosso
Carlos Sainz ist bist 2019 an Red Bull gebunden. Nach einer kurzen rebellischen Phase ist der Madrilene wieder auf Kurs und wartet auf seine Chance, zu Red Bull Racing hochzurücken. Teamchef Franz Tost möchte gerne mit Sainz und Daniil Kvyat weitermachen – sofern der Russe einen kühleren Kopf behält. Pierre Gasly hat in der Super Formula mässig abgeschnitten, bei Testfahrten macht er einen guten Eindruck. Aber gut klingt nicht nach dem nächsten Vettel oder Verstappen.
Tendenz: Sainz und Kvyat bleiben.

HaasF1
Romain Grosjean hat einen Zweijahresvertrag mit Option für 2018 unterzeichnet. Der Genfer hofft, sich mit guten Leistungen für einen Platz bei Ferrari oder Renault zu empfehlen. Kevin Magnussen hat bis Ende 2018 unterzeichnet.
Tendenz: Beide Fahrer fest im Sattel.

Renault
Nico Hülkenberg hat sich auf Jahre hinaus gebunden. Die Rede ist von einem Zweijahresvertrag mit Option auf 2019. Jolyon Palmer muss in der zweiten Saisonhälfte schon ein halbes Wunder gelingen, um seinen Platz zu behalten. Die Fahrerfrage bei Renault ist am spannendsten: Wagen es die Franzosen, Robert Kubica ein GP-Comeback zu schenken? Gelingt der Coup eines Engagements von Fernando Alonso?
Tendenz: Hülkenberg ist bei Renault einbetoniert. Was das zweite Auto angeht, ist alles offen.

Sauber
Marcus Ericsson gehört aufgrund der schwedischen Investoren bei Sauber zum Mobiliar. Pascal Wehrlein sollte von Mercedes für zwei Ausbildungsjahre bei den Schweizern untergebracht werden, aber dieser Plan war ab jenem Moment in Frage gestellt, als sich Sauber von Teamchefin Monisha Kaltenborn trennte. Der neue Teamchef Fred Vasseur hat bestätigt: Im zweiten Sauber wird mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Junior von Ferrari sitzen. Wehrlein wird überflüssig.
Tendenz: An die Seite von Ericsson kommt der junge Monegasse Charles Leclerc.

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