Fernando Alonso: «Ich bin nicht grösser als McLaren»

Von Vanessa Georgoulas
Fernando Alonso: «Wir wissen, dass sich die Dinge derzeit nicht in die richtige Richtung entwickeln»

Fernando Alonso: «Wir wissen, dass sich die Dinge derzeit nicht in die richtige Richtung entwickeln»

McLaren-Honda-Star Fernando Alonso will nichts von einem Ultimatum an sein McLaren-Team wissen und stellt klar: «Es arbeiten 1000 Leute bei McLaren und Honda und ich bin wahrscheinlich der Unwichtigste von allen.»

Der Frust über die fehlende Honda-Power seines McLaren-Renners war Formel-1-Star Fernando Alonso im Belgien-GP deutlich anzuhören, als er am Boxenfunk schimpfte: «Peinlich! Das ist einfach nur noch peinlich!»

Nach 25 Runden stellte der Asturier seinen Dienstwagen schliesslich an der Box ab – und berichtete hinterher von Problemen mit seiner Antriebseinheit, die ihn zur Aufgabe gezwungen hatten. Die Honda-Ingenieure erklärten jedoch nach eingehender Analyse, dass in den Daten kein Hinweis auf die Sorgen des Spaniers zu sehen waren.

Und weil der zweifache Champion kurz vor seinem Ausfall noch nachgefragt hatte, wie die Chancen für einen Regenschauer stehen, wurden schnell Spekulationen laut, der 36-Jährige habe das Rennen aus reiner Resignation frühzeitig beendet. «Das überrascht mich», erklärte Alonso im Fahrerlager von Monza.

«Die Leute scheinen zu vergessen, dass ich hier seit drei Jahren mein Bestes gebe, im Q1 kämpfe und beim Start das Maximum versuche herauszuholen. Ich habe mich in Ungarn ins Q2 gekämpft und in Bahrain war ich mit einer gebrochenen Rippe unterwegs», erklärte der 32-fache GP-Sieger. «Wenn ich sowas lese, dann denke ich mir, dass die Leute sich nicht auf das konzentrieren, was in Spa wirklich passiert ist. Vor mir war sehr viel mehr los als in meinem Rückspiegel!»

Und Alonso beteuerte: «Drei, vier Runden vor meinem Ausfall hatte ich einige Sorgen mit der Antriebseinheit. Das ist schon in der Vergangenheit einige Male passiert. Einige Sensoren beginnen zu spinnen und das führte dann jeweils gleich zu einem Motorschaden. Deshalb stellte ich das Auto diesmal gleich ab, und die Ingenieure schauten sich den ganzen Motor an und diesmal scheint alles in Ordnung zu sein.»

Auch von einem Ultimatum an sein Team, er werde seinen Vertrag nur unter der Voraussetzung verlängern, dass Motorenpartner Honda in die Wüste geschickt wird, will der Weltmeister von 2005 und 2006 nichts wissen: «Das stimmt überhaupt nicht. Ich habe davon gelesen und da ist absolut nichts dran.

«Ich bin nicht grösser als das Team. Es arbeiten 1000 Leute bei McLaren und Honda und ich bin wahrscheinlich der Unwichtigste von allen. Wir wissen, dass sich die Dinge derzeit nicht in die richtige Richtung entwickeln und wir nach drei Jahren nicht da sind, wo wir sein wollen. Das wollen wir alle ändern», stellt Alonso klar.

«Für McLaren geht es in erster Linie darum, die Situation zu verbessern, schliesslich handelt es sich hier um das zweitbeste Team in der Geschichte des Sports», fügt der Formel-1-Routinier an. «Nur ein Team war in Monza erfolgreicher als dieses Team. Wir sind McLaren und wir wollen alle das Gleiche: Konkurrenzfähig sein.»

«Ich werde mich mit dem Team zusammensetzen, um zu verstehen, was die Aussichten für die Zukunft und die Erwartungen fürs nächste Jahr sind. Wir haben nun einige Zutaten, um wieder Champions zu werden. Die Mannschaft hat sich in den letzten drei Jahren stark verbessert und ich bin überzeugt, dass wir das Talent, die nötigen Mittel und alles haben, wir müssen nur konkurrenzfähiger werden – das ist das Wichtigste. Erst danach werde ich meine Entscheidung fällen.»

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